Max Merkel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max Merkel

Max Merkel, 1968

Spielerinformationen
Geburtstag 7. Dezember 1918
Geburtsort WienÖsterreich
Sterbedatum 28. November 2006
Sterbeort PutzbrunnDeutschland
Position Verteidiger
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1937
1937–1942
1942–1945
1945–1946
1946–1954
SK Rapid Wien
Wiener Sport-Club
LSV Markersdorf
Wiener Sport-Club
SK Rapid Wien
1 (0)



145 (7)
Nationalmannschaft
1939
1952
Deutschland
Österreich
1 (0)
1 (0)
Stationen als Trainer

1955–1956
1956–1958
1958–1961
1961–1966
1967–1969
1969–1971
1971–1973
1974–1975
1975–1976
1976–1977
1981–1982
1983
HBS Den Haag
Niederlande
SK Rapid Wien
Borussia Dortmund
TSV 1860 München
1. FC Nürnberg
FC Sevilla
Atlético Madrid
TSV 1860 München
FC Schalke 04
FC Augsburg
Karlsruher SC
FC Zürich
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Max Merkel (* 7. Dezember 1918 in Wien; † 28. November 2006 in Putzbrunn, Oberbayern) war ein österreichischer Fußballspieler und Trainer. Als Aktiver feierte er seine größten Erfolge bei Rapid Wien, als Trainer konnte er neben Rapid auch den TSV 1860 München, den 1. FC Nürnberg und Atlético Madrid zum Meister machen. Nach seiner Trainerlaufbahn schrieb er zahlreiche Bücher über Fußball und war als Zeitungskolumnist aktiv.

Leben[Bearbeiten]

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Max Merkel kam durch ein Zeitungsinserat zum Nachwuchs von SK Rapid Wien. Obwohl er eigentlich Stürmer werden wollte, wurde er von Anfang an als Verteidiger eingesetzt, was er seine ganze Karriere blieb. Nachdem er nach seinem Debüt 1937 in der Kampfmannschaft der Hütteldorfer nicht mehr zum Einsatz kam, wechselte er vorerst nach Dornbach zum Wiener Sport-Club. Unterbrochen wurde seine Fußballkarriere durch den Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit kam er auch am 27. August 1939 als einer von acht Österreichern unter Reichstrainer Sepp Herberger im Spiel der „großdeutschen“ Fußballnationalmannschaft gegen die Slowakei zum Einsatz. Der Krieg brachte es mit sich, dass Max Merkel zeitweise nur beim LSV Markersdorf an der Pielach spielen konnte, einem Luftwaffenstützpunkt, der als eine Art „Auffanglager“ für eingerückte Fußballspieler diente. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Max Merkel schließlich 1946 nach Hütteldorf zurück, wurde mit Rapid in der Folgezeit insgesamt viermal Meister und gewann 1951 auch den Zentropapokal. Am 22. Juni 1952 bestritt er sein einziges Länderspiel für Österreich gegen die Schweiz.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Seine Trainerkarriere begann Max Merkel in den Niederlanden, trainierte dort zunächst sechs Monate lang den HBS Den Haag. Seine Monatsgage soll 700 Mark betragen haben. Anschließend übernahm er von 1955 bis 1956 das Traineramt bei der niederländische Nationalmannschaft, mit der er in 10 Spielen zwischen April 1955 und Juni 1956 sieben Siege, ein Unentschieden bei zwei Niederlagen erreichte. In diesen Zeitraum fiel 1956 auch der erste Sieg einer niederländischen Nationalelf über die deutsche Auswahl seit 24 Jahren.[1] Seine einzige Trainerstation in Österreich war neben SC Landhaus von 1956 bis 1958 der SK Rapid Wien, wo er gemeinsam mit seinem ehemaligen Spielerkollegen Franz Binder und Ernst Happel als Betreuer 1957 Meister wurde.

Seine wohl größten Erfolge als Trainer feierte er allerdings in der BR Deutschland und Spanien. Seine erste Station in der BR Deutschland war Borussia Dortmund. Merkel verjüngte die Mannschaft und erreichte 1961 das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das allerdings gegen den 1.FC Nürnberg 0:3 verloren ging. Den TSV 1860 München, bei dem er mit 3000 Mark monatlich entlohnt worden sein soll[2], führte er 1963 in die neugegründete Fußball-Bundesliga und wurde mit den „Löwen“ 1964 DFB-Pokal-Sieger und 1966 auch Meister. 1965 erreichte er mit der Mannschaft das Europapokalfinale der Pokalsieger. Das Spiel ging vor 100.000 Zuschauern im Wembley-Stadion mit 0:2 gegen West Ham United verloren. In die Saison nach der Meisterschaft starteten die Löwen schlecht und standen bis zum 11. Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz. Merkel führte die Mannschaft dann noch auf Platz 8 und am 17. November 1966 konnte seine Mannschaft im Achtelfinalhinspiel des Europapokals der Landesmeister mit 1:0 gegen Real Madrid gewinnen, verlor aber das Rückspiel 14 Tage später in Madrid mit 1:3. Danach überwarf er sich aber mit der Mannschaft und wurde nach dem 16. Spieltag entlassen.[3] Am 1. Januar 1967 übernahm er den auf dem 14. Platz stehenden 1. FC Nürnberg, mit dem er die Saison als Zehnter abschloss, während die Löwen die Saison als Vizemeister beendeten - die bis dato beste Platzierung nach der Meisterschaft. In der Folgesaison feierte er überraschend mit den Nürnbergern die nächste und bis dato letzte Meisterschaft der Franken. Wieder startete er mit dem Meister in der Bundesliga schlecht in die Folgesaison und schied bereits in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister gegen Ajax Amsterdam (damals noch keine Größe des europäischen Vereinsfußballs) aus. Er konnte die Mannschaft zwar noch bis auf Platz 7 am fünften Spieltag führen, danach folgte aber der langsame Abstieg bis auf Platz 16 am Ende der Hinserie. Mit Beginn der Rückrunde rangierte der Club auf dem letzten Tabellenplatz und wieder zerbrach die Spieler-Trainer-Beziehung. Im März verließ Merkel den Tabellenletzten. Unter Nachfolger Kuno Klötzer konnten sich die Franken zwar noch um einen Platz verbessern, am Ende stieg der 1. FC Nürnberg aber als bis dato einziger Meister ab.[4]

