Kaufhof

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Galeria Kaufhof GmbH
Kaufhof-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1879
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Lovro Mandac, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiter rund 21.500 in Deutschland und Belgien [1]
Umsatz 3,1 Mrd. Euro netto (2012/13) [1]
Branche Einzelhandel
Produkte Textilien, Hartwaren, LebensmittelVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.galeria-kaufhof.de
Stand: 31. Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Die Galeria Kaufhof GmbH ist einer der führenden europäischen Warenhausbetreiber und Teil der Metro AG.

Geschichte[Bearbeiten]

Kaufhof in Bonn, 1962
Das Konzern-Flaggschiff: Galeria Kaufhof in Köln (ehemals „Warenhaus Leonhard Tietz“)
Architekt: Wilhelm Kreis.
Galeria Kaufhof in Chemnitz
Galeria Kaufhof in Frankfurt am Main
Galeria Kaufhof in Kassel
Galeria Kaufhof in München
Galeria Kaufhof in Nürnberg
Galeria Kaufhof in Dortmund

Die Kaufhof-Geschichte reicht bis zum Jahr 1879 zurück, als Leonhard Tietz in Stralsund ein kleines Geschäft mit nur 25 m² Verkaufsfläche[2] für Garne, Knöpfe, Stoffe und Wollwaren eröffnete. Seine Geschäftsgrundsätze – Festpreise, Barzahlung und Rückgaberecht – waren damals ein Novum. Das erste reguläre Mehrabteilungs-Kaufhaus Deutschlands nach französischem Vorbild eröffnete Tietz 1885 im ersten großen Industriezentrum Deutschlands in Elberfeld (heute Wuppertal). 1891 eröffnete er in Köln auf der „Hohe Straße“ ein kleines Filialkaufhaus. Außerdem verlegte er 1897 den Firmensitz von Stralsund dorthin.[2] 1905 wurde die „Leonhard Tietz AG“ gegründet. Sein ältester Sohn übernahm die Firmenleitung, nachdem der Firmengründer am 14. November 1914 starb.

Zu ihrem 50-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1929 umfasste das Unternehmen neben eigenen Fabrikationsbetrieben 43 Waren- und Kaufhäuser. Die Aktiengesellschaft bestand bis 1933. Um die durch die NSDAP angestrebte Auflösung des Unternehmens zu verhindern, erfolgte die Umbenennung in „Westdeutsche Kaufhof AG“ und Veränderungen in den Führungsgremien. Die jüdische Familie Tietz wurde von den Nationalsozialisten enteignet, emigrierte ins Ausland und wurde nach 1945 entschädigt.[2] Während des Zweiten Weltkriegs wurden 35 der Warenhäuser durch Bomben zerstört.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen weiter, 1977 erwirtschaftete der Kaufhof-Konzern bereits einen Umsatz von 9,940 Milliarden DM.

Kurz vor ihrer Fusion mit der Metro Cash & Carry 1996 bestand die Kaufhof-Holding aus den folgenden Marken:

  • Kaufhof (Warenhäuser)
  • Horten (Warenhäuser), Kette ab 1994 von Kaufhof Holding übernommen und schrittweise in Kaufhof-Warenhäuser umfirmiert
  • Galeria Horten (Warenhäuser), ab 1988 neuartige Konzept-Warenhäuser, später Galeria Kaufhof
  • Kaufhalle (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben
  • Multistore (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben
  • Media Markt (Elektrofachmärkte)
  • Saturn (Elektrofachmärkte), 1985 übernommen und zur deutschlandweiten Kette ausgebaut
  • Vobis (Computerfachmärkte)
  • Gemini (Medien-Märkte)
  • Völkner (Versand und Fachmärkte für Elektronik)
  • Reno (Schuhfachmärkte)
  • Mac Fash (Textilfachmärkte)
  • Oppermann (Versand von Werbeartikeln)
  • Hawesko (hanseatisches Wein- und Sektkontor)
  • HIT-Holland (Touristik)
  • Jacques’ Wein-Depot (Weineinzelhandel)
  • Kaufhaus Kerber (Haupthaus in Fulda, heute in Kaufhof integriert, Filialen in Alsfeld, Gießen, Herford, Lüneburg, Mayen, Siegen, Soest und Suhl)

