Jürgen Trumpf

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Jürgen Trumpf (* 8. Juli 1931 in Düsseldorf) ist ein deutscher Diplomat, Politiker und Altphilologe.

Leben[Bearbeiten]

Jürgen Trumpf wurde 1931 als Sohn des Volksschullehrers Ernst Trumpf (* 1896) und seiner Ehefrau Ottilie geb. Köhler in Düsseldorf geboren. Er besuchte die Volksschule und Oberschule in Düsseldorf (bis 1945) und schloss seine Schullaufbahn am städtischen Neusprachlichen Gymnasium an der Aue in Wuppertal-Elberfeld ab; zuvor war er 1950 für drei Monate an der Royal High School in Edinburgh.

Nach der Reifeprüfung 1951 begann Trumpf im Sommersemester ein Studium der Klassischen Philologie und der semitischen Sprachen an der Universität zu Köln, wo neben anderen Günther Jachmann, Josef Kroll und Andreas Rumpf zu seinen akademischen Lehrern zählten. Vom Wintersemester 1951/1952 bis zum Sommersemester 1952 wechselte er an die Universität Innsbruck und kehrte anschließend nach Köln zurück. Im akademischen Jahr 1954/1955 studierte er als Stipendiat der griechischen Regierung an der Universität Athen. Nach seiner Rückkehr wurde er im November 1956 mit der Dissertation Studien zur griechischen Lyrik promoviert und beim Deutschen Archäologischen Institut als Assistent für die Grabungen am Kerameikos in Athen angestellt, die damals unter der Leitung von Dieter Ohly stattfanden. Von Juli 1957 bis April 1958 arbeitete Trumpf im Rahmen eines Privatdienstvertrages für seinen Doktorvater Reinhold Merkelbach an der Rezension γ des Pseudo-Kallisthenes.

Anschließend schlug Trumpf die diplomatische Laufbahn ein. Im April 1958 trat er in den Vorbereitungsdienst für den höheren Auswärtigen Dienst ein. 1959 hatte er als Attaché in Kairo seinen ersten diplomatischen Auslandseinsatz. Von 1962 bis 1967 war er Legationsrat bei der deutschen Botschaft in London, anschließend deutscher Konsul in Rotterdam. 1970 teilte ihn das Auswärtige Amt dem Referat 410 „Europäische Gemeinschaften“ zu, dessen Leitung er 1975 übernahm. Von 1979 bis 1984 war Trumpf Gesandter bei der Ständigen Vertretung bei den Europäischen Gemeinschaften in Brüssel. Anschließend kehrte er ins Auswärtige Amt zurück. Er wurde zum Ministerialdirigenten befördert und mit der Leitung der Unterabteilung 40 „Entwicklungspolitik“ beauftragt. Schon ein Jahr später übernahm er die Leitung der Unterabteilung 41 „Europäische Gemeinschaften“.

Vom 1. September 1994 bis zum 17. Oktober 1999 war Trumpf Generalsekretär des Rates der Europäischen Union. 1999 war er außerdem der erste Hohe Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, ein neu geschaffenes Amt, das mit dem des Generalsekretärs verbunden war. Im Oktober 1999 wurde Javier Solana als sein Nachfolger für beide Ämter ernannt.

Trumpf war von 1999 bis 2012 Präsident des Instituts für Europäische Politik, dessen Ehrenmitglied er ist.

Weblinks[Bearbeiten]