Karl Durspekt

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Karl Franz Durspekt (* 23. November 1913 in Wien; † 14. Februar 1978) war ein österreichischer Fußballspieler.

Biographie[Bearbeiten]

Als Sohn eines Lokomotivführers arbeitete Karl Durspekt zunächst als Schriftsetzer, wurde dann professioneller Fußballspieler. Er lebte als junger Mann mehrere Jahre in Rouen (Frankreich) und sprach außerdem fließend französisch und schwedisch. Schweden wurde später zu seiner zweiten Heimat. 1940 heiratete er in Wien Anna Svatos.

In seiner aktiven Laufbahn spielte er zunächst bei Admira Wien und wurde dort mehrmals österreichischer Meister und Pokalsieger. Mit Admira nahm er außerdem 1934 am Mitropa-Cup teil, indem er insgesamt in zehn Spielen vier Tore erzielte. Durspekt erreichte mit Admira das Finale, musste sich dort aber dem FC Bologna geschlagen geben (3:2, 1:5).

Von 1935 an stand er beim FC Rouen unter Vertrag, wo er zu dem in Frankreich legendären „Bombensturm“ (frz.: attaque mitrailleuse) um Jean Nicolas, Roger Rio und Marceau Lhermine gehörte, der in 34 Zweitligaspielen 119 Treffer schoss – ein Dutzend davon, bei nur 20 Einsätzen erzielt, gingen auf Durspekts Konto – und in die Division 1 aufstieg. Auch auf dem höheren Niveau behaupteten sich die „Roten Teufel“ und schlossen die folgenden beiden Jahre jeweils auf dem vierten Tabellrang ab. 1938 verließ er den Verein.[1]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 spielte er, wieder mit der Admira, 1939 um die deutsche Meisterschaft und wurde Vizemeister (0:9 gegen FC Schalke 04). Nach seiner Zeit bei Admira spielte der Stürmer für den Floridsdorfer AC. Während des Zweiten Weltkriegs wechselte er zum LSV Markersdorf an der Pielach. Der Militärflugplatz Markersdorf diente damals als „Auffanglager“ für eingerückte Fußballspieler, die von ihren Stammvereinen dorthin versetzt wurden, darunter so bekannte österreichische und deutsche Fußballprofis wie Karl Sesta und Max Merkel. Dem LSV Markersdorf gelang es in diesen Jahren Meister der Gauliga Niederdonau zu werden und in die Gaulliga Donau-Alpenland aufzusteigen, der damals höchsten ostmärkischen Spielstufe.

Nach dem Krieg kehrte Durspekt für drei Jahre zum FAC zurück, danach beendete er seine Laufbahn beim SC Nord-Wien 1912.

Durspekt bestritt 1935 zwei Länderspiele für Österreich und erzielte ein Tor (gegen Tschechoslowakei 0:0 und Ungarn 3:6).

Nach dem Krieg beendete er seine aktive Laufbahn als Spieler und betätigte sich unter anderem in Ägypten, Griechenland, Schweden, Norwegen und der Schweiz als Trainer. Der SV Wimpassing (ab 1950), FC Locarno (1953–1954), Åtvidabergs FF (1956–1957), SV Rapid Lienz (1966–1967), IK Start Kristiansand (1972) waren einige seiner Stationen.

1978 starb Durspekt im Alter von 64 Jahren.

Stationen[Bearbeiten]

Anmerkungen und Nachweise[Bearbeiten]

  1. Zu Durspekts Zeit und Einsatz-/Trefferzahlen bei Rouen siehe die Angaben in Almanach du football éd. 1935/36., Paris 1936, S. 75; Almanach du football éd. 1936/37., Paris 1937, S. 46; Marc Barreaud: Dictionnaire des footballeurs étrangers du championnat professionnel français (1932-1997)., L’Harmattan, Paris 1998, ISBN 2-7384-6608-7, S. 25; die Tatsache als solche bestätigen auch David Forster, Bernhard Hachleitner, Robert Hummer und Robert Franta: „Die Legionäre“. Österreichische Fußballer in aller Welt., Lit, Berlin/Münster/Wien/Zürich/London 2011, ISBN 978-3-643-50205-6, S. 258.