Koralpe

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Koralpe
Karte der Koralpe

Karte der Koralpe

Die Koralpe von Westen gesehen

Die Koralpe von Westen gesehen

Höchster Gipfel Großer Speikkogel (2140 m ü. A.)
Lage Steiermark, Kärnten, Slowenien
Koordinaten 46° 48′ N, 14° 59′ O46.814.9833333333332140Koordinaten: 46° 48′ N, 14° 59′ O

Die Koralpe (slowenisch Golica; umgangssprachlich Koralm) ist ein Gebirgszug der Lavanttaler oder Norischen Alpen in Österreich zwischen Mur und Lavant. Höchster Gipfel ist der Große Speikkogel mit 2140 m.

Topographie[Bearbeiten]

Die Koralpe ist im Westen begrenzt durch das Lavanttal, im Norden durch den Packsattel, im Osten durch das Weststeirische Hügelland und im Süden durch die Soboth, einen Bergsattel zwischen Drautal und Sulmtal. Entlang des Berggrats verläuft die Grenze zwischen den österreichischen Bundesländern Kärnten und Steiermark. Obwohl die höchsten Bereiche des aus kristallinem Gestein aufgebauten Gebirgszuges Hochgebirgscharakter aufweisen, ist der größte Teil des Gebietes durch Mittelgebirgsformen geprägt.

Die wichtigsten Gipfel sind:

  • Großer Speikkogel (2140 m): Beliebtes Wanderziel. Neben einer Schutzhütte stehen rund um den Gipfel auch Sender der Österreichischen Rundfunksender GmbH (ORS) sowie je eine Radaranlage des Bundesheeres und der Austro Control.
  • Reinischkogel (1463 m): Der im Nordosten etwas vorgelagerte Bergstock, dessen Gebiet ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der Landeshauptstadt Graz ist, kann mit einigen Gaststätten aufwarten. Vom Hauptgebirgszug ist der Reinischkogel durch die Tiefenlinie Wildbach-Schrogentor-Oberer Modriachwinkel gut abgegrenzt.

Auf der Soboth, ganz im Süden des Gebirgszuges, befindet sich der Stausee Soboth, dessen Wasser zur Stromerzeugung in Lavamünd verwendet wird. Hier geht die Koralpe in den Poßruck oder Radlkamm (slowenisch Kozjak) über. Die Südabdachung, die teilweise in Slowenien liegt, weist Mittelgebirgscharakter auf und wird durch zum Teil schluchtartige Kerbtäler zur Drau hin entwässert. Die höchste Erhebung der Südabdachung ist der an der Grenze zwischen Kärnten und Slowenien gelegene Hühnerkogel (slowenisch Košenjak, 1522 m).

Das Gebiet der Koralpe wird vom österreichischen Nord-Süd-Weitwanderweg (Weg 05) durchquert.

Geologie[Bearbeiten]

Die Koralpe besteht aus einer großen, auf die Stubalpe aufgeschobenen Deckeneinheit. Im Westen von der Saualpe begrenzt, verschwindet die Koralpe im Osten unter den Sedimenten des Steirischen Beckens. Im Süden setzt sich der Koralpenkristallin (Altkristallin) im Zug des Bachern (slowenisch Pohorje) fort.

Durch Eiszeit und Erosion wurde der Gebirgszug geglättet. Er ist aus metamorphen Gesteinen aufgebaut. Typisch sind die Plattengneise, die unter dem Namen „Stainzer Platten“ abgebaut und vermarktet werden. Eine weitere Besonderheit sind die in den Gneisen auftretenden Eklogite.

Im Bereich der Weinebene kommen Pegmatite vor, welche Spodumen, ein lithiumhaltiges Silikat führen und die größte Lithium-Lagerstätte Europas bilden. Weitere Rohstoffe, die im Gebirgszug vorkommen, sind Quarz und Marmor für die Glaserzeugung, Feldspat für die Herstellung von Porzellan, Glimmer für Isolationszwecke und Hämatit.

