Maihingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Maihingen
Maihingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Maihingen hervorgehoben
48.92804166666710.498119444444425Koordinaten: 48° 56′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wallerstein
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 14,16 km²
Einwohner: 1183 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86747
Vorwahl: 09087
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 176
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weinstr. 19
86757 Wallerstein
Webpräsenz: www.maihingen.de
Bürgermeister: Franz Stimpfle (Wählergruppe Franz Stimpfle)
Lage der Gemeinde Maihingen im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Holzheim (Donau-Ries) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Maihingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wallerstein.

Geografie[Bearbeiten]

Maihingen liegt im Nördlinger Ries und ist Teil der Planungsregion Augsburg.

Es existieren die Gemarkungen Maihingen und Utzwingen.

Wappen[Bearbeiten]

  • Maihinger Wappen:
Wappen

In Rot ein durchgehender goldener Schragen, belegt mit einem silbernen Schild, darin zwei gekreuzte, goldbewehrte rote Bärenpranken. Das Hoheitszeichen der Gemeinde Maihingen leitet sich vom Wappen der Grafen zu Oettingen ab, die Jahrhunderte lang die Landesherrschaft über das Gemeindegebiet von Maihingen innehatten. Maihingen war von jeher der Sitz der „Herren von Maihingen“, die dem Oettingen’schen Vasallenadel angehörten und urkundlich erstmals 1273 nachgewiesen sind. Vermutlich stammen die Bärenpranken aus dem Wappen der „Herren von Maihingen“, deren Schild auch im Wappensaal von Schloss Hochaltingen zu besichtigen ist.

  • Utzwinger Wappen:
  Wappen   Wie die Gemeinde Maihingen führt auch der Ortsteil Utzwingen die gekreuzten Oettinger Schragen allerdings nur im unteren Teil des roten Wappenschildes. Das sich darüber anschließende Wappenoberteil ist fünffach unterteilt durch Diagonalstreifen, die von links oben nach rechts unten verlaufen und im Wechsel silbern und rot gefärbt sind. Diese diagonale Schrägteilung in Silber und Rot ist dem Wappen der vor Jahrhunderten längst ausgestorbenen Herren von Ellrichshausen entnommen. Diese ehemaligen Lehensträger schenkten der „Gemain“ Utzwingen die den heutigen Gemeindewald bildenden Grundstücke.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 1251. Maihingen war im Besitz des Klosters Zimmern und der Grafen von Oettingen-Oettingen, später der Fürsten von Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Spielberg und gehörte seit 1803 zum Fürstentum Oettingen-Wallerstein. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige gemeinde Utzwingen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1069 Einwohner[2]
  • 1970: 1049 Einwohner[2]
  • 1987: 1043 Einwohner
  • 2000: 1224 Einwohner
  • 2011: 1235 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Franz Stimpfle (Wählergruppe Franz Stimpfle). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Zekl Franz (Wählergemeinschaft).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 355.000 €, davon waren umgerechnet 35.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klosteranlage Maihingen[Bearbeiten]

Das Kloster Maihingen ist ein ehemaliges Minoritenkloster. Seit dem 1. Oktober 1984 ist es Sitz des Katholischen Evangelisationszentrums (KEM). Hier finden Kurse und Seminare zur Erneuerung und Vertiefung des Glaubens und zur Mitarbeiterschulung statt. Das KEM wird getragen von der Gemeinschaft Lumen Christi.

Klosterkirche[Bearbeiten]

Klosterkirche

Sehenswert sind hier vor allem der klassizistische Tempietto in der Eingangshalle der Klosterkirche Maria Immaculata. Er wurde geschaffen von dem Augsburger Bildhauer Ignaz Ingerl und stand ursprünglich im Park von Schloss Hohenaltheim als Denkmal für Maria Theresia Prinzessin von Thurn und Taxis (1757–1776), die erste Frau von Fürst Kraft Ernst von Oettingen-Wallerstein. In der Kirche befindet sich auch das Grabmal für Graf Philipp Carl von Oettingen-Wallerstein (1722–1766). Es wurde 1789 ebenfalls von Ignaz Ingerl gebaut mit einem qualitätvollem Bildnis-Medaillon an einer Pyramide, die sich auf einem Sarkophag erhebt. Ebenfalls in der Kirche befindet sich eine Barockorgel, erbaut von 1734 bis 1737 von J. M. Baumeister, die bezüglich Stimmung und Intonation weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Restauriert wurde die Orgel von 1988 bis 1990.

