John Christopher

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John Christopher, Pseudonym für Christopher Samuel Youd (* 16. April 1922 in Knowsley, Lancashire, England[1]; † 3. Februar 2012[2] in Bath), war ein britischer Science-Fiction-Autor.

Leben[Bearbeiten]

Christopher Samuel Youd wurde 1922 im englischen Lancashire geboren. 1932 zog er mit seinen Eltern nach Hampshire. Schon in der Schule war er begeistert von Science-Fiction und als Teenager veröffentlichte er bereits ein kleines Fanmagazin mit dem Namen „The Fantast“. Seine Lieblingsautoren waren Aldous Huxley und Arthur C. Clarke. Im Alter von 16 Jahren verließ er die Schule und arbeitete für die Stadtverwaltung.

Von 1941 bis 1946 diente Samuel Youd in den Fernmeldetruppen der britischen Armee. Nach dem Krieg erhielt er ein Stipendium der Rockefeller Foundation für angehende Autoren, deren Karriere durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen worden war. Dies ermöglichte ihm, seinen ersten Roman The Winter Swan fertigzustellen. Das 1949 erschienene Buch war kein Science-Fiction-Werk.

Für den frisch verheirateten Familienvater reichte das Geld, das er als Autor verdiente, nicht aus. Er nahm eine Stelle im Auskunftsbüro eines Diamantenhändlers an. Schreiben konnte er nur noch in seiner Freizeit.

1954 erschien mit The Twenty Second Century, einer Sammlung von Kurzgeschichten, sein erstes Science-Fiction-Buch. Der erste Science-Fiction-Roman erschien 1955 unter dem Titel The Year of the Comet und hatte großen Erfolg, der bereits ein Jahr später von The Death of Grass (dt. Das Tal des Lebens) noch übertroffen wurde. The Death of Grass wurde 1970 unter dem Titel der amerikanischen Ausgabe (The Blade of Grass) verfilmt. Der Film blieb erfolglos und wurde von der Kritik allgemein als sehr schlechte Umsetzung bezeichnet.

Seine Karriere erreichte 1966 einen entscheidenden Wendepunkt: Samuel Youd war mit seiner Situation unzufrieden und suchte eine neue Herausforderung. Sein Verleger schlug ihm vor, ein Science-Fiction-Buch für Kinder zu schreiben. Youd war nicht begeistert von der Idee, entschied sich aber nach einiger Überlegung dazu, The White Mountains zu schreiben - der erste Teil einer Trilogie, die unter dem Titel The Tripods (deutscher Titel: Die dreibeinigen Monster) zum weltweiten Erfolg wurde. Erschienen sind die Bücher unter dem Pseudonym John Christopher.

Nach langem Leidensweg verstarb John Christopher am 3. Februar 2012 in Bath an den Folgeschäden einer Blasenkrebserkrankung.[3][4]

Pseudonyme[Bearbeiten]

  • John Christopher
  • William Godfrey
  • Hilary Ford
  • Peter Graaf
  • Peter Nichols
  • Anthony Rye
  • Stanley Winchester

Werke[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

Erschienen unter Samuel Youd und später neu aufgelegt unter John Christopher[Bearbeiten]

  • 1949: The Winter Swan (Dobson, London)
  • 1954: The Twenty-Second Century (Panther Books, London)
  • 1955: The Year of the Comet' (Joseph Books, London) aka Planet in Peril
  • 1956: The Death of Grass aka 'No Blade of Grass' (Deutscher Titel: Das Tal des Lebens Heyne, München 1971)
  • 1958: The Caves of Night (Neuauflage: Sphere Books, London 1984, ISBN 0-7221-2310-8)
  • 1960: The Long Voyage (May Fair Books, London) aka 'The White Voyage'
  • 1962: The World in Winter (Neuauflage Sphere Books, London 1978, ISBN 0-7221-2308-6) aka The Long Winter
  • 1964: Cloud on Silver (Hodder & Stoughton, London) aka Sweeney’s Island
The Possessors (Deutscher Titel: Die Unheimlichen)
  • 1965: A Wrinkle in the Skin aka The Ragged Edge (Deutscher Titel: Insel ohne Meer. Ein utopisch-technischer Roman Goldmann, München 1966)
  • 1966: The Little People (Hodder & Stoughton, London)

Erschienen unter John Christopher[Bearbeiten]

