Kadetrinne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kadetrinne (Mecklenburg-Vorpommern)
Blue pog.svg
Lage der Kadetrinne

Die Kadetrinne (sprich: Kadett-Rinne) dänisch: Kadetrenden, ist ein Seegebiet in der Mecklenburger Bucht der Ostsee zwischen der deutschen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Insel Falster auf dänischer Seite. Sie gilt als eines der schwierigsten und gefährlichsten Gewässer der gesamten Ostsee.

Die steilwandige Rinne hat eine Länge von etwa 20 sm und ist 10 bis 30 m tief. Unter anderem wegen des Gedser Riffs verringert sich an der schmalsten Stelle der schiffbare Bereich (je nach Tiefgang des Schiffes) auf 500 bis 1000 Meter und erfordert gleichzeitig einen Kurswechsel von etwa 90°. Sie ist mit ca. 63.000 Durchfahrten jährlich einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas. Davon waren im Jahr 2006 etwa 9.000 Durchfahrten Tankerpassagen, etwa 5.100 in West- und 3.900 in Ostrichtung. Die Zahl der Durchfahrten nimmt dabei stark zu, was sich insbesondere durch vergrößerte Ölhäfen am finnischen Meerbusen und die erhöhte Zahl russischer Öltanker erklärt – deren Anzahl hat sich zwischen 1997 und 2006 vervierfacht.[1]

Seit Jahren gibt es Bestrebungen, durch eine Lotsenpflicht die Schiffssicherheit in der Kadetrinne zu erhöhen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung bezeichnet sie als „unverzichtbares und wohl kurzfristig einziges Mittel“, um Grundberührungen zu vermeiden. Die Kadetrinne liegt aber nach dem Seerechtsübereinkommen in internationalen Gewässern. Das einzige Gremium, das hier eine Lotsenpflicht verordnen könnte, ist die IMO. Sie empfiehlt zwar die Aufnahme eines Lotsen ab einem Tiefgang von 13 Metern. Eine Lotsenpflicht kann sie aber nur anordnen, wenn alle Anrainerstaaten zustimmen. Wegen der konsequenten Ablehnung durch die russische Regierung ist auch weiterhin kaum mit einem Durchbruch zu rechnen.[1]

Das Gewässer diente früher der dänischen Kriegsmarine als Manövergebiet. Daran erinnert der dänische Name, der „Kadetten-Rinne“ bedeutet.

Eine feste Rostock-Gedser-Querung, die die Kadetrinne überspannen würde, wurde als Alternative zur festen Fehmarnbelt-Querung vorgeschlagen, aber verworfen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Antwort der Landesregierung Schleswig-Holstein auf eine kleine Anfrage von Heiner Garg „Tankschiffverkehr in der Ostsee“. Abgerufen am 11. Juli 2010 (PDF; 65 kB, Landtagsdrucksache 16/1334).

54.45277777777812.194722222222Koordinaten: 54° 27′ 10″ N, 12° 11′ 41″ O