Kaufhof

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Galeria Kaufhof GmbH
Kaufhof-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1879
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Olivier Van den Bossche, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiter rund 21.500 in Deutschland und Belgien[1]
Umsatz 3,1 Mrd. Euro netto (2013/14)[1]
Branche Einzelhandel
Website www.galeria-kaufhof.de
Stand: 31. Dezember 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Die Galeria Kaufhof GmbH (Eigenschreibweise: GALERIA) ist eine deutsche Warenhauskette und ist in Europa eine der führenden ihrer Branche. Die Galeria Kaufhof GmbH ist Teil der Metro AG.

Geschichte[Bearbeiten]

Kaufhof in Bonn, 1962
Das Konzern-Flaggschiff: Galeria Kaufhof in Köln (ehemals „Warenhaus Leonhard Tietz“)
Architekt: Wilhelm Kreis.
Galeria Kaufhof in Chemnitz
Galeria Kaufhof in Frankfurt am Main
Galeria Kaufhof in Kassel
Galeria Kaufhof am Münchner Karlsplatz
Galeria Kaufhof in Nürnberg
Galeria Kaufhof in Dortmund

Die Kaufhof-Geschichte reicht bis zum Jahr 1879 zurück, als Leonhard Tietz in Stralsund ein kleines Geschäft mit nur 25 m² Verkaufsfläche[2] für Garne, Knöpfe, Stoffe und Wollwaren eröffnete. Seine Geschäftsgrundsätze – Festpreise, Barzahlung und Rückgaberecht – waren damals ein Novum. 1889 eröffnete Tietz in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) eine weitere Filiale. Das zunächst kleine Haus mit nur drei Verkäuferinnen in einem der damals wichtigsten Industriestandorte in Deutschland entwickelt sich sehr gut: schon nach drei Monaten folgt der Umzug in ein größeres Haus in derselben Straße. Schon im ersten Jahr arbeiten schließlich 40 Angestellte in dem Geschäft. Nach Elberfeld verlegte Tietz 1890 für kurze Zeit auch den Firmensitz[3]. 1891 eröffnete er in Köln auf der „Hohe Straße“ ein kleines Filialkaufhaus. Außerdem verlegte er 1897 den Firmensitz von Elberfeld dorthin.[2] 1905 wurde die „Leonhard Tietz AG“ gegründet. Sein ältester Sohn übernahm die Firmenleitung, nachdem der Firmengründer am 14. November 1914 starb.

Zu ihrem 50-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1929 umfasste das Unternehmen neben eigenen Fabrikationsbetrieben 43 Filialen mit 15.000 Angestellten. Die Aktiengesellschaft bestand bis 1933. Um die durch die NSDAP angestrebte Auflösung des Unternehmens zu verhindern, erfolgte die Umbenennung in „Westdeutsche Kaufhof AG“ und Veränderungen in den Führungsgremien. Die jüdische Familie Tietz wurde von den Nationalsozialisten enteignet und musste ins Ausland emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg einigte man sich mit der Familie auf Entschädigungsregelungen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 35 der Warenhäuser durch Bomben zerstört.[4]

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen weiter, 1977 erwirtschaftete der Kaufhof-Konzern bereits einen Umsatz von 9,940 Milliarden DM.

Kurz vor ihrer Fusion mit der Metro Cash & Carry 1996 bestand die Kaufhof-Holding aus den folgenden Marken:

  • Kaufhof (Warenhäuser)
  • Horten (Warenhäuser), Kette ab 1994 von Kaufhof Holding übernommen und schrittweise in Kaufhof-Warenhäuser umfirmiert. Kaufhof übernimmt das neuartige Galeria-Konzept schrittweise für seine Warenhäuser, die nach und nach in Galeria Kaufhof umbenannt werden.
  • Kaufhalle (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben
  • Multistore (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben
  • Media Markt (Elektrofachmärkte)
  • Saturn (Elektrofachmärkte), 1985 übernommen und zur deutschlandweiten Kette ausgebaut
  • Vobis (Computerfachmärkte)
  • Gemini (Medien-Märkte)
  • Völkner (Versand und Fachmärkte für Elektronik)
  • Reno (Schuhfachmärkte)
  • Mac Fash (Textilfachmärkte)
  • Oppermann (Versand von Werbeartikeln)
  • Hawesko (Hanseatisches Wein- und Sektkontor)
  • Jacques’ Wein-Depot (Weineinzelhandel)
  • Kaufhaus Kerber (Haupthaus in Fulda, heute in Kaufhof integriert, Filialen in Alsfeld, Gießen, Herford, Lüneburg, Mayen, Siegen, Soest und Suhl)
  • Rungis Express
  • FSG Zentra Finanz-Service
  • Zentra Grundstücksgesellschaft
  • Werbehaus[5]