  • 1958: The Caves of Night
  • 1959: A Scent of White Poppies
  • 1960: The Long Voyage ("The White Voyage")
  • 1962: The World in Winter ("The Long Winter")
  • 1964: Sweeny’s Island ("Cloud on Silver")
  • 1964: The Possessors
  • 1965: A Wrinkle in the Skin ("The Ragged Edge")
  • 1966: The Little People
  • 1968: Pendulum (Joseph Books, London)

Jugendbücher[Bearbeiten]

Die Lotushöhlen („The lotus caves“). Arena, Würzburg 1982, ISBN 3-401-01407-2

Die dreibeinigen Monster (Tripods)[Bearbeiten]

  • 1988: 0. Die Ankunft der dreibeinigen Monster („When the tripods came“), ISBN 3-401-05874-6
  • 1967: 1. Dreibeinige Monster auf Erdkurs („The White Mountains“), ISBN 3-401-05872-X
2. Das Geheimnis der dreibeinigen Monster („The City of gold and lead“), ISBN 3-401-05873-8
3. Der Untergang der dreibeinigen Monster („The pool of fire“), ISBN 3-401-05918-1

Der Fürst von Morgen Trilogie[Bearbeiten]

  • 1970: Der Fürst von Morgen („The prince in waiting“). Maier, Ravensburg 1983 ISBN 3-596-85271-4
  • 1971: Hinter dem brennenden Land („Beyond the burning lands“), ISBN 3-473-38881-5
  • 1972: Das Schwert des Geistes („The sword of the spirits“), ISBN 3-473-38882-3
  • Die Trilogie wurde 2008 in der Reihe "Die Bücher mit dem blauen Band" beim S. Fischer Verlag unter dem Titel "Der Fürst von morgen : Roman-Trilogie" neu aufgelegt. Der Band enthält alle drei Teile und ein Nachwort von Dietmar Dath.

Die Feuerkugel-Trilogie[Bearbeiten]

Nicht übersetzt[Bearbeiten]

Erschienen unter Anthony Rye[Bearbeiten]

  • 1956: Giant’s Arrow

Erschienen unter William Godfrey[Bearbeiten]

  • 1956: Malleson at Melbourne
  • 1957: The Friendly Game

Erschienen unter Peter Graaf[Bearbeiten]

  • 1957: Dust and the Curious Boy (US: Give the Devil His Due)
  • 1958: Daughter Fair
  • 1959: The Sapphire Conference
  • 1962: The Gull’s Kiss

Erschienen unter Hillary Ford[Bearbeiten]

  • 1945: Felix Walking
  • 1959: Felix Running
  • 1965: Bella on the Roof
  • 1973: A Figure in Grey
  • 1974: Sarnia
  • 1975: Castle Malindine
  • 1976: A Bride for Bedivere

Erschienen unter Peter Nichols[Bearbeiten]

  • 1965: Patchwork of Death

Erschienen unter Stanley Winchester[Bearbeiten]

  • 1967: The Practice (dt. Die Praxis, Gottfried Bermann Fischer 1968)
  • 1968: Men with Knives (dt. In jenen Kreisen. Scherz 1970)
  • 1970: The Helpers
  • 1973: Ten Per Cent of Your Life

Erschienen unter Samuel Youd[Bearbeiten]

  • 1951: Babel Itself
  • 1952: Brave Conquerors
  • 1953: Crown and Anchor
  • 1954: A Palace of Strangers
  • 1955: Holly Ash (US: The Opportunist)
  • 1959: A Scent of White Poppies
  • 1962: Messages of Love
  • 1963: The Burning Bird (US: The Choice)
The Summers at Accorn

Kurzgeschichten[Bearbeiten]

  • Heimkehr (The New Wine). In: Peter Naujack: Science Fiction Geschichten, Diogenes 1962
  • Waidmannsheil. In: Magazine of Fantasy & Science Fiction Nr. 41 (Der Aufstand der Kryonauten), Heyne SF-Reihe Nr. 3454, 1. Auflage 1975
  • Sprung in die Verbannung. In: Galaxy 12, Heyne SF-Reihe Nr. 3138, 1969

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1970: No Blade of Grass, Regisseur: Cornel Wilde
  • 1984: The Tripods, BBC
  • 1986: Die Wächter, WDR
  • 1987: Leere Welt („Empty World“)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Samuel Youd – aka John Christopher – dies aged 89 Guardian vom 6. Februar 2012
  2. Samuel Youd, aka John Christopher (1922 – 2012)
  3. Samuel Youd, aka John Christopher (1922 – 2012). Abgerufen am 17. April 2013.
  4. Paul Vitello: John Christopher, Science Fiction Writer, Dies at 89. In: The New York Times, 7. Februar 2012.