Irdning

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Irdning (Ehemalige Gemeinde)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde Irdning
Irdning (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Liezen (LI), Steiermark
Gerichtsbezirk Liezen
Koordinaten 47° 30′ 20″ N, 14° 6′ 14″ O47.50544722222214.104005555556673Koordinaten: 47° 30′ 20″ N, 14° 6′ 14″ Of1
Höhe 673 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 2749 (1. Jänner 2014)
Gebäudestand 205 (2001f1)
Fläche d. KG 4,37 km²
Postleitzahl 8952f1f0
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 61257
Ortschaftskennziffer 15791
Katastralgemeindenummer 67307
Zählsprengel/ -bezirk Irdning und Falkenburg (61257 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
Irdning, S. Kölbl, lith. 1830

Irdning ist eine ehemalige Gemeinde mit 2749 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk und Gerichtsbezirk Liezen in der Steiermark. Seit 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Donnersbach und Donnersbachwald zusammengeschlossen und führt den Namen „Irdning-Donnersbachtal“.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Irdning liegt circa zwölf Kilometer südwestlich von Liezen im Ennstal, auf einer Seehöhe von 645 m bis 1450 m ü. A. (Zentrum: 673 m ü. A.).

Gliederung[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Irdning gliederte sich in drei Katastralgemeinden: Altirdning, Irdning und Raumberg. Die sechs Ortschaften mit Einwohnerangaben (Stand: 2011) sind: Altirdning (482), Bleiberg (107), Falkenburg (1015), Irdning (769), Kienach (97), Raumberg (265).[2]

Gemeindezusammenlegung[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1960 wurden die Gemeinde Altirdning und die Marktgemeinde Irdning, auf Verordnung von Landeshauptmann Josef Krainer, vereinigt.[3]

Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wurde die Gemeinde Irdning 2015 mit den Gemeinden Donnersbach und Donnersbachwald fusioniert.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden waren: Aigen im Ennstal, Donnersbach, Niederöblarn, Sankt Martin am Grimming, Pürgg-Trautenfels, Stainach.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Entstehung des Marktes Irdning ist aus Mangel an Urkunden nichts bekannt. Wahrscheinlich überließ der Landesfürst den ersten Ansiedlern Grundstücke gegen einen jährlich zu entrichtenden Zins. Im Laufe der Jahre gingen diese Grundbesitze in erblichen Besitz über (Höfe). Die Besitzer solcher Höfe waren die in Urkunden erwähnten Herren von Irdning.

Der Name Irdning (Idenich, Ydnich) wird erstmals im Urkundenverzeichnis des Stiftes Admont aus dem Jahr 1140 angeführt. Im Jahre 1145 wird die Pfarrkirche anlässlich einer Schenkung an das Stift Admont im Zusammenhang mit einem Muccolf de Ideniche erwähnt.

Der Ortsname Irdning stammt wie der Name Altirdning aus dem Slawischen. Das Marktrecht wurde Irdning im Jahre 1564 auf Ansuchen des Inhabers der Herrschaft Wolkenstein (Ferdinand Hoffmann) erteilt. Seit 1689 befand sich der Sitz des Landgerichtes Wolkenstein in Irdning. Die politische Gemeinde Irdning wurde 1850 errichtet.

Religion[Bearbeiten]

Einer der wichtigsten Pfarrherren von Irdning war Aeneas Silvio Piccolomini aus Siena. Er war von 1455 bis 1458 Pfarrer von Irdning und wurde am 27. August 1458 als Pius II. zum Papst gewählt.

Glaubensbekenntnis per 1. Januar 2011:

Bekenntnis Einwohner
römisch-katholisch 2676
evangelisch A.B. 0174
islamisch 0008
evangelisch H.B. 0003
buddhistisch 0002
griechisch-orthodox 0001
russisch-katholisch 0001
russisch-orthodox 0001
sonstige 0049
ohne Bekenntnis 0139

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1961 2048
1971 2306
1981 2299
1991 2490
2001 2632
2008 2698
2009 2682
2010 2700
2011 2721

Von den 2698 Einwohnern waren 1.422 Frauen und 1.276 Männer. Altersgruppen: unter 15 Jahre 441 Personen, 15 - 64 Jahre 1793 Personen, 65 und älter 464 Personen (Stand 1. Jänner 2008)

Kapuzinerkloster Falkenburg mit Blickrichtung Osten
Skulpturenpark

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Irdning-Donnersbachtal
  • Pfarr- und Dechantkirche Hll. Petrus und Paulus: erstmals 1145 urkundlich erwähnt. Die überwiegend gotische Pfarrkirche, ist den Hll. Peter und Paul geweiht. Die zentrale Bedeutung dieser beiden Schutzheiligen spiegelt sich im Hochaltarbild wider, einem typischen Beispiel barocker Sakralkunst von Philipp Carl Laubmann aus Graz von 1752. Es stellt den Friedenskuss der beiden Patronen dar, die sich vor ihrem Martyrium in Rom voneinander verabschieden. Weiter verfügt die Kirche über eine Reihe sehenswerter durchwegs barocker Altäre in den Seitenkapellen und einem Rosenkranzbruderschaftsaltar mit einem bemerkenswerten Altargemälde, das 1640 von Andreas Sterz, einem Künstler des Stiftes Admont geschaffen wurde.[5]
Bemerkenswert sind auch die Totenschilde der Familie Welsersheimb. Außen an der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal für die 105 Irdninger Opfer des Ersten Weltkrieges, sowie der 167 Opfer des Zweiten Weltkrieges, wobei zumindest bei den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges auch die Opfer aus Aigen im Ennstal aufgeführt sind.[6]
  • Kapuzinerkloster und -kirche Hl. Joseph: 1615 von Hans Praunfalk als Jagdschloss errichtet, an Stelle eines Bauernhofes. Seit 1711 ein Kapuzinerkloster.
  • Kalvarienbergkirche, 18. Jhdt.
  • Kapelle an der Straße nach Aigen, 18. Jhdt.
  • Ehemalige Richtstätte mit Galgenkapelle, 16. oder 17. Jhdt.
  • Schloss Gumpenstein: 1616 durch Bauherr Moritz von Stainach errichtet, später Wohnsitz der Familie Grafen Welsersheimb, Freiherren von Gumpenstein. Heute ist im Schloss die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein.
  • Falkenhof: Ehemaliges Jagdhaus der Familie Mayr-Melnhof, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Später wurde daraus ein Hotelbetrieb und Restaurant.
  • Stegmüllnerhaus in Falkenberg, ehemalige Mühle, 17. Jhdt.
  • Skulpturenregion Irdning mit Holz- und Steinskulpturen nationaler und internationaler Künstler, siehe Info-Portal grimming-symposion.at.

Sport[Bearbeiten]

Irdning besitzt eine ausgezeichnete Sportanlage, die regelmäßig von Fußballmannschaften zu Trainingszwecken genutzt wird. In der Vergangenheit haben Real Madrid (2008 zum 4. Mal), Red Bull Salzburg, AS Rom, der VfB Stuttgart, FC Schalke 04 (2011) und andere Mannschaften aus dem In- und Ausland in Irdning ihre Trainingslager abgehalten. Tausende Schaulustige kommen jedes Mal, um Autogramme von den Spielern zu verlangen und dem Training zuzusehen.

In unmittelbarer Nähe zu Irdning finden sich mehrere Skigebiete, unter anderem die Planneralm (das höchstgelegene Skigebiet der Steiermark), die Riesneralm und die Tauplitzalm. Weitere Wintersportmöglichkeiten werden durch Langlaufloipen und Eisstockschießen gegeben. Im Sommer kann der Golfplatz des Hotels Schloss Pichlarn genutzt werden. Bademöglichkeiten bestehen im Sommer am ortseigenen künstlich angelegten Badeteich und am Putterersee im benachbarten Aigen im Ennstal. Irdning verfügt weiterhin über einen Beachvolleyball-Platz, eine Tennisanlage, zwei Reitschulen, eine Inline-Skate-Bahn, eine Leichtathletikbahn und eine Asphalt-Eisstockbahn.[7]