Von 1971 bis 1973 war er Trainer von Atlético Madrid. In Spanien gewann Max Merkel die nationale Meisterschaft, den Pokal und den Ligapokal mit den Madrilenen und wurde dann von Luis Aragonés abgelöst.

Von Juli 1975 bis zu seiner Entlassung im März 1976 trainierte Merkel den FC Schalke 04. Er hatte sich mit dem Verein kaum identifiziert, was durch Sprüche deutlich wurde wie: „Das Schönste an Gelsenkirchen war schon immer die Autobahn nach München“ und „Er wird nie Kopfweh bekommen, weil er seinen Kopf nie zum Denken benutzen wird. Ehe er Nationalspieler wird, werde ich Sänger an der Metropolitan Opera.“ (über den späteren 19maligen Schalker Nationalspieler Rüdiger Abramczik)

1979 wurde Merkel vom Präsidenten des FC Bayern München Wilhelm Neudecker im Alleingang als Trainer unter Vertrag genommen. Die Spieler weigerten sich jedoch, Merkel als Trainer zu akzeptieren, was zum Rücktritt Neudeckers führte. Obwohl Merkel nicht ein einziges Mal auf dem Trainingsplatz stand, erfüllte der FC Bayern die im Zweijahresvertrag eingegangenen Verpflichtungen.[5]

Nach dem Fußball[Bearbeiten]

Max Merkels Grab

In den 1980er Jahren machte Max Merkel vor allem als Kolumnist der Bild-Zeitung von sich reden. Er war einer der schärfsten Kritiker von Bundestrainer Jupp Derwall, bevor dieser 1984 entlassen wurde. Merkels Sprüche, die die Fußballwelt seit den 1960er Jahren begleiteten, sind legendär. So waren auch seine in der Bild-Zeitung veröffentlichten Leistungsprognosen zu den Bundesligisten zu Saisonbeginn („Max merkelt wieder“) weniger fachliche Analysen als der Unterhaltung dienende, auf Pointen abzielende Lästereien. Ghostwriter von Merkels Bild-Kolumne war seit 1985 der Bild-Redakteur Bernd Stubmann.[6]

Privat lebte Max Merkel in den letzten Jahren zurückgezogen in Putzbrunn bei München. Am 28. November 2006 verstarb Max Merkel im Alter von 87 Jahren ebenda. Seine letzte Ruhe fand er auf dem neuen Friedhof von Hohenbrunn, einer Nachbargemeinde.

Werke[Bearbeiten]

  • Trainer mit Zuckerbrot und Peitsche. München 1968
  • Geheuert, gefeiert, gefeuert. Die bemerke(l)nswerten Erlebnisse eines Fussballtrainers. München 1980 ISBN 3-442-03948-7
  • Das Runde ist der Ball. 3. Aufl. München 1989 ISBN 3-7766-1566-4
  • Man muss auch verlieren können. Vom Tennis und anderen Ärgernissen. München/Berlin 1990 ISBN 3-7766-1648-2
  • Max Merkels Läster-Lexikon des Fussballs. Berlin 1991 ISBN 3-328-00486-6
  • Einwürfe. Fussballsprüche vom Spielfeldrand. Berlin 1993 ISBN 3-328-00584-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tresor gefüllt in Der Spiegel vom 9. Oktober 1967, abgerufen am 10. November 2013
  2. Tresor gefüllt in Der Spiegel vom 9. Oktober 1967, abgerufen am 10. November 2013
  3. fussballdaten.de: TSV 1860 München in der Saison 1966/67
  4. Nürnberg und der Magier Merkel, kicker.de, 8. Juli 2012
  5. http://einestages.spiegel.de: Bayern-Aufstand – Putsch mit Paul
  6. Satz nach Bernd Stubmann: Max Copperfield in 11 Freunde Spezial - Das waren die Sechziger, 2011, S.35

Weblinks[Bearbeiten]