Kapsch AG

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Kapsch Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1892
Sitz Wien, Österreich
Leitung Georg Kapsch (Vorstandsvorsitzender)
Kari Kapsch (operativer Vorstand)
Franz Semmernegg (Finanzvorstand)[1]
Mitarbeiterzahl 5734 (Wirtschaftsjahr 2014/15)[2]
Umsatz 908,8 Mio. EUR (Wirtschaftsjahr 2014/15)[2]
Branche Informationstechnik
Website www.kapsch.net

Die Kapsch AG mit Firmensitz in Wien und weltweiten Niederlassungen ist ein Telekommunikations- und Verkehrstelematikkonzern. Im Wirtschaftsjahr 2014/2015 erzielte das Unternehmen mit insgesamt 5734 Mitarbeitern einen Umsatz von 908,3 Millionen Euro.[2]

Geschichte

Altes Firmengebäude der Kapsch & Söhne

Johann Kapsch (1845–1921) gründete im September 1892 in Wien eine feinmechanische Werkstätte, zu deren Kunden sehr bald die k.k. Post- und Telegraphenverwaltung gehörte. 1916 wurde das Unternehmen in die Telefon- und Telegrafen-Fabriks-Aktiengesellschaft Kapsch & Söhne umgewandelt. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Elektrotechnik erweiterte sich die Produktpalette um elektrochemische Erzeugnisse, wie Kondensatoren und Batterien. Ab 1923 produzierte Kapsch die ersten Radio-Empfangsgeräte, die ersten Fernsehapparate sollten 1955 folgen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kapsch in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Post maßgeblich am Wiederaufbau des Telefonnetzes beteiligt.[3][4]

Ab 1978 erfolgte mittels einer eigenen Leiterplattenerzeugung eine Ausrichtung auf digitale Nachrichtensysteme. 1984 wurde mit der Fertigung von C-Netz-Mobiltelefonen begonnen. Ein Jahr später war Kapsch an der Einführung der digitalen Infrastruktur in Österreich und Ungarn beteiligt. Das Kapsch-Zugtelefon wurde erstmals bei den Österreichischen Bundesbahnen eingesetzt.

Von 1989 bis 1999 wurden Auslandstochtergesellschaften und Repräsentanzen in Ungarn, Tschechien, Polen, Slowakei, Ukraine, Russland, Slowenien und Kroatien gegründet. Eine Beteiligung an der Entwicklung und Einführung der ISDN- und GSM-Technologie erfolgte 1989. Im Jahr 1994 fand das Zugfunksystem von Kapsch bei europäischen Bahnen Anwendung. 1995 wurde das elektronische Ökopunktsystem in Österreich umgesetzt. Die Übernahme der Verkehrsleittechnik von Bosch und Saab erfolgte im Jahr 2000, weiters wurden Beteiligungen und Niederlassungen in Asien, Australien, Südamerika und Südafrika gegründet. 2001 wurde die Schrack BusinessCom übernommen.

2002 erfolgte die Gliederung der Kapsch Gruppe in drei schwerpunktmäßige Geschäftsbereiche:

Kapsch BusinessCom: IKT Servicepartner für Klein-, Mittel- und Großbetriebe
Kapsch CarrierCom: Globaler Systemintegrator und Anbieter von End-to-End-Telekomlösungen für Mobil-, Festnetz- und Bahnbetreiber, den Personennahverkehr und Unternehmen, die M2M-Lösungen benötigen
Kapsch TrafficCom: Anbieter von intelligenten Verkehrssystemen (IVS)

2003 wurde durch die Kapsch TrafficCom das österreichische Mautsystem verwirklicht, 2004 wurde das Lkw-Mautsystem in Betrieb genommen. Es erfolgte die Gründung von Repräsentanzen in China sowie die einer Niederlassung in Kroatien. Mit der Gründung der Kapsch Telematic Services GmbH im Jahr 2005 ging auch die Gründung von Niederlassungen in der Tschechischen Republik und Ungarn einher. 2006 wurde durch die Kapsch TrafficCom ein Mautsystem in Tschechien umgesetzt. Die Kapsch TrafficCom erhielt 2009 den Zuschlag für die Realisierung des Gauteng-Mautprojektes in Südafrika.[5]

Kapsch BusinessCom

Gebäude der Kapsch BusinessCom AG

Die aus der Übernahme im Jahr 2001 der Schrack BusinessCom AG entstandene Kapsch BusinessCom AG ist Anbieter für Produkte und Dienstleistungen im Telekommunikations- und Netzwerkbereich und für IT-Lösungen. Sie ist durch Niederlassungen in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Bulgarien, der Ukraine und Polen vertreten.

Das Unternehmen gehört u.a. zu den regionalen Vertriebs- und Integrationspartnern von Technologie-Unternehmen im IT-, Netzwerk- und TK-Bereich: Cisco Gold Certified Partner [6], Microsoft Gold Partner [7], Aastra Training Provider. [8]

Für das österreichische e-Card-System produzierte die Kapsch BusinessCom den Card Reader und die GINA-Box, die in der Ordination aufgestellt wird. [9]

Kapsch CarrierCom

Kapsch CarrierCom AG wurde 1982 als Austria Telecommunication (AT) in Form eines 50 %-Joint-Ventures der österreichischen Telekommunikationsunternehmen Kapsch und Schrack gegründet. Ende 1995 erwarb Kapsch den 50%igen Ericsson-Schrack Anteil der AT Aktien und wurde dadurch alleiniger Eigentümer.

Im Jahr 2000 wurde die AT im Zuge der Umstrukturierung der Kapsch Gruppe zur heutigen Kapsch CarrierCom umbenannt. [10]

Kapsch CarrierCom ist Anbieter für Kommunikationstechnologie für Betreiber von Fest-, Mobil- und Datennetzen. Dabei stehen Services und Applikationen für Next-Generation-Networks bzw. OSS/BSS-Lösungen sowie Beratung, Design, Entwicklung, Errichtung und Integration bis hin zur Wartung und den Betrieb kompletter Netze im Vordergrund.

Durch die Übernahme der Eisenbahn-Kommunikationssparte des US-Konzerns Nortel verfügt die Kapsch CarrierCom 2010 über 58 % Weltmarktanteil.[11] Diese Übernahme brachte Kapsch auch einen Produktionsstandort im chinesischen Foshan Shunde ein. Nur ein Jahr später folgte jedoch schon die Rückverlagerung nach Wien-Liesing.[12]

Kapsch TrafficCom

Lkw-Maut Kapsch in der Tschechischen Republik

Die Kapsch TrafficCom AG ist ein Anbieter von Verkehrstelematik-Lösungen. Das Unternehmen entwickelt vorrangig elektronische Mautsysteme und bietet den technischen und kommerziellen Betrieb dieser Systeme an. Außerdem bietet die Firma Verkehrsmanagement-Lösungen mit den Schwerpunkten Verkehrssicherheit und Verkehrssteuerung, elektronische Zutrittskontrollsysteme, vollautomatische Videodetektion und Systeme zur Parkraumbewirtschaftung an.[13] Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien und verfügt über Tochtergesellschaften und Repräsentanzen in 23 Ländern. [14]

Kapsch TrafficCom errichtete das österreichische LKW-Mautsystem, welches 2004 in Betrieb ging. Im Jahr 2006 wurde das gleiche System zunächst in Tschechien[15] und im Jahr 2011 auch Teile der polnischen Autobahnen[16] in Betrieb genommen. In Polen soll der Rest 2013 in Betrieb genommen werden.[17]

Seit Juni 2007 notieren gut 30 % der Kapsch TrafficCom im Prime Market der Wiener Börse. Die restlichen Anteile verbleiben im Besitz der Kapsch-Gruppe.[18] [19]

Im Geschäftsjahr 2014/15 erwirtschaftete die Firma einen Umsatz in Höhe von 456,4 Mio. Euro sowie einen Gewinn in Höhe von 32,7 Mio. Euro (EBIT).[20]

Einzelnachweise

  1. Management-Team der Kapsch Gruppe
  2. a b c Kapsch Geschäftsbericht 2014/15
  3. Diplomarbeit: Familiengeschichte der Firma Kapsch, Schöpf,S., 2008, Wien https://othes.univie.ac.at/675/1/05-27-2008_9207513.pdf
  4. Unternehmenshistorie der Kapsch Gruppe https://www.kapsch.net/de/aboutus/factsandfigures/Pages/companyhistory.aspx
  5. Kapsch TrafficCom Schweden sichert sich mit Gauteng Mautprojekt in Südafrika eines der größten Mautprojekte weltweit https://www.kapsch.net/de/press/articles/Pages/ktc_090919_pr.aspx
  6. Kapsch BusinessCom baut führende Stellung als Cisco Goldpartner weiter aus https://www.kapsch.net/de/kbc/press/articles/Pages/kbc_090527_pr.aspx
  7. Microsoft Gold Partner https://solutionfinder.microsoft.com/Partners/PartnerDetailsView.aspx?partnerid=c1a7fb28e4eb4f6790409056024c463c
  8. Astra Training Providers http://tolv.aastra.com/education/training_providers.shtml
  9. Kapsch BusinessCom AG bietet Gesamtpaket für E-Card Infrastruktur http://www.portel.de/nc/nachricht/artikel/38259-kapsch-businesscom-bietet-gesamtpaket-fuer-e-card-infrastruktur/
  10. Geschichte der CarrierCom AG https://www.kapsch.net/de/kcc/about_us/Erfolgsstory/Pages/default.aspx
  11. Kapsch CarrierCom neuer GSM-R-Weltmarktführer http://www.boerse-express.com/pages/869080/newsflow boerse-express.com am 1. April 2010
  12. Die Presse: Kapsch: Einmal China und zurück; 1. Jänner 2012; abgerufen am 30. Mai 2012
  13. EANS-Adhoc: Kapsch TrafficCom AG
  14. Presseaussendung: Ergebnisse der ordentlichen Hauptversammlung https://www.kapsch.net/de/ktc/press/articles/Pages/ktc_090624_pr.aspx
  15. Intelligente schlüsselfertige Betreiberdienste für Maut- u. Verkehrsmanagementsysteme abgerufen am 15. Jänner 2011
  16. Elektronisches Mautsystem in Polen von Kapsch TrafficCom erfolgreich in Betrieb genommen abgerufen am 6. Juli 2011
  17. Mautspezialist Kapsch rutscht in die roten Zahlen im Wirtschaftsblatt vom 24. August 2012 abgerufen am 30. November 2012
  18. Kapsch TrafficCom-Aktie feiert heute ersten Handelstag http://www.boerse-express.com/pages/583213/
  19. Prime Market der Wiener Börse http://www.wienerborse.at/marketplace_products/segmentation/equitymarket/teilnehmer.html
  20. Kapsch Group Annual Report 2015

Weblinks

Koordinaten: 48° 10′ 14,3″ N, 16° 20′ 1,1″ O