Alljährlich findet im Sommer ein 12- bzw. 24-Stunden-Benefizlauf statt, welcher auch als österreichische Meisterschaft zählt.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • ikmT - Internationale Kammermusiktage Raumberg: seit 1948 finden die Internationalen Kammermusiktage jährlich im Juli statt
  • Grimmingsymposion für Holz- und Steinbildhauer: seit 1997 jährlich im August. Neben dem Symposion für Holz wird seit 2003 auch ein Symposion zur Bearbeitung von Naturstein veranstaltet. Viele Skulpturen sind in der umgebenden Landschaft aufgestellt (Skulpturenpark Irdning und Sport- und Freizeitanlage Irdning), das Info-Portal grimming-symposion.at gibt detailliert Auskunft.
  • Internationalen Meisterkurs für Violoncello (IMKV): seit 1998 wird durch O.Univ.Prof. Rudolf Leopold (Musikuniversität Graz, Musiker und Cello- Pädagoge) jährlich im Juli/August in Irdning ein Internationaler Meisterkurs für Violoncello (IMKV) mit Studenten aus Europa und Asien abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 117 Arbeitsstätten mit 910 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 636 Auspendler und 503 Einpendler. Es gab 81 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 33 im Haupterwerb), die zusammen 2.894 ha bewirtschafteten (Stand 1999).

Bildung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat bestand bis Ende 2014 aus 15 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

  • 10 ÖVP
  • 2 WIR-Wie Irdning Redet - Offene Plattform für Gemeindebürger
  • 2 SPÖ
  • 1 FPÖ

Das Ergebnis der Gemeinderatswahl 2010 lautet:

  • ÖVP 1046 Stimmen / 61,03 % / 10 Mandate
  • WIR-Wie Irdning Redet Stimmen 235 / 21,44 % / 2 Mandate
  • SPÖ 196 Stimmen / 13,71 % / 2 Mandate
  • FPÖ 177 Stimmen / 10,33 % / 1 Mandat
  • Grüne 60 Stimmen / 3,50 % / 0 Mandate

Bürgermeister war bis Ende 2014 Herbert Gugganig (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Dezember 1960.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „Im silbernen Schild ein blauer Schrägrechtsbalken, links oben von einem schräglinks niederstoßenden Falken, rechts unten von einer blauen schildfußbildenden Zinnenmauer begleitet, die nahe dem vorderen Schildhaupt in einen fünfzinnigen Turm mit durchbrochenem Tor und Fenster übergeht.“[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Irdning[Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Irdning[Bearbeiten]

  • Franz Roubal (1889–1967), akademischer Maler und Bildhauer, lebte bis zu seinem Tod in Irdning und verewigte den Ort vielmals in seinen Gemälden

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Brunner: Irdning. Geschichte eines obersteirischen Marktes. Marktgemeinde Irdning, Irdning 1990.
  • Franz Huter (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Österreichs. Band 2: Alpenländer mit Südtirol. 2. überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1978, ISBN 3-520-27902-9, (Kröners Taschenausgabe 279).
  • Rudolf Wernbacher: Geschichte des Bezirkes Irdning und seiner Schlösser. Walik, Gröbming 1905.
  • Manfred Hofer: Aus der Geschichte des Marktes Irdning. Eigenverlag Dr. Rudolf Pfusterer, Irdning 2006.
  • Matthias Mayerl u. a.: Erinnerungen eines steirischen Bürgermeisters. Eigenverlag Rudolf Mayerl, Irdning 1989.
  • Lieselotte Jontes, Rudolf Pfusterer: Geschichte der Gemeinde Altirdning und ihrer Häuser. 2009.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Irdning und der Gemeinden Donnersbach und Donnersbachwald, alle politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 151, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 681–682.
  2. http://www.irdning.at/gemeinde/index.htm Gemeindedaten
  3. Landesgesetzblatt der Steiermark aus der Österreichischen Nationalbibliothek
  4. Das Land Steiermark: Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Abgerufen am 22. Oktober 2013 (PDF; 685 kB).
  5. Geschichte der Pfarrkirche St. Peter und Paul
  6. Dokumentation des Kriegerdenkmals bei www.denkmalprojekt.org
  7. http://www.irdning.at/sport/index.htm
  8. http://www.oelv.at/competitions/details.php?id=12728
  9. http://www.neuemittelschule.at/hintergrundinformationen/nms_standorte.html
  10. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 30
  11. http://www.sonntagsblatt.at/glaube/glaube-heute?d=wenn-er-rief-kamen-alle

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Irdning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien