Johan Huizinga

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Johan Huizinga

Johan Huizinga [ˈjoːɦɑn 'ɦœyzɪŋɣaː] (* 7. Dezember 1872 in Groningen; † 1. Februar 1945 in De Steeg bei Arnheim) war ein niederländischer Kulturhistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft und wissenschaftliche Anfänge[Bearbeiten]

Johan Huizinga entstammt einer mennonitischen Predigerfamilie. Sein Vater Dirk Huizinga war Professor für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Groningen. Huizinga wuchs in Groningen auf, besuchte dort seit 1885 das Gymnasium und interessierte sich frühzeitig für Sprachwissenschaft, Geschichte und Anthropologie. Den ursprünglichen Plan, in Leiden Sprachwissenschaft zu studieren, gab er aus finanziellen Gründen auf und begann stattdessen in Groningen ein Studium der Niederländischen Philologie, in dessen Rahmen er auch Geographie und Geschichte bei Pieter Jan Blok und Sanskrit bei Jacob Speyer hörte.

Von 1893 bis 1895 absolvierte er das Referendariat und Abschlussexamen für das Lehramt in Niederländisch, Geschichte und Geographie, anschließend bereitete er eine sprachwissenschaftliche Dissertation vor, die Ausdrücke für Licht- und Klangempfindungen in verschiedenen indogermanischen Sprachen vergleichend untersuchen sollte. Zu diesem Zweck unternahm im Wintersemester 1895/96 einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in Leipzig, brach diesen jedoch wieder ab, da die dortige Dominanz der Junggrammatiker kein günstiges Umfeld für die völkerkundlich-kulturgeschichtliche Ausrichtung seiner Arbeit bot. Bald nach der Rückkehr gab er auch sein Dissertationsvorhaben in dieser Form auf und begann stattdessen eine Dissertation über die komische Figur des „Vidushaka“ (vergleichbar dem deutschen „Hanswurst“) im indischen Theater (De Vidushaka in het indisch toneel). Mit dieser Arbeit, die in einer ihrer Thesen auch einen Teil seines ursprünglichen Dissertationsvorhabens verarbeitete, wurde er 1896 bei Jacob Speyer promoviert.

1897 trat er eine Stelle als Geschichtslehrer an einem Gymnasium in Haarlem an. Im Januar 1903 wurde er außerdem an der Universität Amsterdam als Privatdozent für altindische Literatur- und Kunstgeschichte zugelassen und hielt dort ab Oktober Vorlesungen. Seit 1902 war er verheiratet mit der aus einer wohlhabenden Middelburger Familie stammenden Mary Vicentia Schorer. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, die Huizinga nach dem frühen Tod der Mutter im Juli 1914 allein erzog.

Professor in Groningen und Leiden[Bearbeiten]

Seine Tätigkeit als Lehrer befriedigte ihn nicht. In der Orientalistik bestanden keine günstigen Aussichten auf eine Professur, auch das Angebot einer journalistischen Tätigkeit schlug er aus. Stattdessen wandte er sich auf Anraten seines früheren Lehrers Blok der Geschichtswissenschaft zu. Blok verschaffte ihm 1905 gegen Vorbehalte der Fakultät und des Kuratoriums den Groninger Lehrstuhl für allgemeine und niederländische Geschichte, noch ehe Huizingas erste einschlägig qualifizierende Arbeit, eine auf Archivstudien beruhende Untersuchung zur Stadterhebung Haarlems, vollständig erschienen war.

In Groningen versah er seine Geschichtsprofessur und hielt außerdem eine agrargeschichtliche Vorlesung am 1906 dort gegründeten Institut für Landbau. Er veröffentlichte eine Edition von Rechtsquellen zur Geschichte Haarlems, einige kleinere geschichtliche oder regionalgeschichtliche Arbeiten und eine Arbeit zur Geschichte der Groninger Universität im 19. Jahrhundert, in der er das universitätsgeschichtliche Thema mit allgemeineren kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen verband.

1915 wurde er auf den Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte an der Universität Leiden, einen der renommiertesten Lehrstühle des Landes, berufen, den er bis zur Schließung der Universität im Jahre 1942 innehatte. Dort amtierte er 1932/33 als Rektor.1916 wurde er Mitglied der Niederländischen Akademie der Wissenschaften in Amsterdam, in der er ab 1929 den Vorsitz der geisteswissenschaftlichen Abteilung führte. Außerdem wirkte er von 1916 bis 1932 als Redakteur bei De Gids, einer der führenden Kulturzeitschriften der Niederlande. 1919 erschien sein Werk Herbst des Mittelalters (Herfsttij der Middeleeuwen), das heute zu den Hauptwerken der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts zählt.

Huizinga publizierte in den folgenden Jahren eine Vielzahl von Studien zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte, Literatur und Kunst, aber auch zwei Arbeiten zur Geschichte und Kultur der USA. Er engagierte sich in der Akademie, in wissenschaftlichen Gesellschaften (u.a. 1918/1919 als Vorsitzender der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde) und in verschiedenen Gremien. Zudem war er universitätspolitisch aktiv. 1927 wurde er für vier Jahre zum Dekan seiner Fakultät; im Universitätsjahr 1932/1933 war er Rektor. Er hielt weltweit Vorträge - in Frankreich, Belgien, der Schweiz, Österreich, England, Spanien, den USA und Niederländisch-Indien - und wurde von den Universitäten von Tübingen (1927) und Oxford (1937) mit Ehrendoktorwürden geehrt.

In den 1920er Jahren war Huizinga niederländischer Gutachter des Laura Spelman Rockefeller Memorial der Rockefeller Foundation und bereiste in dieser Eigenschaft 1926 drei Monate lang amerikanische Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. 1933 wurde er Mitglied der Commission Internationale de Coopération Intellectuelle des Völkerbunds.

Protest gegen den deutschen Antisemitismus[Bearbeiten]

Huizinga setzte kurz nach der deutschen Machtergreifung 1933 ein weithin wahrgenommenes Zeichen gegen den deutschen Nationalsozialismus und Antisemitismus und auch der Solidarität mit den in Deutschland verfolgten Juden.

Kurz vor Ende einer im April an der Leidener Universität stattfindenden französisch-deutsch-englisch-niederländischen Tagung des International Student Service lud Huizinga als Rektor der Universität den als Leiter der deutschen Delegation anwesenden Nationalsozialisten Johann von Leers zu einem Gespräch und befragt ihn über eine von Leers verfasste antisemitische Hetzschrift, von der er kurz zuvor Kenntnis erhalten hatte. Diese trug den Titel Forderung der Stunde: Juden raus! In diesem Werk, das im Jahr 1928 erstmals erschien, griff Leers antisemitische Ritualmordlegenden aus dem Mittelalter auf und behauptete, dass Christenkinder auch in der Zeit des Anfang des 20. Jahrhunderts in Gefahr seien, von Juden ermordet zu werden. Er sprach in der Broschüre den Juden einen kriminellen Charakter zu.[1] Leers verteidigte seine Broschüre mit fadenscheinigen Argumenten. Darauf bat ihn der Rektor, die Universität und damit die Tagung zu verlassen und verabschiedete ihn ohne Handschlag. Der Rektor sah die Idee der Tagung, die dem internationalen akademischen Austausch diente, verletzt. Auf Grund dieser Zurechtweisung reiste die deutsche Delegation ab, und die Konferenz wurde einen Tag früher beendet.

In den Niederlanden gab es anfangs nicht nur Zustimmung für Huizingas humanistische Haltung. Huizinga musste sich universitätsintern vor dem Kuratorium seiner Universität rechtfertigen. Aber es gab auch große Unterstützung für Huizinga. In Deutschland wurde Huizinga scharf angegriffen. So distanzierte sich die Redaktion der Historischen Zeitschrift öffentlich in einer Anmerkung zu einem im Druck befindlichen Aufsatz Huizingas und schrieb, dass sie diesen Artikel nicht abgedruckt hätte, wenn sie Kenntnis von dem durch Huizinga veranlassten Vorfall gehabt hätte. Sie druckte auch keine weiteren Artikel von Huizinga mehr ab. Huizinga wurde auf die von der Reichsschrifttumskammer eingeführte Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums gesetzt - ein Publikationsverbot in Deutschland. Zusätzlich erhielt Huizinga ein Einreiseverbot. Daneben wurde Huizinga auf die Fahndungslisten der Gestapo gesetzt. Huizingas Beispiel aus dem Jahr 1933 machte Schule. Nachfolgende Rektoren und andere Professoren sprachen sich gegen den Antisemitismus der Deutschen aus. Nach dem Einfall der Deutschen in die Niederlande gab es im Oktober 1940 Vorträge von Professoren an der Universität Leiden, die sich gegen die Deutschen und ihren Antisemitismus richteten, als eine Reihe von jüdisch-stämmigen Mitarbeitern die Universität Leiden verlassen mussten.

Letzte Jahre[Bearbeiten]

Während der deutschen Besatzung der Niederlande (1940-45) im Zweiten Weltkrieg konnte er seine Professur anfangs noch weiterhin ausüben. Obwohl sein Name seit Mai 1940 auf einer Liste potentieller Geiseln stand und er mit seiner Verhaftung rechnete, lehnte er im August 1940 eine Einladung zur Emigration in die USA ab. Im Februar 1941 wirkte er mit an der Formulierung einer Erklärung gegen die antisemitischen Maßnahmen der deutschen Besatzer, die anschließend von Rektorat und Kuratorium der Universität wieder abgeschwächt wurde. Mit anderen Professoren bat Huizinga Ende April 1942 im Rahmen eines Protests gegen die Einmischungen der Besatzungsbehörden in Universitätsangelegenheiten um seine Entlassung. Am 1. Juni 1942 wurde er emeritiert, auch seine Mitgliedschaft in der Akademie der Wissenschaften musste er niederlegen. Im gleichen Jahr wurde die Universität Leiden geschlossen

Im August 1942 wurde Huizinga mit anderen Prominenten in dem Geisellager St. Michielsgestel interniert. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens, das ihn als für die „Dauer nicht haft- und lagerfähig“ erklärte, wurde er auf eine ministerielle Anordnung hin bereits im Oktober wieder entlassen, da im Hinblick auf die internationale Bekanntheit Huizingas auf jeden Fall vermieden werden sollte, dass er in deutscher Haft ums Leben kam. Die Entlassung erfolgte jedoch unter der Auflage, nicht nach Leiden zurückzukehren. Mit seiner zweiten Ehefrau, der fast vierzig Jahre jüngeren Auguste Schölvinck (1909–1979), die er 1937 geheiratet hatte, und mit ihrer gemeinsamen Tochter ließ er sich daraufhin in De Steeg bei Arnheim nieder. Den Kontakt zu Freunden und Kollegen hielt er brieflich aufrecht. Am 7. Dezember 1942 wurden ihm zu seinem siebzigsten Geburtstag zwei Festschriften im Manuskript angeboten, die jedoch erst 1948 im Druck erscheinen konnten. Im März 1943 wurden seine Schriften in den Niederlanden verboten. Nach einer kurzen Krankheit starb Huizinga am 1. Februar 1945 in De Steeg.

Geschichte als Kulturgeschichte[Bearbeiten]

Huizingas Geschichtsverständnis war von seinem Studium der Sprachwissenschaften und seiner Begeisterung für Kunst - insbesondere Malerei - geprägt. Er begriff Geschichtsschreibung als bildhaft-intuitive Mentalitäts- bzw. Kulturgeschichte. Seine Antrittsvorlesung in Groningen mit dem Titel Het aesthetische bestanddeel van geschiedskundige voorstellingen (1905) kann hierfür als programmatisch angesehen werden. Ausführlicher zu seiner Methodik äußerte er sich in Aufsätzen, die in dem Band Wege der Kulturgeschichte (1930) veröffentlicht wurden.

Sein Hauptwerk ist Herbst des Mittelalters (1919), das heute als Klassiker der europäischen Historiographie des 20. Jahrhunderts gilt.

