Brigata meccanizzata “Pinerolo”

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Wappen der Brigade Pinerolo
Wappen 9. Inf. Rgt. "Bari"
Wappen 82. Inf. Rgt. "Torino"
Wappen 7. Bersaglieri Rgt.
Wappen 21. Panzerartillerieregiment
Wappen 11. Pionierregiment

Die mechanisierte Infanteriebrigade Pinerolo ist ein Großverband des italienischen Heeres. Der Stab der Brigade befindet sich in Bari, die unterstellten Verbände sind in der südostitalienischen Region Apulien stationiert.

Auftrag[Bearbeiten]

Die Infanteriebrigade Pinerolo untersteht truppendienstlich dem regionalen Führungskommando COMFOD 2 in San Giorgio a Cremano bei Neapel. Sie wird für Friedensmissionen im Rahmen der EU, der NATO oder der UNO im Ausland eingesetzt. Im Bereich der Landesverteidigung ist sie für Süditalien zuständig, kann jedoch auch in anderen Regionen oder zur Erfüllung von NATO-Bündnisverpflichtungen eingesetzt werden. In Süditalien übernimmt sie bei Bedarf auch Unterstützungs- und Sicherungsaufgaben im Auftrag ziviler Stellen.

Gliederung[Bearbeiten]

  • CoA mil ITA btg logistico pinerolo.png Stabs- und Versorgungsverband Pinerolo (Bari)
  • CoA mil ITA rgt fanteria 009.png 9. Infanterieregiment Bari (Trani)
  • CoA mil ITA rgt fanteria 082.png 82. Infanterieregiment Torino (Barletta)
  • CoA mil ITA rgt bersaglieri 07.png 7. Bersaglieri-Regiment (Altamura)
  • CoA mil ITA rgt artiglieria 021.png 21. Panzerartillerieregiment Trieste (Foggia)
  • CoA mil ITA rgt genio 11.png 11. Pionierregiment (Foggia)
  • CoA mil ITA btg trasporti 10.png Logistikregiment Pinerolo (Bari)

Alle Regimenter der Brigade haben Bataillonsstärke. Mit Ausnahme der Pioniere und der Artillerie sind alle Regimenter in der Nähe der Truppenübungsplätze der Murgia-Hochebene stationiert (Torre di Nebbia). Bis 2011 gehörte der Brigade auch das 31. Panzerregiment Centauro in Altamura an, zuletzt als gemischter Versuchsverband (battle lab) für die zukünftige digitalisierte Brigade, dann wurde dieses Regiment der Kavallerie- und Panzertruppenschule in Lecce unterstellt. 2013 erhielt die Brigade wieder einen eigenen Logistikverband. 2016 soll das in Rom stationierte Kavallerieregiment Lancieri di Montebello zur Brigade Pinerolo kommen, die dann das 21. Artillerieregiment verlieren soll.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Die Brigade rüstet derzeit von Kettenfahrzeugen auf Radfahrzeuge um und wird dabei als erste in Italien auf das neue Konzept der vernetzten Operationsführung ausgerichtet. Die Infanterieregimenter ersetzen ihre alten Schützenpanzer vom Typ VCC-1 (eine modifizierte Version des Mannschaftstransporters M113) mit neuen Radschützenpanzern Freccia, beginnend beim 82. Infanterieregiment. Im Rahmen des Programms Soldato Futuro erhalten die Infanteristen unter anderem das neue Sturmgewehr Beretta ARX-160. Das abgegebene 31. Panzerregiment war bis 2007 mit Kampfpanzern vom Typ Leopard 1A5 ausgerüstet. Das Regiment Lancieri di Montebello wird ebenfalls Radpanzer einbringen. Das Artillerieregiment hat noch die Panzerhaubitzen M109L.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Infanteriebrigade Pinerolo entstand 1821 bzw. 1831 aus dem 1672 im Königreich Sardinien-Piemont gegründeten Infanterieregiment Lullino (Saluzzo di SAR) und bestand aus den Infanterieregimentern 13 und 14. Sie nahm an den italienischen Einigungskriegen und am Ersten Weltkrieg teil. Danach bildeten ihre beiden Regimenter zusammen mit dem 225. Infanterieregiment Arezzo und dem 18. Feldartillerieregiment die 24. Infanteriedivision mit Sitz im mittelitalienischen Chieti. Mit der Heeresreform von 1939 entstanden die schwachen, aus nur zwei Infanterieregimentern bestehenden so genannten binären Divisionen, darunter die Division Pinerolo mit den Infanterieregimentern 13 und 14, sowie dem 18. Feldartillerieregiment. 1941 kam als Ergänzung noch das 313. Infanterieregiment hinzu. Die Division beendete den Krieg im Herbst 1943 auf tragische Weise in Griechenland. Viele ihrer Soldaten starben 1944 in griechischen und deutschen Internierungslagern.

Die Division entstand 1952 in Bari erneut, wurde aber zehn Jahre später zu einer Brigade verkleinert, der nach der Heeresreform von 1975 drei mechanisierte Infanteriebataillone (9. Bari, 13. Valbella, 231. Avellino), ein Bersaglieri-Bataillon (67. Fagaré), ein Panzerbataillon (60. Locatelli), ein Feldartilleriebataillon (47. Gargano) und ein Logistikbataillon (Pinerolo) unterstanden. In den 1990er Jahren ersetzte man die genannten Bataillone zum Teil mit Bataillonen aus Norditalien, die ab 1992 die Bezeichnung Regiment führten. Ab 1997 verfügte die Brigade für einige Zeit unter anderem über zwei Panzerregimenter und wurde deshalb als „Panzerbrigade“ bezeichnet. Derzeit kann die Brigade bei Bedarf durch zusätzliche gepanzerte Kräfte von der Kavallerie- und Panzertruppenschule im nahen Lecce verstärkt werden.

Die Brigade zeichnete sich Ende 1980 nach einem schweren Erdbeben bei Rettungseinsätzen im Raum zwischen Avellino, Salerno und Potenza aus. Von 1992 bis 1994 wurden Einheiten der Brigade auf Sizilien und in Kalabrien zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt, danach in Apulien bei der Eindämmung von Flüchtlingsströmen aus Albanien. Seit Ende der 1990er Jahre operierte die Brigade mehrmals in Albanien und vor allem im Kosovo. 2010 wurden erstmals Teile des 82. Infanterieregiments mit neuen Freccia-Radpanzern nach Afghanistan entsandt. Ende 2011 übernahm die Brigade im Libanon die Führung im westlichen Sektor des UNIFIL-Einsatzgebietes.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]