Kåre Willoch

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Kåre Willoch
Willoch und Kohl in Wiesbaden 1988

Kåre Isaachsen Willoch (* 3. Oktober 1928 in Oslo) ist ein norwegischer konservativer Politiker. Er war Vorsitzender der Partei Høyre von 1970 bis 1974 und norwegischer Ministerpräsident von 1981 bis 1986.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Ab 1947 studierte Willoch Volkswirtschaft an der Universität Oslo und machte 1953 seinen Abschluss. Während des Studiums arbeitete er für den Norwegischen Reedereiverband, von 1954 bis 1963 als Sachbearbeiter beim Industrieverband. 1948 leistete Willoch seinen Militärdienst als norwegischer Besatzungssoldat in Deutschland.[1] 1954 heiratete er Anne Marie Jørgensen, das Paar hat drei gemeinsame Kinder.

Willoch war von 1957 bis 1989 Mitglied des norwegischen Parlaments Storting, Handelsminister in der kurzlebigen Regierung Lyng 1963 und erneut in der Regierung Borten 1965–1970.

Ministerpräsident[Bearbeiten]

Die Stortingswahl 1981 bescherte den Konservativen das beste Ergebnis seit 1924, ein Erfolg, der seither nicht mehr übertroffen werden konnte. Im Parlament bestand nun eine bürgerliche Mehrheit, die eine konservative Minderheitsregierung unterstützte. 1983 wurde die Regierung Willoch um Kristelig Folkeparti und Senterpartiet erweitert. Die Mehrheit dieser Koalition ging in der folgenden Wahl 1985 knapp verloren. Willochs Regierung blieb jedoch im Amt, bis die von ihr geplante Erhöhung der Benzinpreise 1986 nicht die Zustimmung der zwei Fortschrittspartei-Abgeordneten fand und Willochs Rücktritt auslöste.

Zu den Neuerungen der Regierungsperiode zählte die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, die Etablierung lokaler Radiosender und die Zulassung privater Kliniken. Eine seinerzeit kaum umstrittene Niedrigzinspolitik erhöhte die private Verschuldung. Gleichzeitig wurden die Einnahmen aus der Erdölförderung großzügig in den Wirtschaftskreislauf eingespeist, was zu einer Überhitzung der Konjunktur und schon wenig später zu einer Krise des norwegischen Bankensektors zwischen 1987 und 1991 führte. Außen- und verteidigungspolitisch unterstützte Willochs Regierung den NATO-Doppelbeschluss von 1979.

Abschluss der Karriere[Bearbeiten]

Nach seinem Rückzug aus dem Parlament wurde Willoch Fylkesmann von Oslo und Akershus, anschließend Vorstandsvorsitzender des Norwegischen Rundfunks NRK 1998–2000. Er war Präsident der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft in Norwegen und erhielt 2005 den Willy-Brandt-Preis.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rede zum 50. Jahrestag der Deutschlandbrigade (norwegisch, deutsch) abgerufen am 3. Februar 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kåre Willoch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Kåre Willoch – Zitate (Norwegisch)
Vorgängerin Amt Nachfolgerin

Gro Harlem Brundtland
Ministerpräsident von Norwegen
1981–1986

Gro Harlem Brundtland