Rieser Bauernmuseum[Bearbeiten]

Geburtshaus des 81. Augsburger Bischofs Josef Stimpfle in Maihingen

Seit 1984 gibt das Rieser Bauernmuseum Maihingen, eine Einrichtung des Bezirks Schwaben, Einblicke in die Volks- und Alltagskultur des Nördlinger Rieses. In zwei Gebäuden der barocken Klosteranlage präsentiert das nordschwäbische Regionalmuseum reiche Bestände didaktisch gut aufbereitet. Die Ausstellungen im ehemaligen Brauhaus drehen sich um die Bereiche Leben, Wohnen und Arbeiten, Warenversorgung und medizinische Betreuung. Einen Schwerpunkt bilden bemalte Möbel aus Rieser Werkstätten. Ein Kaufladen und ein Milchgeschäft mit ihrem alten Warenangebot und den Werbeschildern sowie ein Schulzimmer aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind originalgetreu eingerichtet, ebenso eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis aus der Zeit um 1950/60. Auswahl weiterer Themen: Ländliche Bekleidung „Von der Taufe bis zum Tod“, Handarbeiten, irdenes Geschirr, Flachsverarbeitung, ländliches Handwerk.

Das Ries war eine Kornkammer Bayerns, deshalb liegt ein Schwerpunkt des Museums auf der bäuerlichen Arbeit. Die abwechslungsreich gestaltete Ausstellung in der „Klosterökonomie“ (erbaut 1783/85) spannt einen Bogen über 150 Jahre Landwirtschaft. Neben den Objekten vermitteln historische Fotos, Videofilme, Inszenierungen, Hörbeispiele und Modelle zum Ausprobieren den Wandel der Rieser Landwirtschaft von 1800 bis 1950. Passend dazu wird ein kleines Museumsfeld mit historischen Nutzpflanzen bestellt, etwa Flachs, Dinkel oder heute verschwundenen Kartoffelsorten. Regelmäßige Sonderausstellungen, Veranstaltungen wie das Schnitter- und Kartoffelfest mit handwerklichen und bäuerlichen Vorführungen oder Volksmusik sowie Mitmachaktionen für Schulklassen und Kindergruppen gehören zum vielseitigen Angebot.

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
  • Pfarrkirche St. Georg, Utzwingen
  • Aussichtspunkt Schöner Berg bei Utzwingen

Bei einer zu Fuß erreichbaren alten Linde besteht Aussicht über die Landschaft des Nördlinger Ries.

  • Wasserwirtschaftlicher Lehrpfad

Im Rahmen der in den Jahren 1993 bis 1996 durchgeführten Hochwasserfreilegung, Dorferneuerung und Flurbereinigung von Maihingen konnte auch der wasserwirtschaftliche Lehrpfad entlang des Baches Mauch hergestellt werden. Das Bachbett wurde breit und krümmungsreich angelegt. Die Ufer wurden flach und buchtenreich oder auch steil gestaltet. Der natürlichen Längsgliederung des Bachbettes dienen Aufweitungen, Verengungen, Uferbuchten, Ufervorsprünge und vereinzelt tiefere Kolke, die dem Gewässer ein sehr naturnahes Erscheinungsbild verleihen. Die im Ortsbereich neu angelegten Spazierwege ermöglichen es, die gewässertypische Flora und Fauna zu erleben, die sich bereits nach kurzer Zeit entlang der ausgebauten Gewässerstrecke eingestellt hat. Die Gehölzpflanzungen, Uferröhrichte und Krautsäume binden die Mauch nicht nur in ihre Umgebung ein, sondern bieten auch dem noch ansässigen, seltenen Großen Brachvogel und vielen Tier- und Pflanzenarten der Feuchtgebiete neuen Lebensraum.

  • Lehrpfad „Flur und Dorf“

Den Flur- und Dorflehrpfad Maihingen haben der Verein Rieser Bauernmuseum, der Bezirk Schwaben als Träger des Rieser Bauernmuseums und die Gemeinde Maihingen in einer Gemeinschaftsaktion im Jahr 2000 in und um Maihingen anlegen lassen. Er führt, beginnend beim Museum, durch das reizvolle Mauchtal bis zur langen Mühle, um den Klosterberg und wieder zurück nach Maihingen zu den Sehenswürdigkeiten der Ortschaft. Der Flur- und Dorflehrpfad Maihingen beschreibt außerhalb der Ortschaft im geologischen Bereich fünf interessante Riesgesteinsaufschlüsse. Landwirtschaftliche Kulturen können an den Feldern, obstbauliche an den Streuobstwiesen kennengelernt werden. Der Lehrpfad führt auch an Wäldern und Trockenrasen wie auch an den Feuchtgebieten der Mauchauen vorbei. In der Ortschaft Maihingen kommen geschichtliche und ökologische Gedanken zur Geltung. Der Ausgangspunkt mit Informationen über den Lehrpfad befindet sich im Bereich der Klosterökonomie des Rieser Bauernmuseums. Die Teilstrecke entlang der Mauch ist 1,6 km lang, der Weg um den Klosterberg herum 1,2 km und der Dorflehrpfad selbst 2,5 km lang.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 389. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sechs, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 59 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.158 ha, davon waren 1.028 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 75 Kindergartenplätze mit 58 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Maihingen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maihingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 792.