In den 1990er-Jahren stand die Kaufhof-Holding vor dem Problem, dass die klassischen Kaufhäuser ein relativ altbackenes Image hatten. Insbesondere die zunehmend kaufkräftigeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwarben ihre Kleidung nicht mehr in den klassischen Kaufhäusern. Dem versuchte der Kaufhof mit einem speziell auf Jugendlichkeit zurecht geschnittenen Kaufhaus-Konzept entgegenzuwirken. Als Standort für ein Pilotprojekt bot sich Aachen an, da man hier nach der Übernahme von Horten zwei Kaufhäuser etwa gleicher Größe in wenigen hundert Metern Entfernung zueinander besaß. So wurde Ende der 1990er-Jahre das ehemalige Kaufhaus Horten in Aachen zu „Lust for Life“. Das Warenangebot richtet sich überwiegend an Kunden unter 40 Jahren. Werbung und Inneneinrichtung sollen ebenfalls diese Zielgruppe ansprechen. Eine Ausweitung des Konzepts an andere Standorte geschah bisher nicht, bis auf ein zweijähriges Intermezzo zwischen 1999 und 2001 in der ehemaligen Hamburger Horten-Filiale in direkter Nachbarschaft zum Kaufhof-Haus an der Mönckebergstraße. Dieses Haus wird seitdem nur noch von Saturn genutzt.

Im Frühjahr 2008 kündigte der Metro-Konzern an, sich von Kaufhof trennen zu wollen.[3] Es wurde bereits eine Investmentbank mit der Organisation des Verkaufsprozesses mandatiert. Gleichzeitig wurde auch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Trennung der Kaufhof-Aktivitäten von den Metro-Aktivitäten durchzuführen sowie einen sorgfaltspflichtigen Bericht zu erstellen.

Zum 1. Oktober 2008 wurde die Kaufhof Warenhaus AG in die Galeria Kaufhof GmbH umgewandelt.

Im Konsolidierungs-Prozess wurde zum 12. März 2009 die Schließung von vier Filialen (Krefeld Am Ostwall, Leipzig-Paunsdorf, Mülheim an der Ruhr und Ludwigshafen) für 2010 angekündigt, da in diesen Filialen die Mietverträge auslaufen und eine Verlängerung aus strategischer Sicht nicht sinnvoll erschien. Vier weitere Filialen (Coburg, Gießen, Wesel und Worms) standen auf dem Prüfstand. Die 2010 auslaufenden Mietverträge wurden jedoch verlängert, und die Standorte bleiben erhalten.[4] Am 11. Juni 2011 wurde jedoch bekannt gegeben, dass die Filiale in Gießen sowie die Häuser Köln-Kalk, Nürnberg-Aufseßplatz (einst Schocken; Merkur; Horten, in den 70er-Jahren Horten-Hauptzentrale) und Oberhausen-City zum 30. Juni 2012 geschlossen werden.

Der weitere Zeitplan des Verkaufprozesses ist zurzeit ausgesetzt, nach Firmenangaben auf Grund der momentanen Finanzkrise, da so nicht die erhofften Erlöse erzielt werden können.

Am 2. November 2011 wurde bekannt, dass sowohl der griechische Reeder George Economou als auch der Eigentümer von Karstadt, Nicolas Berggruen am Erwerb von Kaufhof interessiert seien. Die Metro AG bestätigte dies.[5] Mit einem Kauf könnte Berggruen die beiden größten Kaufhäuser Deutschlands vereinen.

Im Jahr 2011 verzeichnete Galeria Kaufhof täglich rund 2 Millionen Kunden. Im Oktober 2013 gab Galeria Kaufhof bekannt, mit seiner belgischen Tochter Galeria Inno bis 2015 nach Luxemburg expandieren zu wollen.[6]

Die umsatzstärkste Filiale liegt am Münchner Marienplatz, ihr Umsatz wird auf knapp 200 Millionen Euro im Jahr 2013 geschätzt.[7]

Im März 2014 betrieb das Unternehmen 105 Warenhäuser ("Galeria Kaufhof" und "Kaufhof") und 17 Sportshäuser ("Sportarena" und "Wanderzeit") mit rund 1,4 Millionen m² Verkaufsfläche.[8]

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

  • GALERIA Kaufhof und Kaufhof mit 105 Filialen (Stand Mai 2014)[9]
  • Lust for Life, Aachen
  • Carsch-Haus Düsseldorf
  • Sportarena und Wanderzeit mit 17 Filialen
  • KIM (Kaufhof Innovation und Medien GmbH)
  • Gemini Personalservice
  • DINEA Restaurants
  • emotions – das Konzept wurde Anfang 2005 eingestellt.
  • MoKi – Mode für Kinder
    Das Konzept bestand von September 2006 bis Februar 2008, es diente als Projekt-Filiale in der Oberhausener Innenstadt, in der insgesamt 33 Azubis des dritten Ausbildungsjahres zum/zur Einzelhandelskaufmann/-frau ein eigenes Geschäft mit eigener Werbung, Warenversorgung und Shopkonzepten betreiben durften. Die Azubis stammten aus den Filialen Essen, Mülheim und Oberhausen.[10]
  • Galeria-Kaufhof.de (Online-Shop), davor Projektphase von September 2000 bis Oktober 2001 mit zebralino.de, einem Shopportal für Kinderbekleidung und -spielzeug
  • Galeria Inno (seit 2002/2003, vormals nur Inno, 15 Warenhäuser in Belgien, 2001 zugekauft)

Eigenmarken bzw. typische Marken[Bearbeiten]

Die GALERIA Kaufhof GmbH verfügt über diverse Eigenmarken, die in den verschiedenen Sortimentsbereichen anzutreffen sind. Mit am breitesten vertreten ist hierbei die Marke manguun, die bis zum Frühjahr 2006 unter mangoon firmierte, aus rechtlichen Gründen ihre Nennung jedoch ändern musste – die Firma mango hatte geklagt.

Weitere Eigenmarken der Galeria Kaufhof GmbH sind:

  • Fabiani
  • Felicitas
  • elite
  • emotions
  • Mark Adam New York
  • Miss H (ursprünglich Eigenmarke der Horten AG)
  • Carlo Comberti (oder C.Comberti)
  • Rover & Lakes
  • Redwood
  • dessina
  • Galeria Gourmet
  • Ligna
  • Bob der Bär
  • Hotpack
  • Galeria Home
  • yeo
  • Hickory
  • Eminent
  • Global Agency [GA]

Ehemalige Eigenmarken:

  • Werther
  • Galeria Ambiente
  • Jeanagers
  • Sincs

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaufhof – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b galeria-kaufhof.de: Daten und Fakten
  2. a b c Sonderveröffentlichung, 130 Jahre Galeria Kaufhaus, Galeria Kaufhof am Marienplatz, S. 5, Oktober 2009
  3. Dossier: Metro stößt Kaufhof abVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times Deutschland, 19. März 2008.
  4. Pressenachricht über Verlängerung der Mietverträge
  5. Bieterkampf um Warenhauskette. Der Spiegel, 2. November 2011. Abgerufen am gleichen Tage.
  6. http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/expansionsplaene-kaufhof-will-nach-luxemburg/8920716.html
  7. Süddeutsche Zeitung: Götterdämmerung mit Folgen, 5. Juni 2014
  8. Galeria Kaufhof – zwischen Altem und Modernem Abgerufen am 21. Juli 2014.
  9. http://www.galeria-kaufhof.de/ueber-uns/unternehmen/daten-fakten.html
  10. Azubis steuern eigene Karriere taz.de, 12. Oktober 2006