Wienerberger

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Wienerberger AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000831706
Gründung 1819
Sitz Wien, Österreich
Leitung Heimo Scheuch (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 11.893[1]
Umsatz 1.915,4 Mio. EUR[1]
Branche Baustoffe
Website www.wienerberger.com
Stand: 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die Wienerberger AG ist mit 230 Werken in 30 Ländern der größte Ziegelproduzent weltweit, die Nr. 1 bei Tondachziegeln in Europa und hält führende Positionen bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen in Europa. Die Konzernzentrale des Unternehmens befindet sich in Wien, im Jahr 2013 (2012) waren 11.893 (13.060) Mitarbeiter beschäftigt.[1][2]

Durch den Trend in den USA, Bauten aus festen Baustoffen zu errichten, der nicht zuletzt durch den Hurrikan Katrina im Jahr 2005 gesteigert wurde, gelang es Wienerberger auch in den USA durch General Shale Brick Inc. zur Nummer eins aufzusteigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1819 von Alois Miesbach (1791–1857) in Wien gegründet. Basis waren die reichen Vorkommen an tonhaltigen Lehmen am Südrand von Wien (Raum Wienerberg). Auf dem geschichtsträchtigen Boden wurden von Miesbach im Jahr 1841 zahlreiche Meilensteine aus dem Römischen Reich aus der Zeit des zweiten und dritten Jahrhunderts gefunden. Die Funde befinden sich im Kunsthistorischen Museum.[3]

Nach dessen Tod im Jahre 1857 wurde das Unternehmen von seinem Neffen Heinrich von Drasche-Wartinberg übernommen und auf einen Mitarbeiterstand von knapp 10.000 gebracht. Die Arbeitsbedingungen in den Ziegelgruben waren branchenüblich schlecht und hatten sich 1869 nach dem Börsengang des Unternehmens weiter verschlechtert. Die meist aus Böhmen und Mähren stammenden Lohnarbeiter („Ziegelböhm“) mussten im Schnitt 15 Stunden täglich arbeiten, Wochenende oder arbeitsfreie Tage gab es nicht. Der Lohn wurde überdies meist nicht in Geld sondern in Blechmarken ausbezahlt (Trucksystem; „truck“ bedeutet Tausch bzw. Tauschhandel), die nur in den betriebseigenen Kantinen eingelöst werden konnten. Diese Zustände griff der junge Arzt und Journalist Victor Adler in seinen sozialkritischen Reportagen auf, die eine Entwicklung einleiteten, die Victor Adler 1888 zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und erfolgreichen Sozialreformer werden ließen. Bei den Ziegelwerken brachte sie zunächst die Abschaffung des Trucksystems und nach dem Ziegelarbeiterstreik des Jahres 1895 weitere soziale Reformen.

Die Gesellschaft konnte vom großen Bauboom der Gründerzeit profitieren und schüttete im Jahr 1887 insgesamt 490.000 Gulden an Dividende aus, was einem Gewinnanteil von 12 Prozent entsprach. Auch in Kroatien, Ungarn und Böhmen hatte die Firma Werke, die sie aber infolge des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 verlor. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1945 große Teile der Erzeugungsstätten bei Wien durch Bombenangriffe zerstört.

Schwierigen Zeiten nach Kriegsende und der erfolgreiche Vormarsch des Baustoffes Beton erforderte eine Expansion auch in diesem Bereich. Der Bedarf an Baumaterialien zur Sanierung der Kriegsschäden brachte nach dem Krieg einen erneuten Aufschwung.

Blick von der A9 auf das Werk in Eisenberg
Auswahl Ziegelprogramm

Im Jahr 1969 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und damit das Recht zur Führung des Bundeswappens im Geschäftsverkehr.

Im Jahre 1986 begann die Wienerberger AG unter der Leitung von Erhard Schaschl, Wolfgang Reithofer und Paul Tanos internationale Standorte aufzubauen und übernahm zuerst deutsche Hersteller, so die Firma Oltmanns aus Jeddeloh I, den bis dahin europaweit führenden Hersteller von Porotonziegeln. 1990 baute sie auch sofort nach der Ostöffnung ihre Standbeine in den ehemals Ostblock-Ländern aus (1990 Ungarn).

Die Konzernzentrale ist in Wien im Vienna Twin Tower, die Österreichzentrale nach wie vor im Gebiet der Gründung in Hennersdorf südlich der Wiener Stadtgrenze in Niederösterreich.

Nach weiteren Übernahmen (1996: Terca/Benelux, 1999: General Shale/USA, ZZ Wancor/Schweiz, Mabo/Skandinavien, 2000: Cherokee Sanford/USA, 2001: Optiroc/Nordeuropa, 2002: Hanson plc/Europa, 2003: Koramic Roofing) entwickelt sich der Konzern Anfang der 2000er Jahre zum Weltmarktführer auf dem Ziegelsektor und der Nummer zwei bei Dachziegeln.

Aufgrund des hohen Engagements in Zentral und Osteuropa musste Wienerberger in der ersten Hälfte des Jahres 2009 einen Verlust von 204 Mio. € hinnehmen, der Umsatz fiel im gleichen Zeitraum um fast 30 %. Im gleichen Zeitraum konnte der Wert pro Aktie um 19 % zulegen[4]. Infolge dieser Entwicklungen hat die Wienerberger AG am 14. September 2009 eine Kapitalerhöhung mit bis zu 33.579.075 neue Aktien angekündigt, was 40 % des bestehenden Aktienkapitals entspricht.[5]

Im Jahr 2012 übernahm Wienerberger auch die zweite Hälfte vom Rohrhersteller Pipelife von der Schweizer Firma Solvay.[6]

Umsatzentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Umsatz EBITDA EBIT
2003 1.826,9 Mio. € 349,9 Mio. € 190,2 Mio. €
2004 1.758,8 Mio. € 405,4 Mio. € 257,5 Mio. €
2005 1.954,6 Mio. € 428,4 Mio. € 270,3 Mio. €
2006 2.225,0 Mio. € 471,9 Mio. € 299,6 Mio. €
2007 2.447,3 Mio. € 551,2 Mio. € 353,1 Mio. €
2008 2.431,4 Mio. € 440,1 Mio. € 239,8 Mio. €
2009 1.816,9 Mio. € 208,6 Mio. € 19,0 Mio. €
2010 1.744,8 Mio. € 210,8 Mio. € 10,7 Mio. €
2011 1.915,4 Mio. € 240,4 Mio. € 40,0 Mio. €[7]
2012 2.355,5 Mio. € 245,5 Mio. € 31,0 Mio. €[1]
2013 1.915,4 Mio. € 240,4 Mio. € 40,0 Mio. €[1]

Architekturpreis[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 hat Wienerberger den Architekturpreis Brick Award ins Leben gerufen, der seither alle zwei Jahre vergeben wird. Ausgezeichnet werden innovative und kreative Ziegelgebäude. Eingereicht werden die weltweit herausragenden Bauten aus Ziegelprodukten von internationalen Architekturkritikern und Architekturjournalisten. Diese „Architektur-Scouts“ recherchieren für Wienerberger weltweit Bauten aus Ziegel, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Bandbreite der Anwendungen reicht von Gebäudelösungen mit klassischem Wand- und Fassadenziegel über den kreativen Einsatz von Dach- bis zu Pflasterziegel. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die natürliche Einbettung in die Umgebung, die Geometrie, den Charakter sowie die Qualität des Gebäudes und dessen Lichtverhältnisse gelegt. Der Wienerberger Brick Award 2012 ist mit insgesamt 27.000 Euro dotiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Geschäftsbericht 2013
  2. Wienerberger at a Glance
  3.  Commons: Ausgrabungen antiker Gegenstände a. o. Wienerberge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  4. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boerse/bwien/386158/index.do?_vl_pos=r.5.MOST Wienerberger: 204 Millionen Euro Verlust - Aktie legt 19 Prozent zu
  5. Ad hoc: Wienerberger startet Kapitalerhöhung
  6. Wienerberger übernimmt Rohrhersteller Pipelife auf ORF vom 15. Februar 2012 abgerufen am 15. Februar 2012
  7. Geschäftsbericht 2011 abgerufen auf http://www.wienerberger.com/investor-relations/reports-presentations/reports/annual-reports

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wienerberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.16832783444416.345481529167Koordinaten: 48° 10′ 6″ N, 16° 20′ 44″ O