In den 1990er-Jahren stand die Kaufhof-Holding vor dem Problem, dass die klassischen Kaufhäuser ein relativ altbackenes Image hatten. Insbesondere die zunehmend kaufkräftigeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwarben ihre Kleidung nicht mehr in den klassischen Kaufhäusern. Dem versuchte der Kaufhof mit einem speziell auf Jugendlichkeit zurecht geschnittenen Kaufhaus-Konzept entgegenzuwirken. Als Standort für ein Pilotprojekt bot sich Aachen an, da man hier nach der Übernahme von Horten zwei Kaufhäuser etwa gleicher Größe in wenigen hundert Metern Entfernung zueinander besaß. So wurde Ende der 1990er-Jahre das ehemalige Kaufhaus Horten in Aachen zu „Lust for Life“. Das Warenangebot richtet sich überwiegend an Kunden unter 40 Jahren. Werbung und Inneneinrichtung sollen ebenfalls diese Zielgruppe ansprechen. Einen weiteren Konzeptstore gibt es in München: das U.Style ist räumlich integriert in die Filiale am Marienplatz und richtet sich ebenfalls an diese Kundenzielgruppe. Außerdem gab es einmal ein zweijähriges Intermezzo zwischen 1999 und 2001 in der ehemaligen Hamburger Horten-Filiale in direkter Nachbarschaft zum Kaufhof-Haus an der Mönckebergstraße. Dieses Haus wird seitdem nur noch von Saturn genutzt.

Im Frühjahr 2008 kündigte der Metro-Konzern an, sich von Kaufhof trennen zu wollen.[6] Es wurde bereits eine Investmentbank mit der Organisation des Verkaufsprozesses mandatiert. Gleichzeitig wurde auch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Trennung der Kaufhof-Aktivitäten von den Metro-Aktivitäten durchzuführen sowie einen sorgfaltspflichtigen Bericht zu erstellen.

Zum 1. Oktober 2008 wurde die Kaufhof Warenhaus AG in die Galeria Kaufhof GmbH umgewandelt.

Im Konsolidierungs-Prozess wurde zum 12. März 2009 die Schließung von vier Filialen (Krefeld Am Ostwall, Leipzig-Paunsdorf, Mülheim an der Ruhr und Ludwigshafen) für 2010 angekündigt, da in diesen Filialen die Mietverträge ausliefen und eine Verlängerung aus strategischer Sicht nicht sinnvoll erschien. Vier weitere Filialen (Coburg, Gießen, Wesel und Worms) standen auf dem Prüfstand. Die 2010 auslaufenden Mietverträge wurden jedoch verlängert, und die Standorte blieben erhalten.[7] Am 11. Juni 2011 wurde jedoch bekannt gegeben, dass die Filiale in Gießen sowie die Häuser Köln-Kalk, Nürnberg-Aufseßplatz (einst Schocken; Merkur; Horten, in den 70er-Jahren Horten-Hauptzentrale) und Oberhausen-City zum 30. Juni 2012 geschlossen werden. Weitere 3 Filialen sollen geschlossen werden. Düsseldorf (Berliner Allee) am 31. Dezember 2014, Augsburg am 30. Juni 2015 und Heilbronn (am Wollhaus) am 31. Dezember 2015.

Der weitere Zeitplan des Verkaufprozesses ist zurzeit ausgesetzt, nach Firmenangaben auf Grund der momentanen Finanzkrise, da so nicht die erhofften Erlöse erzielt werden können.

Am 2. November 2011 wurde bekannt, dass sowohl der griechische Reeder George Economou als auch der damalige Eigentümer von Karstadt, Nicolas Berggruen am Erwerb von Kaufhof interessiert seien. Die Metro AG bestätigte dies.[8] Mit einem Kauf hätte Berggruen die beiden größten Warenhausunternehmen Deutschlands vereinen können.

Im Jahr 2011 verzeichnete Galeria Kaufhof täglich rund 2 Millionen Kunden. Im Oktober 2013 gab Galeria Kaufhof bekannt, mit seiner belgischen Tochter Galeria Inno bis 2015 nach Luxemburg expandieren zu wollen.[9] Bereits im November 2014 eröffnete Galeria Inno in der Modestadt Hasselt, Provinz Limburg. Damit betreibt das Tochterunternehmen von Galeria Kaufhof aktuell 16 Filialen in Belgien[10].

