Löffelholz von Kolberg

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Das Wappen der Löffelholz (1605 – Siebmacher)
Das Wappen der Löffelholz (um 1550 – Sebald Beham)

Die Löffelholz von Kolberg (auch: Löffelholz von Colberg) sind eine Patrizierfamilie der Reichsstadt Nürnberg. Die Löffelholz waren ab 1440, mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806, im „Inneren Rat“ vertreten und gehörten nach dem „Tanzstatut“ zu den „erst zugelassenen“ ratsfähigen Geschlechtern.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung der Löffelholz (auch: Loeffelholz, Löffelholtz oder Loeffelholtz) lässt sich erstmals im 13. Jahrhundert unter der Ministerialität der Bischöfe von Bamberg nachweisen. Aufgrund der Kämpfe zwischen den Bischöfen und der Bamberger Bürgerschaft verließen sie Bamberg und siedelten um 1420 nach Nürnberg über. Burkhard und Hans Löffelholz waren die ersten Vertreter des Geschlechts in Nürnberg.

Im Landshuter Erbfolgekrieg führte der Feldhauptmann Thomas Löffelholz (1472–1527) erfolgreich die Truppen Herzog Albrechts IV. und wurde als Anerkennung mit „Schloss Kolberg“ 48.22497222222212.672777777778 in Altötting belohnt, nach dem sich die Familie seither nannte. 1512 wurde der Zusatz auch als Adelstitel anerkannt. Angehörige des Geschlechts waren ab dem 18. Jahrhundert, wegen des Besitzes von Mühlendorf und Erlau, Mitglied im Ritterkanton Steigerwald des Fränkischen Ritterkreises und somit Reichsritter. Schon im 17. Jahrhundert war ein Zweig der Familie vermutlich im Ritterkanton Gebürg immatrikuliert.

Bereits 1708 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, wurden die Löffelholz von Kolberg 1813 in die Freiherrenklasse des bayerischen Adels immatrikuliert.

Ehemalige Besitzungen (Auszug)[Bearbeiten]

In und um Nürnberg herum hatten die Löffelholz große Besitzungen. Ihr Nürnberger Stammsitz war 1455–1945 Gibitzenhof mit dem gleichnamigen Herrensitz. Unter anderem hatten sie folgende Besitzungen:

  • 1463–???? Burg Tennenlohe
  • 1470–1852 Schloss Heroldsbach
  • 1522–1540 den Herrensitz Birnthon
  • 1563–1837 den Herrensitz Zerzabelshof
  •  ????–1609 das Weiherhaus bei Stein
  • 1636–1677 den Herrensitz „Großer Burgstall“ in Wendelstein
  • 1642–1739 das Schloss Malmsbach.
  • 1654–1675 das Hammerherrenhaus Rothenbruck, Neuhaus an der Pegnitz (Löffelholz-Tetzel-Kreß-Gesellschaft)
  • 1657–???? das Petzsche Schloss in Schwarzenbruck
  • 1657–1800 das Löffelholz-Schlösschen in Gostenhof
  • 1658–1738 den Herrensitz Steinach (Löffelholz von Colberg auf Steinach)
  • 1695–???? das Zeidlerschloss in Feucht
  •  ????–1743 den Herrensitz Letten bei Lauf an der Pegnitz
  •  ????–1825 Grundherrschaften in Mögeldorf (Linksches Schloss, Bremensitz)
  • 1507–1564 das Schloss Neukolberg bei Altötting
  •  ????–???? Besitzungen in Belmbrach bei Roth[1]
  •  ????–???? Röthenbach bei Schweinau (Lehnsherren)
  •  ????–???? den Förrenbergerschen Sitz in Erlenstegen
  •  ????–???? den Dietherrschen Sitz in Erlenstegen
  • 1945–1955 den Herrensitz „Neues Schloss“ in Vorra

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Viergeteilter Schild, im ersten und dritten Feld in Rot ein schreitendes silbernes Lamm. Im zweiten und vierten Feld jeweils drei hintereinander liegende Spitzhüte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belmbrach
  2. Johann August Ritter von Eisenhart: Löffelholz von Colberg, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 90–95.
  3. Johann August Ritter von Eisenhart: Löffelholz von Colberg, Thomas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 96–99.
  4. Glossar Deutsch-Neuhochdeutsch, uni-hamburg.de. Abgerufen am 30. Dezember 2013.
  5. Johann August Ritter von Eisenhart: Löffelholz-Colberg, Georg Wilhelm (I.) Reichsfreiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 88–90.
  6. Richard Heß: Löffelholz-Colberg, Freiherr Sigmund Friedrich von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 95 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph von Imhoff (Hrsg.): Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten. Nürnberg: Hofmann, 1984, 425 S., ISBN 3-87191-088-0; 2., erg. u. erw. Auflage, 1989, 459 S.; Neuauflage: Edelmann GmbH Buchhandlung, Oktober 2000
  •  Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).
  • Genealogisches Handbuch des lebenden Raths-, Gerichts- und Aemterfähigen Adels zu Nürnberg, S.102ff, Digitalisat Löffelholz von Kolberg
  • Johann Gottfried Biedermann, Georg Ernst Waldau, Geschlechtsregister des hochadelichen Patriciats zu Nürnberg, S.76ff, Digitalisat Löffelholz von Kolberg

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löffelholz von Kolberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien