Erlenstegen

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49.47444444444411.14Koordinaten: 49° 28′ 28″ N, 11° 8′ 24″ O

Erlenstegen
Stadt Nürnberg
Fläche: 1,03 km²
Einwohner: 3983 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 1899
Postleitzahl: 90491
Vorwahl: 0911
Karte

Gemarkung 3415 in Nürnberg

Erlenstegen ist seit dem 1. Januar 1899 ein Stadtteil von Nürnberg (Statistischer Stadtteil 9 - Östliche Außenstadt).[1] Zu Erlenstegen gehörten bereits seit 1808/18 die Siedlung Spitalhof und seit 1813/18 der Pfarrort St. Jobst (1696 als selbständige Pfarrei bestätigt). Erlenstegen liegt östlich des Stadtzentrums und nördlich der Pegnitz, über die B 14 und dem ÖPNV mit der Straßen- und Regionalbahn erreichbar.

Geographie[Bearbeiten]

Erlenstegen liegt im Nordosten von Nürnberg und grenzt an die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt. Die Geographie Erlenstegens ist geprägt von zwei Erhebungen, dem zentral gelegenen Platnersberg (335,5m) mit einer etwa 10 ha großen Parkanlage sowie dem im Osten liegenden Kohlbuck (340m). Nach Süden hin trennt der Wiesengrund des Pegnitztals Erlenstegen von Mögeldorf.

Historie[Bearbeiten]

Noch heute erinnert eine Martersäule auf Höhe Erlenstegenstraße 118 (ehemaliger Kalbsgarten) mit einer Darstellung von Maria und Johannes unter dem Kreuz an die Zeit, als die Grenze Neu-Böhmens bis Erlenstegen reichte. Von Erlenstegen führte die so genannte Goldene Straße nach Prag, die Verlängerung der heutigen Äußeren Sulzbacher Straße und Erlenstegenstraße nach Osten. Während die Herrensitze der wohlhabenden Patrizier schon seit Jahrhunderten das Bild vom bäuerlich ausgerichteten Erlenstegen prägten, entwickelte sich der Stadtteil im 20. Jahrhundert zu einem Villenvorort. Erlenstegen gilt deshalb als eine der begehrtesten Wohnlagen im Stadtgebiet.

Bauwerke[Bearbeiten]

St. Jobst von NW

Historisch bedeutsam ist die heutige Pfarrkirche St. Jobst, die zunächst um 1300 als Wallfahrtskapelle in Erscheinung trat, doch dann zusammen mit dem ummauerten Friedhof (Pestfriedhof) vom ehemaligen Siechkobel ihren Ursprung genommen hat. Mauerteile des 1356 geweihten Gründungsbaus sind vor allem im Bereich des polygonal gebrochenen Chores zu erkennen.

Von ursprünglich acht Herrensitzen sind heute nur noch wenige Gebäude in der vorstädtischen Wohn- und Villenbebauung auszumachen (Scheuerl'sches Schlösschen, Wölkern'scher Herrensitz, Kressenhof sowie Nebenbauten ehemaliger Herrensitze).

Wasserwerk Erlenstegen

Das Wasserwerk am Ostrand der Gemarkung in geringer Entfernung von der Pegnitz besteht seit dem 19. Jahrhundert. Nordöstlich des Ortes entspringt der ca. zwei Kilometer lange Bach Tiefgraben und mündet nach einem windungsreichen Verlauf in die Pegnitz.

Freizeit[Bearbeiten]

In Erlenstegen befindet sich das Freibad Naturgartenbad. Im Nordosten befinden sich ein Sportverein mit Fußball- und Tennisplatz. Der an Erlenstegen grenzende Reichswald sowie das Pegnitztal bieten Erholungsmöglichkeiten.

Persönlichkeiten mit Wohnsitz in Erlenstegen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dehio: Bayern I: Franken. 2. Aufl., München 1999, S.798
  • Günther P. Fehring und Anton Ress (†): Die Stadt Nürnberg. Kurzinventar. 2. Aufl., bearb. von Wilhelm Schwemmer, München: Dt. Kunstverl. 1977 [unver. Nachdruck 1982] (= Bayerische Kunstdenkmale; 10), S. 278–281.
  • Georg Rusam: St. Jobst in Geschichte und Gegenwart (Mit 37 Bildern). Nürnberg: Evang.-Luther. Kirchengemeinde St. Jobst, 1969, 55 Seiten.
  • Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt und Bernd Windsheimer: Arbeiterwohnungen, Villen und Herrensitze. Der Nürnberger Nordosten (Nürnberger Stadtteilbücher 4, hg. von Geschichte Für Alle e.V.). Nürnberg 1998, ISBN 3-930699-11-7.
  • Geschichte Für Alle e. V. (Hrsg.): Zwischen Villa, Altenheim und Mietwohnung. Wohnen in Erlenstegen, St. Jobst und am Nordostbahnhof. In: Nürnberger Stadtteilhefte 2. Nürnberg 2002, ISBN 3-930699-24-9.
  • Hermann Rusam: Erlenstegen - Ein altes nürnbergisches Dorf im Sog großstädtischer Entwicklung. In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft e. V.. Nr. 1, 1986. Verlag Korn u. Berg, Nürnberg 1987, ISBN 3-87432-108-8, S. 145–160.
  • Hermann Rusam: Die bauliche Entwicklung des alten Ortskerns von Mögeldorf. In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft e. V.. Nr. 1, 1990. S. 181–200.
  • Hermann Rusam: Der Ortsname von Erlenstegen. In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft e. V.. Nr. 1, 1990. S. 344–352.
  • C. Seidel: Die Siechköbel vor den Mauern Nürnbergs. Erlangen-Nürnberg 1987, S. 31–40.
  • St. Jobst - acht Jahrhunderte Kirche an ihrem Ort. Nürnberg 1996.
  • Horst-Dieter Beyerstedt (Hrsg.): Aus Erlenstegens Geschichte. Festschrift zum 100. Jahrestag der Eingemeindung Erlenstegens. Im Auftrag des Bürgervereins Nürnberg-St.Jobst/Erlenstegen, Nürnberg 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erlenstegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 602