Die umsatzstärkste Filiale liegt am Münchner Marienplatz, ihr Umsatz wird auf knapp 200 Millionen Euro im Jahr 2013 geschätzt.[11]

Im April 2015 betrieb das Unternehmen 104 Warenhäuser ("Galeria Kaufhof") und 16 Sporthäuser ("Sportarena" und "Wanderzeit") mit rund 1,4 Millionen m² Verkaufsfläche.[12]

Die GALERIA Kaufhof GmbH verzahnt als Multichannel-Warenhaus das stationäre und das Online-Geschäft eng miteinander.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

  • GAaleria Kaufhof mit 104 Filialen (Stand April 2015)[13]
  • Lust for Life, Aachen
  • Carsch-Haus Düsseldorf
  • Sportarena GmbH mit 16 Filialen
  • DINEA Gastronomie GmbH mit 60 Restaurants
  • Galeria Inno (seit 2002/2003, vormals nur Inno, 16 Warenhäuser in Belgien, 2001 zugekauft)
  • Galeria Logistik GmbH
  • Galeria Personalservice GmbH
  • emotions – das Konzept wurde Anfang 2005 eingestellt.
  • MoKi – Mode für Kinder
    Das Konzept bestand von September 2006 bis Februar 2008, es diente als Projekt-Filiale in der Oberhausener Innenstadt, in der insgesamt 33 Azubis des dritten Ausbildungsjahres zum/zur Einzelhandelskaufmann/-frau ein eigenes Geschäft mit eigener Werbung, Warenversorgung und Shopkonzepten betreiben durften. Die Azubis stammten aus den Filialen Essen, Mülheim und Oberhausen.[14]
  • Galeria-Kaufhof.de (Online-Shop), davor Projektphase von September 2000 bis Oktober 2001 mit zebralino.de, einem Shopportal für Kinderbekleidung und -Spielzeug, jüngster Fresh-up des Shops Mai 2015[15]

Eigenmarken bzw. typische Marken[Bearbeiten]

Die Galeria Kaufhof GmbH verfügt über diverse Eigenmarken, die in den verschiedenen Sortimentsbereichen anzutreffen sind. Mit am breitesten vertreten ist hierbei die Marke manguun, die bis zum Frühjahr 2006 unter mangoon firmierte, aus rechtlichen Gründen ihre Nennung jedoch ändern musste – die Firma mango hatte geklagt.

Weitere Eigenmarken der Galieria Kaufhof GmbH sind:

  • Bob der Bär
  • C. Comberti
  • Crazy Days
  • elite
  • Eminent
  • Emotions
  • emotions balance
  • emotions beauty
  • emotions lingerie
  • Fabiani
  • Galieria Design
  • Galieria 1879
  • GALERIA Edition
  • GALERIA Gourmet
  • GALERIA home
  • GALERIA mobil
  • GA – Global Agency
  • Goldfish
  • Hickory Outdoor
  • Hotpack
  • Kidz Only
  • manguun
  • manguun collection
  • Mark Adam New York
  • Moncara
  • Redwood
  • Rover & Lakes
  • Werther

Ehemalige Eigenmarken:

  • Galeria Ambiente
  • Jeanagers
  • Sincs
  • Miss H (ursprünglich Eigenmarke der Horten AG)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaufhof – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b galeria-kaufhof.de: Daten und Fakten
  2. a b Sonderveröffentlichung, 130 Jahre Galeria Kaufhaus, Galeria Kaufhof am Marienplatz, S. 5, Oktober 2009
  3. Erlebniswelt Kaufhof, Ein Warenhaus in Deutschland; Herausgeber Kaufhof Warenhaus AG, Autoren: Bernd Heimbüchel, Alexander Kierdorf, Stefan Kohl, Claudia Teichner; Köln, Wienand, 2001
  4. Erlebniswelt Kaufhof, Ein Warenhaus in Deutschland; Herausgeber Kaufhof Warenhaus AG, Autoren: Bernd Heimbüchel, Alexander Kierdorf, Stefan Kohl, Claudia Teichner; Köln, Wienand, 2001
  5. Geschäftsbericht Kaufhof Holding AG 1995
  6. Dossier: Metro stößt Kaufhof abVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_ParameterVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times Deutschland, 19. März 2008.
  7. Pressenachricht über Verlängerung der Mietverträge
  8. Bieterkampf um Warenhauskette. Der Spiegel, 2. November 2011. Abgerufen am gleichen Tage.
  9. http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/expansionsplaene-kaufhof-will-nach-luxemburg/8920716.html
  10. Stand Mai 2015
  11. Süddeutsche Zeitung: Götterdämmerung mit Folgen, 5. Juni 2014
  12. [1]
  13. http://www.galeria-kaufhof.de/ueber-uns/unternehmen/daten-fakten.html
  14. Azubis steuern eigene Karriere taz.de, 12. Oktober 2006
  15. https://www.galeria-kaufhof.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-150518.html