Schmalkalden
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Schmalkalden-Meiningen | |
| Höhe: | 295 m ü. NN | |
| Fläche: | 98,35 km² | |
| Einwohner: |
19.798 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 201 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 98574 | |
| Vorwahlen: | 03683, 036848 (Wernshausen) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SM, MGN | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 66 063 | |
| Stadtgliederung: | 15 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Altmarkt 1 98574 Schmalkalden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Kaminski (parteilos) | |
| Lage der Stadt Schmalkalden im Landkreis Schmalkalden-Meiningen | ||
Schmalkalden ist eine Stadt im Südwesten von Thüringen. Die ehemals hessische Fachwerk- und Hochschulstadt ist ein Mittelzentrum im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und liegt südwestlich des Thüringer Waldes.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes am Zusammenfluss der Schmalkalde und der Stille.
Angrenzende Gemeinden sind Breitungen/Werra, Fambach, Floh-Seligenthal, Rotterode, Altersbach, Springstille, Christes, Metzels, Wasungen, Schwallungen und Rosa.
Geschichte [Bearbeiten]
Erste Erwähnung [Bearbeiten]
Schmalkalden wurde 874 erstmals urkundlich als „villa Smalcalta“ erwähnt.
Während der Auseinandersetzungen um den Königsthron zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. wurde der Ort im Jahre 1203 zerstört. Elisabeth von Thüringen verabschiedete sich 1227 in Schmalkalden von ihrem Gatten, Landgraf Ludwig IV. Ein Jahr später erfolgte zur Feier des Sieges Graf Poppos XIII. von Henneberg († 1245) über den Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg in Metzels die Gründung des Schmalkalder Nikolausmarktes. 1247 gelangte Schmalkalden nach dem Tod Heinrich Raspes, des letzten ludowingischen Landgrafen von Thüringen, und im Verlauf des daraufhin einsetzenden thüringisch-hessischen Erbfolgekriegs an das Haus Henneberg.
Stadtwerdung [Bearbeiten]
Schmalkalden wurde 1250 erstmals in einer Urkunde als Stadt erwähnt (cives) und erhielt 1335 das Stadtrecht von Gelnhausen.[2] Das Stadtsiegel zeigt im Bild: „über einer Mauer mit Tor zwischen zwei Türmen eine Henne auf einem Berg“. Es vereinigt die Merkmale der Stadtarchitektur (Stadtmauer, Türme, Stadttor) mit der durch ihre Größe hervortretende landesherrschaftliche Wappenfigur der Henne. Bereits 1272 wurde dieses Siegel als Zeugnis der städtischen Selbstverwaltung benutzt und diente in späterer Zeit als Vorlage für die Ausgestaltung des Stadtwappens.[3] Landgraf Heinrich II. von Hessen bestätigte 1360 in einem Brief, dass er gemeinsam mit Elisabeth von Henneberg-Schleusingen, der Witwe des Grafen Johann von Henneberg-Schleusingen, Schmalkalden und Herrenbreitungen „mit Zubehör“ von Albrecht von Nürnberg gekauft habe und mit ihr dazu einen gegenseitigen Erbvertrag abgeschlossen habe. Der Kaufpreis für die beiden Orte betrug 4300 Goldgulden. Damit wurde die hennebergisch-hessische Herrschaft über Schmalkalden begründet.
Das Rathaus wurde 1419 gebaut; 1437 begann der Bau der Stadtkirche.
16. bis 19. Jahrhundert [Bearbeiten]
Als Exklave und Mittelpunkt der Herrschaft Schmalkalden gehörte die Stadt Schmalkalden seit 1360 zur Hälfte, ab 1584 vollständig, über etwa 600 Jahre zu Hessen.
Bekannt ist Schmalkalden insbesondere durch den 1531 unter der Mitführung des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen während des Konvents in Schmalkalden geschlossenen Schmalkaldischen Bund, in dem sich die protestantischen Reichsstände zusammenschlossen, nachdem Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag 1530 die Confessio Augustana, d. h. das protestantische Glaubensbekenntnis, abgelehnt hatte. In der Zeit des Bestehens des Schmalkaldischen Bundes zwischen 1530 und 1547 fanden in Schmalkalden sieben der insgesamt 26 Bundestagungen statt. 1546/47 gipfelten die Auseinandersetzungen zwischen dem Bund und dem Kaiser im Schmalkaldischen Krieg.
Mit dem Tod des hennebergischen Fürstgrafen Georg Ernst im Jahre 1583 starb die hennebergische Erblinie aus. Damit trat der Erbvertragsfall ein, der die seit 1360 andauernde hennebergisch-hessische Doppelherrschaft beendete. Ab 1584 regierte der hessische Landgraf Wilhelm IV. allein in der Stadt und der Herrschaft Schmalkalden. Von 1585 bis 1590 ließ Wilhelm IV. die nach ihm benannte Wilhelmsburg errichten.[4]
Der Ortsteil Aue war 1597 von Hexenverfolgung betroffen: Catharina Peternell wurde in einem Hexenprozess angeklagt und hingerichtet. Aus dem Ortsteil Helmers wurden 1613 Margaretha, Hans Kesselrings Frau, und 1675 Martin Kesselring hingerichtet. Aus Wernshausen wurden 1613 Anna, Frau des Wagners, und Emilie Schilgken zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. In Schmalkalden starb 1605 die wegen Hexerei angeklagte Anna Bühn im Gefängnis. Das Verfahren gegen Osanna Abe 1657–1659 endete mit einem Landesverweis.
20. Jahrhundert bis heute [Bearbeiten]
Mit der Auflösung der Provinz Hessen-Nassau durch die NS-Regierung zum 1. Juli 1944 wurde die Stadt mit dem gesamten Landkreis Herrschaft Schmalkalden in den Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert, der gleichzeitig der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt wurde und im Jahr 1945 Teil des Landes Thüringen wurde.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus setzte die Verfolgung von Menschen aus politischen, rassistischen und religiösen Gründen ein. Zu den dabei zu Tode Gekommenen gehörten der Gründer und Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung Die Volksstimme, Ludwig Pappenheim, der im KZ Börgermoor erschossen wurde. Nach Kriegsende gab sich der Ort Kleinschmalkalden den Namen Pappenheim, aber legte ihn nach 1990 wieder ab, ebenso die ehemalige Schule im Walperloh, die seit 1987 seinen Namen trug.
Der Mitbegründer des KJVD Hermann Danz hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe Neubauer-Poser in Jena, wurde aber entdeckt, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 1945 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Die nach ihm benannte Schule in der Renthofstraße legte 1990 ihren Namen ab, auch eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus Klinge 26 wurde entfernt. In der Parkanlage Pfaffenbach erinnert ein Gedenkstein an ihn. Auf dem Friedhof Im Eichelbach erinnern Gedenksteine an beide Widerstandskämpfer.
Anlässlich der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge in der Judengasse geschändet, Kultgegenstände öffentlich verbrannt und das Gebäude gesprengt. Von 1988 bis 2010 erinnerte eine Gedenktafel in der Judengasse 35 an dieses Geschehen. Die jüdischen Familien und die Familien der Sinti emigrierten, oder wurden in die Vernichtungslager des Ostens deportiert. Die Erbgesundheitsgerichte veranlassten die Zwangssterilisation von 272 Menschen. Aus der Christlichen Pflegeanstalt Schmalkalden-Aue wurden 113 Menschen zur Tötung, im Rahmen der Euthanasie-Programms, der Aktion T4 zugeführt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1.755 Kriegsgefangene, sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: auf dem Friedhof, im Stadtbauamt, im Gaswerk, im Krankenhaus, im Schlachthof, beim Straßenbau, im Forstamt, in der Bohrmühle, bei der Firma Gebrüder Heller, bei der Firma H. A. Erbe und bei der Firma Karl Braun. Insgesamt 74 Frauen, Kinder und Männer wurden Opfer der Zwangsarbeit und auf dem Friedhof Im Eichelbach begraben.
Am 16. Februar 1945 wurde der Baubestand der Altstadt durch einen Bombenangriff erheblich betroffen: besonders die Gebäude in der Haindorfgasse, vorwiegend zwei- und dreigeschossige, meist verputzte Fachwerkhäuser des 16. bis 18. Jahrhunderts, sowie Teile der Marktbebauung.[5]
1947 wurde eine Gedenkstätte für Zwangsarbeitsopfer aus der Sowjetunion eingerichtet, die 1999 restauriert wurde.[6] Das Gebiet Schmalkaldens ist weiterhin Bestandteil der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck.
Die im Ort ansässige staatliche Fachschule für Kleineisen- und Metallwarenindustrie wurde 1949 als Ingenieurschule für Maschinenbau aufgewertet. Im Jahr 1950 wurde die Auflösung des Kreises Schmalkalden vorgenommen, der Kreis wurde bereits zwei Jahre später im Rahmen der DDR-Kommunalreform mit veränderten Grenzen neu geschaffen und dem neuen Bezirk Suhl zugeteilt. Die Pädagogische Fachschule für Kindergärtnerinnen wurde 1951 gegründet. Im Rahmen der staatlich angestrebten Industrialisierung wurde 1956 beginnend der noch stark von Handwerksbetrieben und kleinen Firmen mit staatlicher Beteiligung geprägte Standort Schmalkalden durch eine Fusion der wichtigsten Hersteller zum VEB Vereinigte Werkzeug- und Besteckfabriken entwickelt. Der weiterhin auf zahlreiche Betriebsteile im Stadtgebiet und Umland verteilte Großbetrieb wurde unter der Abkürzung WEBEFA bekannt. Der 1976 als VEB Kombinat Werkzeugmaschinen Schmalkalden wurde zum bedeutendsten Hersteller von Werkzeugen und Elektrokleingeräten in der DDR und hatte große Bedeutung für den Außenhandel. Der Stammbetrieb befand sich in Schmalkalden und besaß mit der Maschinenbauhochschule einen Kooperationsvertrag. Mit der erfolgreichen Teilnahme der südthüringer Wintersportler bei Olympiaden und Weltmeisterschaften wurde der Sportgerätebau in Schmalkalden gefördert. Als bedeutendster Hersteller wurde 1976 der VEB Kombinat Sportgeräte GERMINA mit Stammsitz in Schmalkalden gegründet.[7] Als kultureller Höhepunkt wurde die Austragung der Arbeiterfestspiele im Jahr 1978 betrachtet. Die Vorbereitung der Veranstaltung hatte eine rege Bau- und Sanierungstätigkeit (in der Regel Fassadensanierungen) im Zentrum der historischen Altstadt und dem Schloss zur Folge, die ab 1985 in weitere Teile des Stadtzentrums fortgesetzt wurde.
Mit der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 erwartete man mit Blick auf die gemeinsame Geschichte den zügigen Beitritt des Kreisgebiets zum Bundesland Hessen, was sich aber bald als Illusion abzeichnete. Im neu gegründeten Freistaat Thüringen behielt Schmalkalden zunächst den Status und die Aufgaben einer Kreisstadt. Mit der Kommunal- und Gebietsreform von 1994 wurde der Kreis Schmalkalden mit dem Kreis Meiningen vereinigt und Schmalkalden verlor seinen Kreisstadtstatus, behielt aber eine Außenstelle des Landratsamtes. Die Stadt blieb auch Hochschulstandort, 1991 wurde die Fachhochschule Schmalkalden gegründet, im Jahr 2004 wurde der Stadt der offizielle Titel einer Hochschulstadt zuerkannt. Das Stadtgebiet hat sich seit den 1950er Jahren durch die Eingemeindung von meist kleinen Umlandgemeinden stark vergrößert. Mit der Eingemeindung des Ortes Wernshausen dehnte sich das Stadtgebiet von Schmalkalden erstmals auch auf ein westlich der Werra gelegenes Gebiet aus.
In der Nacht auf den 1. November 2010 entstand im Ort infolge eines Erdfalls ein Krater [Pos50.7237510.445533333333][8] von ca. 20 Metern Tiefe und einem Durchmesser von 30 bis 40 Metern. Der geologische Landesdienst bestätigte, dass es sich um einen natürlichen Hohlraumeinbruch handelte.[9][10]
Stadtgliederung und Eingemeindungen [Bearbeiten]
Die Stadt hat folgende Ortsteile:
- Aue
- Asbach
- Breitenbach
- Grumbach
- Haindorf
- Helmers
- Mittelschmalkalden
- Mittelstille
- Möckers
- Näherstille
- Niederschmalkalden
- Reichenbach
- Volkers
- Weidebrunn
- Wernshausen
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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1830 bis 1950
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1960 bis 1999
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2000 bis 2009
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- Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
1 29. Oktober
2 31. August
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat setzt sich mit seinen insgesamt 30 Sitzen seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
| SPD | 10 Sitze |
| CDU | 7 Sitze |
| Die Linke | 6 Sitze |
| Bürgerinitiative 63 | 6 Sitze |
| FDP | 1 Sitz |
Wappen [Bearbeiten]
| Blasonierung:
„In Rot eine zweitürmige silberne Burg mit blauem Dach und vier goldenen Turmknäufen, im offenen Tor ein gespaltener Schild, darin vorn in Gold eine schwarze Henne mit rotem Kamm und roten Lappen auf grünem Dreiberg, hinten in Blau ein neunmal von Silber und Rot geteilter, golden gekrönter Löwe.“ |
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| Beschreibung:
Der Inhalt des Schildes (Henne und Löwe) geht auf die geschichtliche Entwicklung der Stadt in der Zeit von 1360 bis 1583 zurück. Während dieser Zeit lebte die Stadt Schmalkalden in einem Kondominat (Doppelherrschaft) zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der gefürsteten Grafschaft Henneberg. Als im Jahre 1583 Graf Georg Ernst von Henneberg kinderlos starb, fielen die Henneberger Besitzungen an Landgraf Wilhelm IV von Hessen-Kassel. |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Schmalkalden unterhält Städtepartnerschaften mit Fontaine in Frankreich und Recklinghausen.
Daneben gibt es Städtefreundschaften mit Tábor (Tschechien), Alpignano (Italien) sowie den deutschen Städten Dinkelsbühl und Waiblingen (seit 1990). Weiterhin bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Schmalkalder Gymnasium und dem deutschsprachigen Gymnasium in Montana (Bulgarien).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Sehenswertes Stadtbild, 90 % der spätmittelalterlichen Fachwerkhäuser sind erhalten geblieben.
- Stadtkirche St. Georg (erbaut 1437–1509)
- Schloss Wilhelmsburg (erbaut 1585–1590)
- Lutherhaus (erbaut 1530)
- Hessenhof (mit Iwein-Illustrationszyklus 13. Jahrhundert, älteste profane Wandmalerei Deutschlands)
- Haus in der Weidebrunner Gasse 13 (erbaut 1369–1370); das älteste Haus Schmalkaldens zeigt eine Mischung aus Ständer- und Stockwerkbauweise. Es ist dringend restaurierungsbedürftig.[11] Archäologische Befunde auf dem Grundstück lassen hier außerdem im Rahmen eines Vorgängerbaus auf den Standort einer Schmiede schließen.[12]
- Neue Hütte (historische Hochofenanlage)
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Schmalkalder Hirschessen (Stadtfest), letztes Augustwochenende
- Sommerfilmnächte (Open Air Kino)
- „Schmalkalder Herrscheklasmarkt“ - historischer Weihnachtsmarkt in Schmalkalden
Mundartprobe [Bearbeiten]
- Bas me üwer onser all Staadt Schmakalle moss wess
- Mi Schmakalle es e ganz all Staadt, de schonn ville honnerte Joahr of`n Buckel hatt. Behärbärgt hatt se ville berühmte Lüt, se senn net vergässe woar`n bes hüt. Der Martin Luther, der de Bibel üwersatzt hat, gehört dazo, awer au si Freund, der Philipp Melanchton war e bekaanter Moa. Ör Önnerkunft hatten se gefonne in dän Lutherhuus of`n Lutherplatz un in der jetzig Roseapothäke in der Steigass. Der Welhelms Karl, der ville Kompositione geschrewe hat, war e Schmäkäller, der dorch de Komposition zor «Wacht am Rhein» si Heimatstaadt berühmt gemacht hat. Ofn Schlooß honn ville Forschte, Grafe un Prinze gelaat, es hat awe villen gefalle in onsere hüsche Staadt. ... (Hans Schwarz)[13]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Ökonomische Grundlage der Entwicklung des Gebietes um Schmalkalden war der Abbau und die Verarbeitung von Braun- und Roteisenstein (Eisenerz). Im Jahr 1340 fand der Erzabbau erste urkundliche Erwähnung. Durch die Nähe des reichen Holzbestandes im Thüringer Wald war es möglich, die Verhüttung des Erzes im Umfeld des Abbaues mittels Windöfen durchzuführen. Diese wurden im Laufe der Zeit durch den Niederen bzw. Hohen Blauofen ersetzt.
Im Jahre 1397 waren sogenannte „Schmalkalder Artikel“, eine Bezeichnung für in der Stadt gefertigten Stahlwaren, auf der Frankfurter Messe vertreten. Um das Jahr 1554 gab es 225 Schmiedewerkstätten. Die Fertigung von Eisen- und Stahlwaren erstreckte sich dann unter anderem auf Ahlen und Bohrer, Messer und Scheren, Striegel und Löffel, Hufeisen, Zangen und Spieße. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert begann der Wandel vom Handwerk zur industriellen Fertigung. Heute besteht das wirtschaftliche Profil der Stadt Schmalkalden aus Betrieben der Werkzeugindustrie, des Sondermaschinen- und Werkzeugbaus, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Holzbearbeitung und des Baugewerbes. Bekannte Unternehmen waren in der DDR das Werkzeugkombinat Schmalkalden und ist bis heute die Thüringer Waldquell (Mineralwasser- und Vita Cola-Produzent).[14]
Verkehr [Bearbeiten]
Seit der Eingemeindung von Wernshausen im Dezember 2008 verläuft die Bundesstraße 19 über das Gebiet der Stadt Schmalkalden. Die nächste Bundesautobahn ist die A 71. Die Entfernung zur Anschlussstelle Meiningen-Nord beträgt etwa 24 Kilometer und zu den Anschlussstellen Suhl/Zella-Mehlis sowie Oberhof sind es etwa 26 Kilometer. Um die Stadt für wirtschaftliche Investitionen attraktiver zu machen, hat man sich darauf geeinigt, die Bundesstraße 62 (Bad Hersfeld–Barchfeld) bis zur A 71 im Raum Suhl/Zella-Mehlis zu verlängern. In diesem Zusammenhang soll die bereits bestehende Straße ausgebaut werden, da der Verkehr aus dem Südthüringer Wirtschaftszentrum Suhl/Zella-Mehlis in Richtung Osthessen (Bad Hersfeld, Kassel) zugenommen hat und die bisherigen Straßen ihn nicht mehr bewältigen können. Dazu ist bereits eine Ortsumgehung für Schmalkalden im Bau. Schmalkalden liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.
Mit der Bahnstrecke Wernshausen–Zella-Mehlis(–Suhl) ist Schmalkalden seit 1874 an das Bahnnetz angebunden. Diese Strecke wird von der Süd-Thüringen-Bahn befahren. Auf Schmalkalder Gebiet befindet sich der Hauptbahnhof, die Haltestellen Schmalkalden Fachhochschule (ehem. Stillertor), Auehütte, Mittelschmalkalden, Niederschmalkalden, sowie Wernshausen. Dort besteht die Möglichkeit in Züge der Werrabahn umzusteigen. Im Stadt- und Regionalverkehr mit Bussen ist die Meininger Busbetriebs GmbH aktiv.
Bildung [Bearbeiten]
1902 wurde die „Königliche Fachschule für Kleineisen- und Stahlwarenindustrie Schmalkalden“ gegründet, die 1918 den Status einer Staatlichen Fachschule erhielt. Aus ihr ging 1950 die Ingenieurschule für Maschinenbau, die eine wichtige Ingenieurschule im Bildungssystem der DDR war. Die 1991 gegründete Fachhochschule Schmalkalden schließt an diese Traditionen an, ist jedoch kein Rechtsnachfolger der früheren Schulen. Seit 2004 ist die Stadt berechtigt, die Bezeichnung „Hochschulstadt“ zu führen.
Das Berufsbildungszentrum Schmalkalden bietet weitere Berufsausbildungsmöglichkeiten. Berufsschüler des Berufsbildungszentrums beteiligten sich am Bau von mehreren Objekten im Nationaldenkmal Skulpturenpark Deutsche Einheit.
Schmalkalden verfügt über zwei Grundschulen (in Schmalkalden und Weidebrunn), eine Regelschule (Staatliche Regelschule Schmalkalden) und ein Gymnasium (Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden) sowie ein Berufsbildungszentrum BBZ (Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule und berufliches Gymnasium). Das Staatliche Regionale Förderzentrum „Ludwig Bechstein“ Schmalkalden fördert und unterstützt die Persönlichkeit behinderter Kinder und Jugendlicher im schulischen Bereich. Weitere Bildungseinrichtungen sind die Pestalozzi-Schule Schmalkalden, das Blindeninstitut Thüringen und die Volkshochschule Schmalkalden.
Der Musikverein Schmalkalden und die Musikschule bieten musikalische Früherziehung und solide Breitenausbildung.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Mit Kati Wilhelm, Sven Fischer und Frank Luck stammen drei der insgesamt neun deutschen BiathlonWeltcupsieger der Nachwendezeit aus Schmalkalden.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johannes Matthaeus (1526–1588), evangelischer Theologe
- Johannes Bornschürer (1625–1677), evangelischer Theologe
- Christoph Cellarius (1638–1707), Hallenser Gymnasialdirektor und Geschichtsprofessor
- Johann Conrad Geisthirt (1672-1737), Historiker, Verfasser von Historia Schmalcaldia
- Johann Simonis (1698-1768), evangelischer Theologe und Orientalist
- Christian von Massenbach (1758–1827), preußischer Oberst und Schriftsteller
- Karl Friedrich Vollgraff (1794–1863), Jurist und früher Soziologe
- Karl Wilhelm (1815–1873), Chorleiter und Komponist unter anderem von Die Wacht am Rhein
- Kurt Schlesinger (1902-1964) Mechaniker jüdischer Abstammung und NS-Kollaborateur im Durchgangslager Westerbork
- Eberhard Weis (* 1925), Historiker
- Heinz Roth (* 1931), MfS-Offizier
- Karl-Heinrich Bieritz (1936–2011), evangelischer Theologe
- Wolfgang Wicht (* 1937), Anglist, Professor für Geschichte der englischen Literatur an der PH Potsdam
- Dietrich Papsch (* 1938), Umweltaktivist und Buchautor
- Angela Steinmüller (* 1941), Mathematikerin und Schriftstellerin
- Elke Kast (1946-1993), Fernsehansagerin
- Christa Moog (* 1952), Schriftstellerin
- Ulrike Apel-Haefs (1952–2009), Politikerin (SPD)
- Manfred G. Schmidt (* 1952), Epigraphiker
- Heiko Salzwedel (* 1957), Radsporttrainer
- Kirsten Tackmann (* 1960), Politikerin (Linkspartei)
- Frank Luck (* 1967), ehemaliger Biathlet
- Sven Fischer (* 1971), ehemaliger Biathlet und Ehrenbürger von Schmalkalden[15]
- Steffi Jacob (* 1975), Skeletonpilotin
- Kati Wilhelm (* 1976), ehemalige Biathletin
- Alexander Wolf (* 1978), Biathlet
- Kati Klinzing (* 1982), Skeletonpilotin
- Stefanie Szczurek (* 1986), Bobfahrerin
- Juliane Döll (* 1986), Biathletin
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Caspar Aquila (1488–1560), Reformator, Dekan von Schmalkalden
- Samuel Fischer (1547–1600), Professor, Pfarrer und Superintendent, lebte zeitweise in Schmalkalden
- Johann Nikolaus Tischer (1707–1774), Organist und Komponist, lebte in Schmalkalden
- Johann Friedrich Doles (1715–1797), Komponist, ging in Schmalkalden zur Schule
- Johann Gottfried Vierling (1750–1813), Organist und Komponist, lebte in Schmalkalden
- Hans Adolph Friedrich von Eschstruth (1756–1792), Jurist und Komponist, ging in Schmalkalden zur Schule
- Friedrich Haeffner (1759–1833), Komponist, Hofkapellmeister in Stockholm, danach Director Musices Universität Uppsala, absolvierte seine Ausbildung zum Organisten in Schmalkalden
- Andreas Wiß (1788–1816), Dichter, besuchte das hiesige Lyzeum und starb in Schmalkalden
- Friedrich von Basse (1893–1972), Politiker (SPD), Landrat in Schmalkalden
- Walter Kolb (1902–1956), Politiker (SPD), 1932 zum Landrat von Schmalkalden gewählt
- Hermann Danz (1906–1945), Politiker (KPD) und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, wuchs in Schmalkalden auf
- Arthur Rudolph (1906–1996), Raketeningenieur, studierte zwischen 1921 und 1924 in Schmalkalden
- Alois Bräutigam (1916–2007), Stadtverordneter (SED) 1946–1949
- Jens Goebel (* 1952), Politiker (CDU), ehemaliger Thüringer Kultusminister, 1991 bis 1999 Professor an der Fachhochschule Schmalkalden
- Katrin Apel (* 1973), Biathletin, absolvierte ihre Berufsausbildung in Schmalkalden
- Monique Riekewald (* 1978), Skeletonpilotin, studiert in Schmalkalden
Literatur [Bearbeiten]
- Harry Gerlach: Schmalkalden. 1994, ISBN 3-623-00976-8
- Stadt Schmalkalden, Arbeitsgruppe Festschrift (Hrsg.): 1125 Jahre Schmalkalden. Festschrift. Schmalkalden, 1999, ISBN 3-00-004395-0
- Peter Handy, Karl-Heinz Schmöger: Fürsten, Stände, Reformatoren. Schmalkalden und der Schmalkaldische Bund. Justus Perthes Verlag, Gotha 2002, ISBN 3-623-00746-3
- Norbert Krah: Die Fach- und Ingenieurschule Schmalkalden – Ein geschichtlicher Abriss. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2002, ISBN 3-934572-51-0
- Przemyslaw P. Zalewski: Baugeschichte einer Handwerkerstadt. Schmalkalden. Reinhold, 2004, ISBN 3-910166-90-3
- Michael Eckardt (Hg.): Paul Weber: Die Wilhelmsburg über Schmalkalden. Elch-Verlag, Bad Liebenstein 2005, ISBN 3-933566-30-4
- Norbert Krah: Das Eisenhandwerk und die metallverarbeitende Industrie in Schmalkalden. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. FBF-Forschungs- und Bildungs-Fördergesellschaft Schmalkalden/Verein für hessische Geschichte und Landeskunde e. V., 2006, ISBN 3-9810525-7-9
- Manfred Salzmann: Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Schmalkalden. In: Werte unserer Heimat. Band 48. Akademie-Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-05-000378-2, S 96f.
- J. G. Wagner: Geschichte der Stadt und Herrschaft Schmalkalden. Nebst einer kurzen Uebersicht der Geschichte der ehemaligen gefürsteten Grafschaft Henneberg. Elwert'scher Verlag, Marburg u. Leipzig 1849, S. 436 (Digitalisat bei Google Books).
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ V. Wahl, Beiträge zur Geschichte der Stadt Schmalkalden, Schmalkalden 1974, S. 20.
- ↑ Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen (Hrsg.): Wer beschützet und erhält ... Verborgene Schätze aus thüringischen Archiven. In: Ausstellungskatalog. Fuldaer Verlagsanstalt, Frankfurt 1999, Siegel dreier Hennebergischer Städte, S. 53.
- ↑ Norbert Krah: Das Eisenhandwerk und die metallverarbeitende Industrie in Schmalkalden – Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2007, ISBN 3-9810525-7-9
- ↑ Rudolf Zießler: „Schmalkalden“ in „Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg“, Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag Berlin 1978, S. 528/29
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 256ff., ISBN 3-88864-343-0
- ↑ Norbert Moczarski etal, Thüringisches Staatsarchiv Meiningen (Hrsg.): Thüringisches Staatsarchiv Meiningen. Abteilung Regionales Wirtschaftsarchiv Südthüringen in Suhl. Eine kurze Bestandsübersicht. 1 Auflage. Druckhaus Offizin Hildburghausen, 1994, Entwicklung traditioneller Industriegebiete in Südthüringen bis 1990, S. 16–24.
- ↑ Erdfälle in Thüringen Hintergrundbericht des MDR
- ↑ Krater in Thüringen auf T-Online.de (abgerufen am 1. November 2010)
- ↑ Krater nach Erdfall in Schmalkalden auf MDR.de (abgerufen am 1. November 2010)
- ↑ Denkmal in Not: Die offene Wunde, Artikel im Internetauftritt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
- ↑ Einzigartig und besonders, Internetversion der Südthüringer Zeitung, erschienen am 6. Mai 2011
- ↑ Hans Schwarz: Bas me üwer onser all Staadt Schmakalle moss wess. „Kleiner Fremdenführer" in Schmalkalder Mundart. In: Schmalkalder Geschichtsblätter. Nr. 3, Schmalkalden 1996, ISSN 0946-5790, S. 38–40.
- ↑ Wirtschaftsgeschichte auf schmalkalden.de
- ↑ http://www.rp-online.de/sport/biathlon-sven-fischer-geniesst-den-favoritendruck-1.1542180
Weblinks [Bearbeiten]
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