Die Unterlagen der Lagerstättenkunde verzeichnen eine Reihe weiterer Erz- und Mineralvorkommen, so z.B. auch ein Goldvorkommen bei Deutschlandsberg.[1]

Tourismus[Bearbeiten]

Vor allem die Gegend rund um die Weinebene, ein Bergsattel etwa in der Mitte des Gebirges, ist ein beliebtes Wandergebiet mit vielen Wanderwegen und Berghütten. Vom Kärntner Talort Wolfsberg aus können auch das Koralpenhaus und der Große Speikkogel in einer einfachen Wanderung erreicht werden.

Außerdem ermöglichen einige kleine Wintersportzentren das Ausüben von alpinem und nordischem Skisport.

Aufgrund der lokalen topographischen Gegebenheiten sind im Bereich der Waldrast (Ortsteil Wolfsberg-Rieding) exzellente Bedingungen für Drachenflug, Gleitschirmflug und Modellflug gegeben. Von diesem Punkt aus können vom Frühjahr bis in den Herbst stundenlange Thermik- oder Hangflüge unternommen werden.

Hütten[Bearbeiten]

fast alle Hütten liegen in der Steiermark:

  • Stoffhütte (1424 m): am Weg von der Weinebene zum Packsattel (2007 nur mehr an wenigen Wochenenden in geringem Umfang bewirtschaftet)
  • Rehbockhütte (Hebalmwirtshaus) (1365 m): am Weg von der Weinebene zum Packsattel circa 1 km nördlich der Stoffhütte an der Hebalmstraße (Verbindung Deutschlandsberg-Wolfsberg)
  • Freiländeralm-Hütte (1415 m): circa 2 km nördlich der Rehbockhütte, bewirtschaftet nur während der Almsaison (Frühjahr bis Herbst)
  • Grünangerhütte (1580 m): am Weg von Glashütten zum Großen Speikkogel, bei der Hütte am Weg in das Bärental das „Reiner Bründl“ zur Erinnerung an Sepp Reiner, den maßgeblichen Mitarbeiter beim Ausbau der Hütte 1979.[2]
  • Koralpenhaus (1966 m): in Kärnten, knapp unter dem Gipfel des Großen Speikkogel
  • Glashütte (1314 m): nahe der Soboth
  • Godingerhütte (1650 m) Hütte des SC Eitweg/Koralpe, über den Panoramaweg vom Koralpenparkplatz aus zu erreichen
  • Grillitschhütte, früher „Schafhütte“ (1710 m): auf der Kärntner Seite zwischen Großem Speikkogel und der Weinebene, markant ist der runde Bau
  • Gundisch Hütte (1435 m): direkt am Wanderweg vom Speikkogel Richtung Stausee Soboth, Alm und Ausschank während der Sommermonate
  • Schwanberger Brendlhütte (circa 1500 m): Direkt am Wanderweg von St. Anna in Richtung des Großen Speikkogels
  • Großhöllerhütte beim großen Kar (1790 m): oberhalb des Pomswasserfalls in Kärnten

Schigebiet[Bearbeiten]

Des Weiteren ist die Koralpe ein bekanntes Schigebiet im Lavanttal. Vorhanden sind ein Vierer-Sessellift, vier Schlepplifte, ein Übungslift und ein Förderband. Das Schigebiet erstreckt sich von 1550 bis 2070 m Seehöhe mit 28 km Schipisten.

Verkehr[Bearbeiten]

Erkundungsstollen für den künftigen Koralmtunnel

Von Kärnten in die Steiermark führen (Reihenfolge von Nord nach Süd):

sowie die in Bau befindliche Koralmbahn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leopold Weber (Hrsg.): Handbuch der Lagerstätten der Erze, Industrieminerale und Energierohstoffe Österreichs. Erläuterungen zur metallogenetischen Karte von Österreich 1 : 500.000 unter Einbeziehung der Industrieminerale und Energierohstoffe. Archiv für Lagerstättenforschung Band 19 Wien 1997. Geologische Bundesanstalt ISBN 3-900312-98-2 ISSN 0253 – 097X. (Verzeichnis der bearbeiteten Rohstoffvorkommen, nach ÖK-Blättern geordnet, Seite 25 (PDF; 43 MB))
  2. Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“ vom 26. März 2010. 83. Jahrgang Nr. 12. Seite 4.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Koralpe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien