Kleinschmalkalden

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50.79694444444410.475277777778453Koordinaten: 50° 47′ 49″ N, 10° 28′ 31″ O

Kleinschmalkalden
Höhe: 453 m ü. NN
Einwohner: 1520
Eingemeindung: 1. Februar 2006
Postleitzahl: 98593
Vorwahl: 036849
Karte

Lage von Kleinschmalkalden in Floh-Seligenthal

Kleinschmalkalden ist seit dem 1. Februar 2006 ein Ortsteil von Floh-Seligenthal[1] im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit etwa 1.520 Einwohnern. Von 1945 bis 1990 trug der Ort den Namen Pappenheim zur Erinnerung an den von den Nationalsozialisten ermordeten Politiker Ludwig Pappenheim.[2]

Lage[Bearbeiten]

Kleinschmalkalden liegt im Tal der Schmalkalde, nördlich der Stadt Schmalkalden, am Südwesthang des Thüringer Waldes. Hier werden Glocken, Kleineisenwaren und Werkzeuge produziert. In der DDR war der Ort anerkannter Luftkurort.

Besonderes[Bearbeiten]

Im Ort befindet sich die größte Kuhglocke der Welt.[3] Sie hat eine Höhe von ca. 3,28 Meter und ein Gewicht von 920 Kilogramm.

Kleinschmalkalden war über Jahrhunderte geteilt: Der westlich der Schmalkalde gelegene Teil wurde 1465 erstmals erwähnt und gehörte zum Amt Brotterode in der Herrschaft Schmalkalden, einer Exklave der Landgrafschaft Hessen-Kassel (ab 1866 zu Preußen). Nach 1500 entstand östlich der Schmalkalde eine Ansiedlung, welche zum Amt Tenneberg im Herzogtum Sachsen-Gotha (1640–1918) und ab 1920 zum Freistaat Thüringen gehörte. Aufgrund dessen gibt es im Ort zwei evangelische Kirchen: eine Hessische und eine Gothaische Kirche. Die Vereinigung beider Ortsteile erfolgte am 1. Oktober 1945.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Seit 1945 trug die Gemeinde den Namen Ludwig Pappenheims. Pappenheim war Sozialdemokrat, Kommunalpolitiker und Gründer der Schmalkaldener Zeitung „Volksstimme“. Er wurde vom NS-Regime verfolgt und am 4. Januar 1934 im KZ Neusustrum „auf der Flucht erschossen“, also ermordet. Am 27. Juli 1990 wurde die Gemeinde wieder in Kleinschmalkalden umbenannt.[4]

Der ehemalige Minister für Bau und Verkehr des Freistaates Thüringen, Andreas Trautvetter, wurde am 21. September 1955 in Pappenheim geboren.

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernst Hoeltzer (* 7. Januar 1835 in Kleinschmalkalden; † 3. Juli 1911 in Isfahan), Telegraphist und Fotograf
  • Philipp Hoffmeister (* 17. April 1804 in Eiterhagen; † 5. März 1874 in Marburg), Pfarrer, Zeichner, Naturkundler und Märchensammler, 1829–1940 Pfarrer im damals zu Kurhessen gehörigen Kleinschmalkalden
  • Günter Horst (* 10. Oktober 1919 in Kleinschmalkalden), Fußballtrainer in der DDR und arbeitete unter anderem als Assistenztrainer für die Fußballnationalmannschaft der DDR
  • Huldreich Heusser (* 1. November 1889 in der Schweiz; † 20. August 1928 in Müncheberg), Rennfahrer, lebte in Kleinschmalkalden und wurde hier beigesetzt

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006
  2. http://www.archive-in-thueringen.de/index.php?major=archiv&action=detail&object=bestand&id=22315
  3. http://www.kleinschmalkalden.de/Tourism/kuhglocke.html
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinschmalkalden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien