Kathedrale von Pamplona

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kathedrale von Pamplona

Die Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona ist das geistliche Zentrum des spanischen Erzbistums Pamplona.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige gotische Kirche hatte einen romanischen Vorgängerbau, der zwischen 1100 und 1127 errichtet wurde (der Bau des zugehörigen Klosters dauerte bis 1137). Von ihm sind noch einige Kapitelle des Portals und des Klosters erhalten, die im Museum der Comunidad Foral de Navarra, ausgestellt werden. 1280 wurde der Bau eines neuen Klosters begonnen. Die Bauarbeiten dauerten bis 1375, einschließlich der Nebengebäude wie Refektorium, Küche und Barbazàn-Kapelle. 1391 stürzte das Hauptschiff der romanischen Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert ein. Lediglich die Fassade, das Kopfende und das Kloster entgingen der Katastrophe. Ab 1392 ließ König Karl III. von Navarra (1387–1425) an gleicher Stelle den gotischen Nachfolgebau errichten, zu dem das kurz zuvor gebaute Kloster erhalten blieb. Die Bauarbeiten dauerten bis zum Jahr 1501. Im 18. Jahrhundert wurde die Hauptfassade von Ventura Rodríguez im zeitgenössischen Stil des Barock und der Revolutionsarchitektur neu hochgezogen.

Innenraum[Bearbeiten]

Das Hauptschiff der dreischiffigen Kirche zählt nur zwei Etagen mit großen Arkaden und Fenstern. Die strenge Sachlichkeit der schmucklosen Oberflächen entsprechen der navarresischen Gotik. Ein Querschiff, eine polygonale Apsis und ein Chorumgang vervollständigen den Bauplan. Vor dem Gitter, das den Altarraum abschließt, steht der Alabaster-Sarkophag des Gründers Karl III. und seiner Ehefrau Eleonore von Kastilien, der im Todesjahr der Königin, 1416, in Auftrag gegeben wurde. In einer Kapelle des rechten Chorumgangs befindet sich ein flämisch-spanischer Altarretabel aus dem 15. Jahrhundert.

Glocken[Bearbeiten]

Glocken der Kathedrale nach der Restaurierung

In den beiden Osttürmen der Kathedrale hängen elf Glocken, allesamt aus Bronze, von denen la Gabriela aus dem Jahre 1519 die älteste ist. Acht Glocken sind im Südturm untergebracht, die alle in liturgischem Gebrauch stehen. Vier von ihnen sind in sogenannter römischer Rippe gegossen, einer sehr gestauchten und steilen Form, die vier anderen sind Schellen; sie füllen alle Schallarkaden des Turmes, während die kleinen in den kleineren, die großen in den größeren Schallarkaden hängen. Der Nordturm beinhaltet drei Glocken, darunter die größte des Ensembles, welche zu gleich die größte in Funktion befindliche Glocke Spaniens ist sowie zwei Glocken für den Uhrschlag. Die wichtigste Glocke des gesamten Ensembles ist la Gabriela. Sie trägt eine dreizeilige Inschrift mit Versen aus der Hl. Schrift, mehrere Medallions, stilisierte Lilienblüten, zwei Kreuzigungsgruppen sowie den Erzengel Gabriel, von dem die Glocke vermutlich ihren Namen hat. De las Nueve gab das erste Läutezeichen für die Kanoniker zur Laudes um 9 Uhr. Mit der Cimbalilla wurde ein Vorzeichen für das Läuten mit den anderen Glocken gegeben, von der aus ein Seil zur Stube des Glöckners führte, der durch ein Fenster auf das Geschehen am Hochaltar blicken konnte. De plata und de Párvulos wurden zusammen beim Tod eines Kindes geläutet. Mit der Glocke Oraciones wurden die Gebetszeiten an Werk-, Sonn- und kleineren Festtagen angeschlagen. Santa Bárbara wurde als Wetterglocke benutzt. La María im Nordturm wird nicht überschlagend geläutet, sondern wird nur gebeiert, wobei der rund 300 Kilogramm schwere Klöppel von der einen zur anderen Seite der Wandung geschwungen wird. Dies geschieht an den höchsten Festtagen. Die beiden Uhrglocken heißen De horas und de cuartos.

Name Gussjahr Gießer unterer Durchmesser Masse Schlagton
La María 1584 Petrus de Villanueva 2.590 mm 10.060 kg e0 +4/16
La Gabriela 1519 anonym 1.670 mm 2.480 kg f1 +5/16
La de oraciones 1802 Bernado Bendoza 1.520 mm 1.128 kg e1 ±0
La Juana 1792 José Marcout 1.300 mm 844 kg g1 +1/16
La de las nueve 1609 Villanueva 1.220 mm 598 kg as1 ±0
La de plata 1792 José Marcout 820 mm 294 kg b1 +5/16
La de Párvulos 1792 José Marcout 730 mm 204 kg as1 +5/16
La cimbala o de tormentos (Santa Bárbara) 1836 anonym 510 mm 73 kg e2 +8/16
La cimbalilla, el signo 1609 Villanueva 500 mm 63 kg c3 −1/16
La de las horas o de relox 1576 anonym 1.620 mm 1.695 kg b0 ±0
La de los cuartos 1592 anonym 910 mm 407 kg fis1 ±0

Gräber[Bearbeiten]

In der Kathedrale wurden aus der Familie der Könige von Navarra bestattet:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kathedrale von Pamplona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

42.819703-1.640992Koordinaten: 42° 49′ 10,9″ N, 1° 38′ 27,6″ W