Kleinkunst

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Dieser Artikel behandelt das Genre der darstellenden Kunst. Für den Begriff kleinformatiger Werke in den bildenden Künsten siehe Kleinkunst (Kunstgeschichte), für den Begriff in Unterscheidung zur „großen Kunst“ siehe Kunstgewerbe.
Kleinkunstbühne Klapsmühl’ am Rathaus in Mannheim

Die Kleinkunst ist ein Genre der darstellenden Künste, insbesondere des Theaters und der Musik, das seinen Namen aufgrund seines begrenzten personellen, räumlichen und materiellen Aufwands erhalten hat. Ursprünglich wurde mit Kleinkunst ein kleines künstlerisches Werk sowie um 1860 das Kunsthandwerk als solches bezeichnet, heute steht der Begriff seit den 1920er Jahren für häufig auch kabarettistische Bühnendarstellungen und anderen Darbietungen im kleineren Rahmen.[1][2]

Zur Kleinkunst zählen Kabarett, auch „zehnte Muse“ genannt, Comedy, Chanson, Puppenspiel, Pantomime, Stegreifkomödie, Rezitation (Lesung), Erzählkunst, Jonglage, Zauberei, Schwarzes Theater, Marionettentheater usw., soweit diese als Solo oder in Kleinbesetzung ohne oder mit geringem bühnentechnischen Aufwand an wechselnden Spielorten aufgeführt werden können. Diese bieten meist eine intime Atmosphäre mit großer Nähe zwischen Künstlern und Publikum.

Historisch hat sich die Kleinkunst aus den Darbietungen in Music Halls oder Singspielhallen seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, die oft ein Varietéprogramm mit Volkssängern und Artisten anboten. Eine spezifische Art Kleinkunst war das American Vaudeville zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aus dem sich die Stummfilmkomödie entwickelt hat.

Festivals[Bearbeiten]

Eines der ersten Kleinkunst-Festivals in Deutschland hat das Kulturamt der Stadt Schwerte im Jahr 1981 begründet. Zunächst als jährliches Festival konzipiert, konnte es schon seit den achtziger Jahren zweimal jährlich mit wechselnden Themenschwerpunkten (wie „Zauber, Magie und schwarze Nächte“, „Liebe, Lust und Leidenschaft“, „Kabarett - trotz alledem“) ausgerichtet werden. Ein Kleinkunstfestival von internationaler Bedeutung ist das Kleine Fest im Großen Garten in Hannover.

In der deutschsprachigen Schweiz wird seit 2003 am 13. September jeden Jahres der „Tag der Kleinkunst“ gefeiert. „Dabei geht es darum, in der Öffentlichkeit über die verschiedenen Aspekte der Kleinkunst zu reden, nachzudenken und dieses Engagement zu würdigen“. Dazu finden zahlreiche Veranstaltungen in unterschiedlichen Orten und Kleinkunst-Spielstätten statt.

Regelmäßige Kleinkunstveranstaltungen finden statt im Rahmen von Poetry Slam und Comedy Slam.

Kleinkunstpreise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kleinkunst in DWDS, abgerufen am 22. Dezember 2014
  2. Kleinkunst in duden.de, abgerufen am 22. Dezember 2014