Johann von Halbig

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Johann Halbig, um 1860 (Fotografie: Franz Hanfstaengl)
Halbigs Löwe an der Hafeneinfahrt in Lindau

Johann Halbig (* 13. Juli 1814 in Donnersdorf (Unterfranken); † 29. August 1882 in München) war ein deutscher Bildhauer des Klassizismus und der Bruder von Andreas Halbig.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung [Bearbeiten]

Halbig besuchte die Akademie der bildenden Künste in München und war Schüler von Ernst Mayer (1796-1844) und wurde nach dessen frühem Tod 1845 Professor der Bildhauerei an der polytechnischen Schule.

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

König Ludwig I. wandte ihm zahlreiche Aufträge zu. So modellierte er 1835 die Löwen an der Alten Pinakothek, 1840 die Statuen der Roma und Minerva am Hofgarten, 1841-43 in Leo von Klenzes Auftrag das Modell eines Atlanten und 12 Modellskizzen für die kolossalen Figuren Raffaels, Tizians, Peter Paul Rubens' etc. am kaiserlichen Museum in Sankt Petersburg. 1844 schuf von Halbig zwei Bayerische Löwen und zwei Sphinxen für die Portale des Burgbergtunnels in Erlangen, dem ältesten Eisenbahntunnel Bayerns.[1]

Ferner lieferte er das Viergespann mit den kolossalen Löwen für das Siegestor in München (1847), ein Kruzifix in Bronze für den südlichen Friedhof daselbst (1850), ein anderes für die dortige Frauenkirche, zwei kolossale Löwen und ein Relief im Wittelsbacher Palast (1848), die Modelle zu den 18 Figuren an der Befreiungshalle zu Kelheim (die dementsprechenden Kolossalstatuen mit 5,80 m Höhe repräsentieren 18 deutschsprachige Volksstämme), die Statue des Königs Maximilian II. von Bayern im Hubertuskostüm zu Lindau (1854), den riesigen Löwen auf dem Hafendamm daselbst, das August von Platen-Denkmal für Ansbach (1858), einen Gedenkstein aus Marmor mit Büste des Malers Claude Lorrain, der 1865 vor dem St.-Anna-Kircherl in Harlaching aufgestellt wurde, die Statue Josef von Fraunhofers für München (1866), eine Emanzipationsgruppe für New York (1868), die Statue des Paladin Joseph in Pest (1860), viele Grabmonumente sowie Büsten, u.a. von Franz Graf von Pocci sowie eine, die wahrscheinlich Friedrich August Freiherrn von Gise zeigt, etc.

Seine letzte Hauptarbeit war die im Auftrag Ludwigs II. von Bayern ausgeführte kolossale Passionsgruppe für Oberammergau (1875). Er zeigte nicht nur einen tüchtigen dekorativen Sinn, sondern auch häufig seine Empfindung und sorgfältige Durchführung. Unter den hervorragenden Münchener Bildhauern war er der erste, der sich zu einer mehr realistischen Auffassung der Natur hinneigte.

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Ernst Eichhorn: Die Eisenbahn in der Kunst – Eisenbahn und Industriekultur (PDF; 2,0 MB). Stand 14. Februar 2012.