Lichtenau (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Lichtenau
Lichtenau (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Lichtenau hervorgehoben
49.27694444444410.685277777778390Koordinaten: 49° 17′ N, 10° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 390 m ü. NHN
Fläche: 41,39 km²
Einwohner: 3732 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91586
Vorwahlen: 09827, 09874 (Bachmühle, Kirschendorf, Schlauersbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 175
Marktgliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Ansbacher Straße 11
91586 Lichtenau
Webpräsenz: www.markt-lichtenau.de
Bürgermeister: Uwe Reißmann (SPD)
Lage des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Lichtenau (umgangssprachlich: Līchdna bzw. Liəchdna [2]) ist ein Markt im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Lichtenau liegt im Tal des Flusses Fränkische Rezat etwa zehn Kilometer östlich von Ansbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lichtenau hat 25 Ortsteile[3]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1246 wurde Lichtenau erstmals urkundlich erwähnt, in Zusammenhang mit einem Testament, in dem der staufische Reichsvogt, Rudolf von Dornberg, das Schloss Lichtenau seiner Gemahlin Kunigunde vermacht, Eigentümer ist aber das Reich.

Die fünfeckige Festungsanlage dominiert den alten Ortskern. Sie erinnert stark an die Nürnberger Burg, deren Vorposten sie war. Lichtenau war von 1406 bis 1806 im Besitz der Reichsstadt Nürnberg, die ab 1500 ein Teil des Fränkischen Reichskreises war. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Lichtenau Zuzugsort von rund 65 Glaubensvertriebenen v.a. aus Österreich.[4]

Sehenswert sind neben der Festungsanlage die Dreifaltigkeitskirche, die beiden Toranlagen, das Rathaus und die renovierten Bürgerhäuser im alten Ortskern rund um den Marktplatz.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Fischbach 106 1. April 1971[5]
Herpersdorf 371 1. Januar 1972[5] Eingliederung von 83 der 371 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Petersaurach
Immeldorf 347 1. April 1971[5]
Malmersdorf 164 1. April 1971[5]
Ratzenwinden 183 1. Januar 1972[5] Eingliederung von 57 der 183 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Sachsen
Sachsen 34 1. Oktober 1972[6] Verbleib der anderen Einwohner in Sachsen
Schlauersbach 211 1. April 1971[5]
Unterrottmannsdorf 209 1. Januar 1972[5]
Wattenbach 214 1. Januar 1972[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1910: 1379[7]
  • 1933: 1000
  • 1939: 1009[8]
  • 1961: 1718[6]
  • 1970: 1839[6]

mit den ehemaligen Gemeinden, die jetzt Ortsteile von Lichtenau sind:

  • 1939: 2277
  • 1950: 3797
  • 1961: 3136[6]
  • 1970: 3264[6]
  • 1979: 3443
  • 2004: 3799
  • 2008: 3770

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Lichtenau hat ohne den Bürgermeister 16 Mitglieder.

SPD CSU Unparteiische Wählergemeinschaft Gesamt
2008 4 5 7 16 Sitze
2002 3 7 6 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1980-1996 Friedrich Großmann
  • Bis 2008 Andreas Wattenbach (CSU)
  • Ab 2008 Uwe Reißmann (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Über von Rot, Silber und Blau geteiltem Schildfuß gespalten; vorne in Gold ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dreieinigkeitskirche[Bearbeiten]

spätbarocke Kirche, 1724 erbaut

Dreieinigkeitskirche (Lichtenau)

Feste Lichtenau[Bearbeiten]

Innenhof der Feste

Die Festung Lichtenau geht auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück. Sie ist ein Glanzstück der Renaissancebaukunst, auch wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung nicht mehr der damaligen Entwicklung des Festungsbaus entsprach und durch ihre Lage im Tal nicht gut gegen Belagerungsartillerie zu verteidigen war. Die Festung wurde viele Jahre als Gefängnis genutzt, nachdem Lichtenau im Jahr 1806 Bayern zugeschlagen worden war. Anfang der achtziger Jahre wurde die Festung umfassend saniert. Das Staatsarchiv Nürnberg hat dort eine Außenstelle.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Größtes Unternehmen am Ort ist die Brauerei Hauff-Bräu.

Golfclub[Bearbeiten]

Der Golfclub Lichtenau-Weickershof e. V. wurde im Jahre 1978 gegründet und hat eine über die Region hinaus bekannte Turnieranlage, die bereits mehrmals Austragungsort deutscher Meisterschaften war. Der Golfplatz wurde mit dem Umweltpreis des Deutschen Golfverbands ausgezeichnet. Langjähriger Präsident des Clubs ist Hans-Peter Müller.

Literatur[Bearbeiten]

Markt Lichtenau[Bearbeiten]

  • Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart, R. A. Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, S. 156f.
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, Erlangen 1955, S. 125f.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, Deutscher Kunstverlag München 1958, S. 122ff.
  • Holzschuher, Heinrich: Geschichte der ehem. Herrschaft, des Marktes, der Feste und des Zuchthauses Lichtenau. Nürnberg 1837.
  • Schnelbögl, Fritz: Nürnbergs Bollwerk Lichtenau (Altnürnberger Landschaft 4. Jg. Sonderheft Nov. 1955).
  • Rechter, Gerhard: Lichtenau und seine Menschen. Die Festung, der Marktort und die Grundherrschaft seit dem 15. Jahrhundert. Ein Häuserbuch (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, Band 25), Nürnberg 2010. ISBN 978-3-929865-34-9.

Feste Lichtenau[Bearbeiten]

  • Daniel Burger, Birgit Friedel: Burgen und Schlösser in Mittelfranken; ars vivendi verlag: Cadolzburg 2003; S. 154-157; ISBN 3-89716-379-9.
  • Robert Giersch, Andreas Schlunk, Berthold Frhr. von Haller: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft - Ein historisches Handbuch nach Vorarbeiten von Dr. Gustav Voit. Lauf an der Pegnitz, Selbstverlag der Altnürnberger Landschaft e. V., 2006. ISBN 978-3-00-020677-1
  • Reiner Heller: Geschichte der Festung Lichtenau, Auflage 2013,Herausgeber-Museumsverein-Lichtenau
  • Reiner Heller: Mühlen an der fränkischen Rezat, von Oberdachstetten bis Georgensgmünd (u.a. Beschreibung der Mühlen in und um Lichtenau, so z.B. im Zandtbachtal), 1. Auflage 2013, Selbstverlag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lichtenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. E. Fechter, S. 125.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1347&attr=590&modus=automat&tempus=20091117/174852&hodie=20091117/174857
  4.  Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Windsbach im 17. Jahrhundert. Eine familiengeschichtliche Untersuchung (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 19). Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2007, ISBN 978-3-929865-12-7, S. 38-43 u. passim.
  5. a b c d e f g h  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  6. a b c d e  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 703 und 706.
  7. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/ansbach.htm
  8. http://geschichte-on-demand.de/bay_ansbach.html