Mögeldorf

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49.45944444444411.131944444444Koordinaten: 49° 27′ 34″ N, 11° 7′ 55″ O

Mögeldorf
Stadt Nürnberg
Höhe: 313–316 m ü. NN
Fläche: 3,33 km²
Einwohner: 9421 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 1. Januar 1899
Postleitzahlen: 90480, 90482
Vorwahl: 0911
Karte

Lage der Gemarkung 3445 Mögeldorf in Nürnberg

Mögeldorf ist seit 1899 ein Stadtteil von Nürnberg in der Östlichen Außenstadt (Statistischer Bezirk 92) und zählt zu den sehenswerten Stadtteilen Nürnbergs.

Geographie[Bearbeiten]

Mögeldorf liegt im Osten der Stadt und wird im Westen durch die Ringstraße, im Norden durch den Wöhrder See und die Pegnitz sowie im Süden durch den Lorenzer Reichswald begrenzt. Nachbarorte sind die Nürnberger Stadtteile St. Jobst, Erlenstegen, Unterbürg, Laufamholz, Rehhof, Zerzabelshof und Tullnau sowie das gemeindefreie Gebiet Laufamholzer Forst im Lorenzer Reichswald.

Geschichte[Bearbeiten]

Mögeldorf, früher auch Megelendorf genannt, wurde am 6. Mai 1025 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit älter als Nürnberg selbst. Der Ort war zunächst ein befestigter Wirtschaftshof an einer Pegnitzfurt, durch die mehrere Altstraßen führten. Er diente König Konrad II. als Außenstelle seines Hofes. Auf seinen Reisen von Regensburg nach Bamberg „beurkundete“ der Herrscher in den Jahren 1025 und 1030 in Mögeldorf.

Neben Bauern und den üblichen Handwerkern siedelten sich später mehrere Steinhauer an, die in den nahegelegenen Steinbrüchen arbeiteten. Im Mittelalter und in der Renaissance erbauten hier am Kirchenberg, idyllisch über der Pegnitz gelegen, mehrere Nürnberger Patrizierfamilien Landsitze, die zum Teil noch heute zu sehen sind. Im Jahre 1561 wurde eine Papiermühle errichtet, aus der später die Kunstmühle der Familie Satzinger hervorging.

Am 1. Januar 1899 wurde Mögeldorf in die Stadt Nürnberg eingegliedert.[1]

In der Neuzeit ist Mögeldorf seiner Tradition als gehobenes Wohnviertel treu geblieben und zählt neben Erlenstegen auf dem gegenüberliegenden Pegnitzufer heute zu den besten Nürnberger Wohnlagen. Das grüne Pegnitztal mit dem Wöhrder See, der nahe Reichswald und der Schmausenbuck mit Tiergarten sind Garant für den hohen Naherholungswert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche von Süden, Sep. 2004

Die gotische Kirche und einige (ehemalige) Herrensitze sind sehenswert. Ein Spaziergang hinunter ins Pegnitztal, an der Satzinger-Mühle (1869 benannt nach Michael Satzinger) vorbei und an den Ufern des Wöhrder Sees ist lohnend und lehrreich, denn es gibt dort einen Naturerlebnispfad mit über 20 Stationen.

Etwas südlich von Mögeldorf liegt im benachbarten Stadtteil Zerzabelshof der Nürnberger Tiergarten, einer der größten Tierparks Deutschlands. Am Westrand des Stadtteils (in Richtung Innenstadt) befindet sich der „Business-Tower“ der Nürnberger Versicherungsgruppe.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Mögeldorf verfügt mit einem Einkaufsmarkt und zahlreichen kleinen Geschäften und Gasthäusern im alten Ortskern über eine gute Nahversorgung.

Durch den Stadtteil verläuft von West nach Ost die an der Ringstraße beginnende Staatsstraße 2241 (Nürnberg–Hiltpoltstein) als Ostend- und Laufamholzstraße, die Mögeldorf mit der A 3 an der Anschlussstelle Nürnberg-Mögeldorf verbindet. An der von Ost nach West verlaufenden Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf liegt der Bahnhof Nürnberg-Mögeldorf, der sowohl von der Regionalbahnlinie R4 als auch von der S-Bahnlinie S1 bedient wird. Im Nahverkehr wird Mögeldorf durch die Straßenbahnlinie 5 erschlossen, die an der Haltestelle Mögeldorf (am „Mögeldorfer Plärrer“) auf die Stadtbuslinien 40, 45 und 65 trifft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Flierl: Mögeldorf - seine Geschichte, seine Straßen. [Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft für Belange u. Geschichte Mögeldorfs e.V.]. - [Mögeldorf]: Arbeitsgemeinschaft für Belange u. Geschichte Mögeldorfs, 1985. - 192 S., IDN: 880858583 - (Schriftenfolge der Arbeitsgemeinschaft für Belange und Geschichte Mögeldorfs e.V. ; Bd. 4)
  • Gerhard Kindler: Mögeldorf einst und jetzt, ein. Bildband. [Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft für Belange u. Geschichte Mögeldorfs]. - Mögeldorf: Arbeitsgemeinschaft für Belange u. Geschichte Mögeldorfs, 1978. - 213 S. (Schriftenfolge der Arbeitsgemeinschaft für Belange und Geschichte Mögeldorfs e.V. ; Bd. 3) IDN: 790532638
  • Leo Beyer: Der Nürnberger Stadtteil Mögeldorf. Eine Häusergeschichte. Nürnberg: Spindler, 1964. - 454 S., (Freie Schriftenfolge der Arbeitsgemeinschaft für Belange und Geschichte Mögeldorfs e.V. ; Bd. 2) IDN: 450439569
  • Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V.(Hrsg.): Mögeldorf - ein Streifzug durch die Geschichte. 1. Auflage, Nürnberger Stadtteilbücher Nr. 5, Nürnberg: Sandberg-Verlag, 2000, 239 S., ISBN 3-930699-18-4
  • Hermann Rusam: Mögeldorf. Sonderdruck, Nürnberg: Korn und Berg, 1990, 32 S., ISBN 3-87432-121-5
  • Hermann Rusam: Die bauliche Entwicklung des alten Ortskerns von Mögeldorf. In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft e.V., 1990, Nr. 1, S. 181-200
  • Barbara Schock-Werner: Nürnberg-Mögeldorf, St. Karl Borromäus. [Fotos: Reinhard Bruckner]. 1. Auflage, Kunstführer Nr. 1991, München; Zürich: Schnell und Steiner, 1993, 19 S., zahlr. Ill., graph. Darst.; IDN: 944253784

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 602

Weblinks[Bearbeiten]