Larry Niven

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Larry Niven

Laurence van Cott Niven (* 30. April 1938 in Los Angeles) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller, insbesondere der Romanzyklen der Kzin-Kriege und Ringwelt.

Leben[Bearbeiten]

Niven ist ein Enkel des Öl-Tycoons Edward L. Doheny, der eine wichtige Rolle im TeapotDome-Skandal in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gespielt hatte. Er besuchte kurz das California Institute of Technology, und erhielt einen Bachelor of Arts in Mathematik und einen weiteren in Psychologie an der Washburn University in Topeka im Jahr 1962. Daraufhin hielt er ein Jahr lang graduate work an der University of California in Los Angeles. Seitdem lebt er in verschiedenen Vororten von Los Angeles, darunter Chatsworth und Tarzana, als beruflicher Autor. Er ist seit dem 6. September 1969 mit Marilyn Jouce Wisowaty verheiratet.

Werk[Bearbeiten]

Larry Niven im Jahr 2006 in Stanford

Im Zentrum von Nivens Schaffen stehen Science-Fiction-Werke. Sein populärster Romanzyklus ist die Ringwelt-Trilogie. Da diese, wie auch die meisten seiner anderen Werke, in einem Universum spielen, das ausgesprochen kohärent ist (die Beschreibung reicht in den Romanen von Millionen von Jahren vor Christus bis einige Tausend nach Christus), wurde dieses Universum kurzerhand „Ringwelt-Universum“ genannt, obwohl die Ringwelt keine wirklich zentrale Rolle darin spielt. Etwas älter ist die Bezeichnung „Known Space“, womit die der Menschheit bekannten Welten dieses Zukunftsentwurfs gemeint sind.

Seine Geschichten sind immer Abenteuergeschichten, in denen Larry Niven versucht, seine Leser durch Überraschung zu unterhalten. Das geht im extremsten Fall soweit, dass die Hauptfigur in Ringwelt eine Idee zu Rettung seiner Gruppe den anderen nicht erzählen will, obwohl sie alle bei der Umsetzung mithelfen müssen, nur damit diese Idee als Pointe am Ende des Romans auftreten kann. In anderen Romanen und Kurzgeschichten ist dies eleganter gelöst.

Die Hauptfiguren beziehen keine moralische Position, aber sie handeln ethisch. Beispielsweise läuft Beowulf Shaeffer vor dem Unbekannten davon, weil die Situation für ihn gefährlich werden kann, steht jedoch dazu; Luis Wu tötet ohne Gewissensbisse, aber ausschließlich in Notwehr; und Gil der Arm bekämpft den Schwarzmarkt für Organe, aber im Namen einer Gesellschaft, die zum Teil Verkehrsdelikte mit dem Tod bestraft, um an die Organe des Verurteilten zu kommen.

Etwas Anthropozentrismus lässt sich bei seinen Aliens finden. Zwar sind sie relativ facettenreich beschrieben, haben aber meist den Charakter von extremen Menschen. Die Kzin sind besonders aggressiv, die Puppenspieler besonders feige etc.

Frauen spielen in den meisten Romanen Nivens kaum eine Rolle.

Immer wiederkehrende Themen sind Unsterblichkeit (oder doch zumindest in die Tausende Jahre verlängertes Leben), die Milchstraße als Seyfertgalaxie und Fremdartigkeit.

In seinem Frühwerk kommen typische SF-Elemente aus der Entstehungszeit der Bücher stärker zum Tragen. Marsianer sind primitive Wesen, Telepathie und ähnliche psychische Kräfte spielen häufig eine Rolle. Später werden seine Handlungen, Wesen und Orte zunehmend differenzierter und phantastischer.

Niven wirkte an vielen Gemeinschaftsproduktionen mit, die zum Teil auch im Ringwelt-Universum spielen.

Gemeinsam mit Jerry Pournelle schrieb er unter anderem die Romane Der Splitter im Auge Gottes, Luzifers Hammer und Fußfall. Technisch interessant an Fußfall ist das Konzept des Orion-Triebwerks.

Bibliografie[Bearbeiten]

Ringwelt-Zyklus[Bearbeiten]

Der Splitter-Zyklus[Bearbeiten]

(mit Jerry Pournelle)

Inferno[Bearbeiten]

(mit Jerry Pournelle)

Magic Goes Away[Bearbeiten]

  • Wenn der Zauber vergeht, 1981, ISBN 3-404-20035-7, The Magic Goes Away, 1978
  • The Magic May Return, 1981
  • More Magic, 1984

Dream Park[Bearbeiten]

(mit Steven Barnes)

Known Space[Bearbeiten]

Heorot[Bearbeiten]

  • Heorots Vermächtnis auch: Der Held von Avalon, 1989, ISBN 3-404-24306-4, The Legacy of Heorot, 1987 (mit Jerry Pournelle und Steven Barnes)
  • Beowulfs Kinder, 1999, ISBN 3-404-24223-8, Beowulf's Children auch: The Dragons of Heorot, 1995 (mit Jerry Pournelle und Steven Barnes)
  • Die Straße, 1999, ISBN 3-404-24260-2, Destiny’s Road, 1997

Kzin-Krieg-Zyklus[Bearbeiten]

Golden Road[Bearbeiten]

(mit Jerry Pournelle)

  • Stadt des Feuers, 2001, ISBN 3-453-18801-2, The Burning City, 2000
  • The Burning Tower, 2005

Einzelromane[Bearbeiten]

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten]

  • Neutron Star, 1976, ISBN 3-442-23223-6, Neutron Star, 1968
  • Letztes Signal von Alpha Centauri, 1976, ISBN 3-442-23221-X, The Shape of Space, 1969
  • Myriaden, 1973, ISBN 3-404-00177-X, All the Myriad Way, 1971
  • Inconstant Moon, 1973
  • Der Flug des Pferdes, 1981, ISBN 3-453-30719-4, The Flight of the Horse, 1973
  • Die Lücke im System, 1976, ISBN 3-442-23227-9, A Hole in Space, 1974
  • Geschichten aus dem Ringwelt-Universum auch: Der kälteste Ort, 1985, ISBN 3-404-24281-5, Tales of Known Space, 1975
  • The Long Arm of Gil Hamilton, 1976
  • Convergent Series, 1979
  • Niven’s Laws, 1984
  • Geschichten aus der Raumhafen-Bar, 1988, ISBN 3-404-23075-2, Limits, 1985
  • Three Books of Known Space, 1989
  • N-Space, 1990
  • Playgrounds of the Mind, 1991
  • Crashlander, 1999, ISBN 3-404-24262-9, Crashlander, 1994
  • Flatlander, 1999, ISBN 3-404-24266-1, Flatlander, 1995
  • Scatterbrain, 2003
  • Larry Niven Short Stories Volume 1, 2003
  • Larry Niven Short Stories Volume 2, 2003
  • Larry Niven Short Stories Volume 3, 2003
  • The Draco Tavern, 2006
  • Stars and Gods, 2010

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1971: Hugo Award und Locus Award in der Kategorie: Bester Science-Fiction-Roman, für Ringworld (dt.: Ringwelt)
  • 1980: Locus Award in der Kategorie: Beste Kurzgeschichten-Sammlung, für Convergent Series
  • 1985: Locus Award in der Kategorie: Bester Science-Fiction Roman, für The Integral Trees (dt.: Der schwebende Wald)
  • 2001: Locus Award in der Kategorie: Beste Kurzgeschichte, für The Missing Mass
  • 2005: Heinlein Award (zusammen mit Jerry Pournelle)[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • A Larry Niven Checklist, 1994 (von Chris Drumm)
  • Annals of the Man-Kzin-Wars: An Unofficial Companion Guide, 2001 (von Alan Michaud)

Interview[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Larry Niven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mr. Larry Niven and Dr. Jerry Pournelle Named Recipients of 2005 Heinlein Award. Veröffentlichung von Daid M. Silver vom 4. November 2005 (englisch)