Houdini, der König des Varieté

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Filmdaten
Deutscher Titel Houdini, der König des Varieté
Originaltitel Houdini
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie George Marshall
Drehbuch Philip Yordan
Produktion George Pal
Musik Roy Webb
Kamera Ernest Laszlo
Schnitt George Tomasini
Besetzung

Houdini, der König des Varieté ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 1953. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Buch Houdini von Harold Kellock.

Handlung[Bearbeiten]

Während eines Auftrittes als Bruto Wildman in einem kleinen Zirkus begegnet Harry Houdini zum ersten Mal der schönen blonden Bess. Da er auch unter seinem Namen, dem großen Harry Houdini, eine Zaubershow hat, bittet er sie für einen seiner Tricks auf die Bühne. Dabei kommt er ihr näher, wobei sie sich ihm gegenüber noch distanziert zeigt. Erst nachdem Houdini sie auf einem Jahrmarkt auf Coney Island und bei einem Abendshow wieder sieht, kommen sich beide wirklich näher. Er gesteht ihr, dass er die Shows nur annahm, um in ihrer Nähe sein zu dürfen. Anschließend nimmt er sie mit nach Hause, wo sie herzlichst von seiner Mutter empfangen wird. Noch in der Nacht macht Houdini mit Bess einen Zaubertrick, indem er sie versucht zu zersägen. Dabei stellt sich heraus, dass sie geeignet ist, um ihn zukünftig als Assistentin für seine Show zu helfen.

Nach einem weniger gelungenen Auftritt in der Miners Hall, wo beide mit Tomaten und Reißzwecken beworfen werden, wünscht sich Bess, dass Houdini aufhört und einen geregelten Job nachgeht. Um seine Liebe zu ihr zu beweisen, hört er auf und arbeitet fortan in einer Tresor- und Schlossfabrik. Das macht Bess glücklich, kommt doch fortan regelmäßig jeder Samstag ein Gehaltscheck nach Hause. Mit dem Geld gehen sie auch immer wieder gerne auswärts essen. Als sie dabei das Hotel Astor besuchen, wo eine Zaubershow aufgeführt wird, muss Houdini bei seiner Frau darum betteln, als Freiwilliger daran teilzunehmen, um sich aus einer Zwangsjacke befreien zu dürfen. Während alle anderen dabei versagen, schafft es Houdini als Einziger. Dabei beeindruckt er Mr. Malue, der ihn zu Sieger erklärt, von dem Berliner Zauberer Johann Von Schweger erzählt und als ersten Preis eine Reise nach Europa finanziert.

Da Bess ursprünglich die Reise nicht antreten will, lässt sie sich erst umstimmen, nachdem Houdini seinen Job in der Fabrik verloren hat. Per Schiffsreise geht es nach London, wo er von Dooley, einem angeblicher Reporter des Examiner, eine Herausforderung inszenieren lässt, nicht aus einem Gefängnis von Scotland Yard ausbrechen zu können. Er lässt sich einsperren und muss anschließend bei seiner eigenen Show auftreten. Da er es nicht rechtzeitig schafft, gibt sich Bess, mit einer Maske verkleidet, als Houdini aus. Erst im letzten Moment erscheint er selbst und kann mit Bess den Austausch vornehmen, sodass jeder sieht, dass er erfolgreich aus dem Gefängnis ausbrechen konnte. Dadurch steigt sein Ruhm, sodass seine Shows in Paris und Berlin noch größer werden. In Berlin feiert Houdini auch seinen Geburtstag. Bess überrascht ihn mit einem Besuch seiner Mutter. Anschließend wird er von den Deutschen wegen Spiritismus angeklagt, weil er vorgibt übersinnliche Fähigkeiten zu besitzen. Doch Houdini streitet es ab und der Richter lässt die Klage fallen, nachdem er beweist, wie er sich aus dem Innern eines Tresors befreien kann.

Anschließend sucht er Von Schweger auf. Doch er trifft nur noch auf Otto, der ihm nicht nur erzählt, dass Von Schweger zwei Tage zuvor verstarb, sondern sich auch gleich als sein neuer Assistent mit all den Tricks von Schwegers anbietet. Zurück in den Vereinigten Staaten werden Houdinis Tricks und Entfesselungsnummern immer spektakulärer, wodurch er auch immer berühmter wird. Allerdings scheitert einer seiner Tricks, den er im zugefrorenen Detroit River vorführt beinahe. Während die Zeitungen bereits schreiben, dass Houdini verstarb, schafft er es sich entkräftet zu retten. Kurz darauf erfährt er, dass seine geliebte Mutter zuvor verstarb.

Nachdem sich Houdini zwei Jahre lang von der Zauberei und der Öffentlichkeit zurückzog, sucht ihn der Journalist Simms auf, um herauszufinden, was mit ihm wurde. Dabei erzählt Houdini, dass er versucht hatte über den Spiritismus Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen. Doch dabei sei ihm nichts anderes als Betrug begegnet. So begleitet ihn Simms zu einer Séance, bei der Houdini jeden Trick entlarven kann. Anschließend bietet er öffentlich jedem 25.000 US-Dollar, der den Beweis erbringen kann, wie man mit der Geisterwelt Kontakt aufnimmt. Anschließend versucht er den gefährlichsten aller Tricks, von Schwegers Entfesslungstrick in einem Wasserkasten, vorzuführen. Gegen den Willen und trotz seiner Bauchschmerzen, die er nach seiner Tour von einem Arzt untersuchen lassen will, bestreitet er eine Show mit diesem Trick. Dabei versprach er, ihn nicht aufzuführen. Es war das Publikum, das danach verlangte. Houdini führt ihn vor, der Trick misslingt und er verstirbt auf der Bühne.

Kritik[Bearbeiten]

Das Variety-Magazin meinte, dass diese „typische Filmbiografie eher eine fantasievolle Version von Houdinis Leben“ zeige. Der Regisseur verlege den Schwerpunkt auf das Drama und schaffe es „die Spannung aufrecht zu erhalten.“ Obwohl die Darsteller „sympathisch“ seien, wurde kritisiert, dass es keine Alterung bei der Darstellung der unterschiedlichen Lebensphasen der Schauspieler gebe.[1]

Das Lexikon des Internationalen Films meinte: „Ein solide inszenierter Unterhaltungsfilm mit einigen kitschigen Momenten. Allzusehr erliegt er jedoch der Faszination des Titelhelden und überhöht dessen Kabinettstücke in eine fast überweltliche Atmosphäre.“[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Paramount Pictures kündigte bereits 1935 einen Film über Harry Houdini an. Allerdings waren es die beiden Immobilienmakler Joseph Raboff und Earl Cohen, die mit ihrer neu gegründeten Produktionsfirma Film Producers, Inc. sowie den erworbenen Rechten des Romanes Houdini von Kellock sowie den Verfilmungsrechten seines Lebens, unter dem Titel The Life Story of Harry Houdini ein Drehbuch schrieben. Stephen Longstreet schrieb das Drehbuch und John Garfield und Lee J. Cobb waren als jeweilige Hauptdarsteller im Gespräch. Das Projekt kam nie zustande[3]

Es ist der erste Film, in dem Tony Curtis und Janet Leigh, welche 1951 heirateten, zusammen spielten. Curtis wurde als Bernard Schwartz geboren und Houdini hieß mit richtigem Namen Erik Weisz. Schwartz spielte in diesem Film Weisz.

Der Film kam am 2. Juli 1953 in die US-Kinos und konnte etwas mehr als 1,8 Mio. US-Dollar einspielen.[4] In Westdeutschland kam er am 18. März 1954 in die Kinos.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Houdini auf variety.com vom 31. Dezember 1952 (englisch), abgerufen am 19. September 2012
  2. Houdini, der König des Varieté im Lexikon des Internationalen Films
  3. Houdini (1953), Notes auf tcm.com (englisch), abgerufen am 19. September 2012
  4. 'The Top Box Office Hits of 1953', Variety, 13. Januar 1954