In Homo ludens (1938; deutsch: 1939) untersucht er die Rolle des Spiels in allen Bereichen der Kultur, besonders in Recht, Wissenschaften, Kunst und Philosophie. Das Spiel wird als zentraler, selbständiger Kulturfaktor erwiesen und die Neigung zum Spiel als Ursprungsort aller großen kulturellen Bildungen angesehen. Unter "Spiel" versteht er

  • "eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung,
  • die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum
  • nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird,
  • ihr Ziel in sich selber hat und
  • begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.“ (Homo ludens, Taschenbuchausgabe Rowohlt-Verlag, Reinbek 1991, S. 37).

Allerdings grenzt Huizinga seine Auffassung ausdrücklich (und gegen manches Missverständnis) von der kurzschlüssigen Hypothese ab, die Kultur überhaupt gehe in einem Entwicklungsprozess aus dem Spiel hervor. Er möchte vielmehr zeigen, „daß Kultur in Form von Spiel entsteht“. „Kultur wird anfänglich gespielt“. In ihren Spielen bringt die Gemeinschaft ihre Deutung des Lebens und der Welt zum Ausdruck. „Dies ist nicht so zu verstehen, daß Spiel in Kultur umschlägt, vielmehr daß der Kultur in ihren ursprünglichen Phasen etwas Spielmäßiges eigen ist, ja daß sie in den Formen und der Stimmung eines Spiels aufgeführt wird“ (Taschenbuchausgabe Rowohlt-Verlag 2009, S. 57).

Daneben veröffentlichte er eine Geschichte der Universität Groningen im 19. Jahrhundert, Mensen en menigde in Amerika (1917) und Amerika levend en denkend (1926) zur Kultur und Geschichte der USA, eine Biographie des Erasmus von Rotterdam, eine Biographie des niederländischen Künstlers Jan Veth, eine Darstellung der niederländischen Kultur des 17. Jahrhunderts sowie die beiden Schriften Im Schatten von morgen (1935) und Geschändete Welt (posthum 1945), die sich kritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Gegenwart beschäftigten.

Zudem verfasste er kurz vor seinem Tode die kleine autobiographische Schrift Mein Weg zur Geschichte (postum 1947 erschienen).

Werke[Bearbeiten]

Verzamelde Werken (Gesamtausgabe)[Bearbeiten]

  • Bd. 1: Oud-Indië, Nederland., Haarlem: Tjeenk Willink [dort auch alle weiteren Bände], 1948.
  • Bd. 2: Nederland., Haarlem 1948.
  • Bd. 3: Cultuurgeschiedenis I., Haarlem 1949.
  • Bd. 4: Cultuurgeschiedenis II., Haarlem 1949.
  • Bd. 5: Cultuurgeschiedenis III., Haarlem 1950.
  • Bd. 6: Biografie., Haarlem 1950.
  • Bd. 7: Geschiedwetenschap, Hedendaagsche Cultuur., Haarlem 1950.
  • Bd. 8: Universiteit, Wetenschap en Kunst., Haarlem 1951.
  • Bd. 9: Bibliografie en Register., Haarlem 1953.

Deutschsprachige Ausgaben[Bearbeiten]

  • Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, ins Deutsche übersetzt von Tilli Jolles Mönckeberg. Drei Masken Verlag, München 1924.
    • Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden. Hrsg. von Kurt Köster. Deutsch von T. Wolf-Mönckeberg. Zweite, verbesserte Auflage. Drei-Masken-Verlag, München 1928.
    • Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und den Niederlanden. Dritte, durchgesehene Auflage. Kröner, Leipzig 1930 (11. Auflage. A. Kröner, Stuttgart 1975 / 12. Auflage. A. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-20412-6).
  • Erasmus. Deutsch von Werner Kaegi. Benno Schwabe, Basel 1928.
    • Europäischer Humanismus: Erasmus. (rowohlts deutsche enzyklopädie. Band Nr. 78). Rowohlt Verlag, Hamburg 1951.
    • Erasmus. Facsimile-Nachdruck der Ausgabe 1928. Mit zahlr. Holz- und Metallschnitten von Hans Holbein d. J. Schwabe, Basel 1988.
    • Erasmus. Eine Biographie. [Neuausgabe]. Mit aktualisierter Bibliographie. Nachwort v. Heinz Holezcek. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1993.
  • Wege der Kulturgeschichte. Studien. Deutsch von Werner Kaegi. Drei Masken Verlag, München 1930 (Pantheon, Amsterdam / Leipzig 1941).
  • Holländische Kultur des siebzehnten Jahrhunderts. Ihre sozialen Grundlagen und nationale Eigenart. Jena 1932 (im Original deutsch; eine holländische Neufassung 1941; deutsch: 1961)
  • Über die Verknüpfung des Poetischen mit dem Theologischen bei Alanus de Insulis. Noord-Hollandsche Uitg.-Mij, Amsterdam 1932.
  • Die Mittlerstellung der Niederlande zwischen West- und Mitteleuropa. B. G. Teubner, Leipzig u.a. 1933.
  • Im Schatten von morgen. Eine Diagnose des kulturellen Leidens unserer Zeit. Gotthelf Verlag, Bern 1935 (Zürich 1948).
  • Der Mensch und die Kultur. Bermann-Fischer, Stockholm 1938.
  • Homo Ludens. Versuch einer Bestimmung des Spielelements der Kultur. Pantheon, Amsterdam 1939.
    • Homo ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel (Rowohlts deutsche Enzyklopädie. Band 21). Rowohlt, 1956.
    • Homo ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. In engster Zusammenarbeit mit dem Verfasser aus dem Niederländischen übertragen von H. Nachod. Mit einem Nachwort von Andreas Flitner. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1987 (19. Auflage. Reinbek 2004, ISBN 3-499-55435-6).
  • Im Banne der Geschichte. Betrachtungen und Gestaltungen. Übertragen von Werner Kaegi und Wolfgang Hirsch. Akademische Verlagsanstalt Pantheon, Amsterdam 1942.
    • Im Banne der Geschichte. Betrachtungen und Gestaltungen. Revidierte schweizerische Lizenzausgabe. Occident/ Pantheon, Zürich/ Bruxelles 1942.
  • Wenn die Waffen schweigen. Die Aussichten auf Genesung unserer Kultur. Deutsch von Wolfgang Hirsch [Geschändete Welt]. Amsterdam 1945 / Burg, Basel 1945.
  • Parerga. Hrsg. von Werner Kaegi. Amsterdam/ Basel 1945.
  • Mein Weg zur Geschichte. Letzte Reden und Skizzen. Deutsch von Werner Kaegi. Schwabe, Klosterberg/ Basel 1947.
  • Schriften zur Zeitkritik (enthält: Im Schatten von morgen / Geschändete Welt). Pantheon, Bruxelles 1948 / Occident-Verlag, Zürich 1948.
  • Burgund. Eine Krise des romanisch-germanischen Verhältnisses, Tübingen 1952.
  • Das Problem der Renaissance. Tübingen 1953.
  • Geschichte und Kultur. Gesammelte Aufsätze. Hrsg. und eingeleitet von Kurt Köster. Kröner, Stuttgart 1954.
  • Holländische Kultur im siebzehnten Jahrhundert. Eine Skizze. Deutsch von Werner Kaegi. Fassung letzter Hand. Mit Fragmenten von 1932, Basel/ Stuttgart 1961.
    • Holländische Kultur im siebzehnten Jahrhundert. Eine Skizze. Fassung letzter Hand. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977.
    • Holländische Kultur im siebzehnten Jahrhundert. Eine Skizze. Fassung letzter Hand mit Fragmenten von 1932. Aus dem Niederländischen von Werner Kaegi, Mit einem Nachwort von Bernd Roeck. München 2007.

Weitere Werke[Bearbeiten]

  • Het aesthetisch bestanddeel van geschiedkundige voorstellingen. [Antrittsvorlesung], Haarlem 1905.
  • De geschiedenis der Groningse universiteit. 1914.
  • Mensch en menigde in Amerika, 1918.~
  • Amerika levend en denkend, Haarlem 1926.~
  • Amerika dagboek 14. april - 19. juni 1926. Hg. von A. van der Lem, Amsterdam 1993.~

~ alle drei Bücher in deutscher Sprache: Amerika, aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. Mit einem Nachwort von Thomas Macho. Wilhelm Fink Verlag, München 2011, ISBN 978-3-7705-5167-5.

  • Leven en werken van Jan Veth, Haarlem 1927.
  • Over de grenzen van spel en ernst in de cultuur. Rede, Haarlem: Tjeenk Willink, 1933.
  • A Definition of the Concept of History. In: Philosophy and History: Essays Presented to Ernst Cassirer. Edited by R. Klibansky and H.J. Paton, Oxford 1936, 1-10.
  • De wetenschap der geschiedenis, Haarlem 1937.
  • Men and Ideas. History, the Middle Ages, the Renaissance: Essays, New York: Meridian Books, 1959.
  • America: A Dutch Historian's Vision, from Afar and Near. Translated by H. H. Rowen, 1972.
  • De taak der cultuurgeschiedenis [Die Aufgabe der Kulturgeschichte] [Beiträge zur Geschichtstheorie]. Samengesteld, verzorgd en van een nawoord voorzien door W. E. Krul, Groningen: Historische Uitgeverij, 1995.
  • De Hand van Huizinga [Gesammelte Aufsätze]. Hrsg. von Willem Otterspeer, Amsterdam: Amsterdam University Press 2009.

Briefe[Bearbeiten]

  • Briefwisseling I: 1894–1924. Hg. von Léon Hanssen, W. E. Krul, A. van der Lem, Utrecht: Edition Veen, 1989.
  • Briefwisseling II: 1925–1933, Utrecht 1990.
  • Briefwisseling III: 1934–1945, Utrecht 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. s. Martin Finkenberger: "Während meines ganzen Lebens habe ich die Juden erforscht, wie ein Bakteriologe einen gefährlichen Bazillus studiert." JvL als antisemitischer Propagandaexperte bis 1945. In: Bulletin des Deutschen Historischen Instituts Moskau. Nr. 2. 2008, S. 88–99 online S. 90f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Kaegi: Johan Huizinga: zum Gedächtnis. Verlag Presseabteilung der Kgl. Niederländischen Gesandtschaft, 1945.
  • Kurt Köster: Johan Huizinga: 1872–1945. Mit einer Bibliographie. Verlag Europa-Archiv, 1947.
  • W. R. H. Koops, E. H. Kossmann, Gees van der Plaat (Hrsg.): Johan Huizinga, 1872–1972: papers delivered to the Johan Huizinga Conference, Groningen 11 - 15 Dec. 1972. Nijhoff, The Hague 1973, ISBN 90-247-1609-8.
  • Anton van der Lem: Johan Huizinga: leven en werk in beelden & documenten. Wereldbibliotheek, Amsterdam 1993, ISBN 90-284-1618-8.
  • Leon Hanssen: Ein deutscher Herbst. Zur Geschichte und Deutung von Huizingas Meisterwerk. In: Jattie Enklaar, Hans Ester (Hrsg.): Wechseltausch. Übersetzen als Kulturvermittlung: Deutschland und die Niederlande. Rodopi, Amsterdam/Atlanta GA 1995, ISBN 90-5183-914-6, S. 219–238.
  • Christoph Strupp: Johan Huizinga: Geschichtswissenschaft als Kulturgeschichte. Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-36242-0.
  • Christian Krumm: Johan Huizinga, Deutschland und die Deutschen. Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Nachbarn. Waxmann, Münster/ New York/ München/ Berlin 2011, ISBN 978-3-8309-2446-3.
  • Henning Trüper: Unordnungssysteme. Zur Praxis der Notizführung bei Johan Huizinga. In: zeitenblicke. 10,1 (9. August 2011) (online)
  • Klaus-Gunther WesselingHuizinga, Johan. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 18, Bautz, Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7, Sp. 672–694.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johan Huizinga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien