Konrad-Adenauer-Haus (Bonn)

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Stadtbahn und Konrad-Adenauer-Haus (1986)

Das Konrad-Adenauer-Haus im Bonner Parlaments- und Regierungsviertel war von 1972 bis 2000 Sitz der Bundesgeschäftsstelle der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU). Es befand sich an der Ostseite der Friedrich-Ebert-Allee (Bundesstraße 9) im Ortsteil Gronau und wurde im Dezember 2003 gesprengt.

Ziel der Errichtung des nach dem ersten Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Konrad Adenauer benannten Baus war die Zusammenführung der zuvor in 17 Gebäuden über das Bonner Stadtgebiet verteilten CDU-Zentrale. Ihre Arbeit in Bonn hatte sie Ende 1950 im Ortsteil Poppelsdorf aufgenommen. Anschließend befand sich der Hauptstandort im Gebäude des Verbands der Deutschen Zuckerindustrie in der Südstadt.[1] 1962 erwarb die CDU das Grundstück an der B 9. 1966 beantragte sie die Baugenehmigung. Der Baubeginn erfolgte 1970. Das nach einem Entwurf der Frankfurter Architekten Max Meid und Helmut Romeick errichtete Hochhaus wurde im Dezember 1971 bezogen. Die offizielle Einweihungsfeier fand im Januar 1973 statt und war mit der Aufstellung einer Konrad-Adenauer-Büste verbunden.[2]

Das Konrad-Adenauer-Haus war ein Stahlbetonbau, verkleidet durch italienischen Kalkstein. Dem zehnstöckigen Hochhaus waren ein zweistöckiges Betriebsgebäude, Kantine und Gesellschaftsräume (inkl. Festsaal) im Südflügel angegliedert, die auch parteifremden Organisationen zur Verfügung standen. Charakteristisch für dieses Gebäude im damaligen Regierungsviertel waren die großen roten Leuchtbuchstaben „CDU“ auf dem Dach. Sie sind mittlerweile im Haus der Geschichte ausgestellt. Das Gebäude und das umliegende Gelände wurde 1998 von der Deutschen Telekom gekauft. Nachdem die Parteizentrale 2000 nach Berlin ins neue Konrad-Adenauer-Haus verlegt worden war, wurde das alte Bonner Gebäude am 14. Dezember 2003 gesprengt. Auf dem Gelände entstand von 2006 bis 2008 der Office Port Bonn, in den die Zentrale der Telekom-Festnetzsparte T-Home eingezogen ist. Es ist Teil des Wegs der Demokratie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4, S. 56.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konrad-Adenauer-Haus (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Bonn, Stadtarchiv (Hrsg.); Helmut Vogt: „Der Herr Minister wohnt in einem Dienstwagen auf Gleis 4“. Die Anfänge des Bundes in Bonn 1949/50, Bonn 1999, ISBN 3-922832-21-0, S. 232.
  2. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.); Matthias Hannemann, Dietmar Preißler: Bonn - Orte der Demokratie: Der historische Reiseführer, Ch. Links Verlag 2009, S. 107.

50.7083333333337.13Koordinaten: 50° 42′ 30″ N, 7° 7′ 48″ O