Landkreis Potsdam-Mittelmark

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Potsdam-Mittelmark Deutschlandkarte, Position des Landkreises Potsdam-Mittelmark hervorgehoben52.14222222222212.595555555556Koordinaten: 52° 9′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Bad Belzig
Fläche: 2.575,05 km²
Einwohner: 204.388 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PM
Kreisschlüssel: 12 0 69
Kreisgliederung: 38 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Niemöllerstraße 1
14806 Bad Belzig
Webpräsenz: www.potsdam-mittelmark.de
Landrat: Wolfgang Blasig (SPD)
Lage des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Potsdam-Mittelmark ist ein Landkreis im Westen des Landes Brandenburg. Die Grenzziehung erfolgte nach dem Prinzip der Bildung von Sektoralkreisen. Er war bis zur Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern 2011 flächenmäßig nach dem Landkreis Emsland und dem Landkreis Uckermark der drittgrößte Landkreis Deutschlands.

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Havelland, im Osten die kreisfreie Stadt Potsdam (die von Nordosten in das östliche Kreisgebiet ragt und trotz des Namens nicht zum Landkreis gehört), das Land Berlin und der Landkreis Teltow-Fläming, im Süden die sachsen-anhaltischen Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld und im Westen der ebenfalls sachsen-anhaltische Landkreis Jerichower Land. Die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel wird im Nordwesten fast vollständig vom Kreisgebiet umschlossen.

Geografie[Bearbeiten]

Wesentliche und gleichzeitig prägende Teile des Landkreises nehmen das Baruther Urstromtal, die Zauche, die Nuthe-Nieplitz-Niederung, Teile des mittleren Haveltales, der Hohe Fläming und der Westrand des Teltow ein. Höchster Punkt im Landkreis ist der 200 Meter hohe Hagelberg westlich von Bad Belzig, niedrigste Punkte sind am Havelufer bei Havelsee, Ortsteil Pritzerbe mit 28 m ü. NN.

Wichtige Flüsse und Bäche im Kreis sind die Havel, Nieplitz, Nuthe, Plane, Buckau und Emster. Zu den bekanntesten Seen zählen der Große Zernsee, der Große Seddiner See, der Schwielowsee und der Templiner See. Drei Naturparks liegen ganz oder teilweise im Landkreis Potsdam-Mittelmark: Naturpark Hoher Fläming, Naturpark Nuthe-Nieplitz und Naturpark Westhavelland.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark entstand am 6. Dezember 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Kreise Belzig, Brandenburg (Land), Potsdam (Land) und Teilen des ehemaligen Kreises Jüterbog (Amt Treuenbrietzen). Infolge der Gemeindegebietsreform 2003 musste der Landkreis die Gemeinden Gollwitz und Wust an die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel (Eingemeindung), die Gemeinden Fahrland, Neu Fahrland, Marquardt, Uetz-Paaren, Satzkorn, Groß Glienicke und Golm an die kreisfreie Stadt Potsdam (Eingemeindung) und die Gemeinde Seeburg an den Landkreis Havelland abtreten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Potsdam-Mittelmark (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993). Durch die Gemeindegebietsreform vom 26. Oktober 2003 verlor der Kreis etwa 13.900 Einwohner.

Jahr Einwohner
1990 172.340
1991 170.600
1992 170.833
1993 172.224
1994 175.766
1995 180.324
1996 184.987
1997 192.300
1998 200.022
1999 205.788
Jahr Einwohner
2000 210.031
2001 212.230
2002 214.227
2003 201.335
2004 202.630
2005 203.477
2006 204.007
2007 204.510
2008 204.277
2009 204.594
Jahr Einwohner
2010 205.070
2011 203.391
2012 204.388

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2008
Wahlbeteiligung: 54,35 % (2003: 51,43 %)
 %
30
20
10
0
26,23 %
23,57 %
20,20 %
8,60 %
8,20 %
7,28 %
2,41 %
1,72 %
1,78 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,58 %p
-5,24 %p
+2,52 %p
-0,42 %p
+8,20 %p
+1,01 %p
+0,10 %p
+1,72 %p
-11,47 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2003: PDS
Historisches Landratsamt in Bad Belzig, heute Sitz des Landrates

Landräte[Bearbeiten]

  • 1994–2009: Lothar Koch (SPD)
  • seit 2009: Wolfgang Blasig (SPD)

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag setzt sich aus 56 Abgeordneten sowie dem Landrat zusammen.

Partei/Gruppierung Sitz/e
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 15
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 13
Die Linke (LINKE) 11
Freie Bauern und Bürger (FBB) 5
Freie Demokratische Partei (FDP) 5
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 4
Deutsche Volksunion (DVU) 1
Listenvereinigung BIK e.V. Kleinmachnow / B.I.T. e.V. Teltow (Liste BIK) 1
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / 50Plus (BVB/50Plus) 1
Gesamt 56

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Oktober 1996 genehmigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1: in Silber ein gold-bewehrter roter Adler, Feld 2: in Schwarz ein schräglinker goldener Eichenzweig mit drei Blättern, Feld 3: neunfach von Schwarz und Gold geteilt, Feld 4: in Silber zwei gekreuzte rote Schlüssel.“[2]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft im Landkreis ist von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, es gibt nur wenige Industriebetriebe. Im Nordosten hat der Landkreis Anteil am engeren Verflechtungsraum von Berlin, wo vor allem Unternehmen der Dienstleistungsbranche und innovativer Technologien ihren Sitz haben z.B. in Stahnsdorf, Teltow und Kleinmachnow. In Kleinmachnow ist die Deutschland-Zentrale von eBay abgesiedelt, in Teltow die Ostdeutschland-Niederlassung von O₂. Zwischen Werder und Brandenburg an der Havel befinden sich größere zusammenhängende Gebiete mit Obstbau, um Beelitz herum wird der Beelitzer Spargel angebaut. Die Kreisstadt Bad Belzig mit ihrer Steintherme ist Kurort und Zentrum der im Hohen Fläming entstehenden Touristenregion. Der Tourismus ist auch an der Havel und den Havelseen einschließlich des Seddiner Sees und in der Nuthe-Nieplitz-Niederung eine wichtige Einnahmequelle. Der Süden und Südwesten wird vor allem land- und forstwirtschaftlich genutzt.

Im Jahresdurchschnitt 2008 hatte der Landkreis mit 8,3 % die fünftniedrigste Arbeitslosenquote Ostdeutschlands, dicht hinter der Landeshauptstadt Potsdam mit 8,2 % (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen).

Verkehr[Bearbeiten]

  • Eisenbahnstrecken:
Berlin – Potsdam Hauptbahnhof – Brandenburg an der Havel – Magdeburg (ursprüngliche Berlin-Potsdamer Eisenbahn),
Berlin – Bad BelzigDessau (Berlin-Wetzlarer Eisenbahn bzw. Kanonenbahn),
Berlin – Potsdam-PirschheideOranienburg (Berliner Außenring),
Potsdam – BeelitzTreuenbrietzenJüterbog,
Berlin – Lutherstadt WittenbergBitterfeldLeipzig/Halle (Saale) (Berlin-Anhaltische Eisenbahn)

Für den Güterverkehr besteht im Landkreis der südlich Potsdam an der direkten (nicht der über Potsdam Hbf führenden) Strecke Berlin - Dessau gelegene Rangierbahnhof Seddin.

  • Wasserstraßen
Untere Havel-Wasserstraße mit Potsdamer Havel, Elbe-Havel-Kanal, Emster Kanal

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Nach Abschluss der brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis noch 38 Gemeinden, darunter neun Städte.

(Einwohner am 31. Dezember 2012)[3]

Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgMunicipalities in PM.png
Über dieses Bild

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Bad Belzig (11.119)
  2. Beelitz (11.684)
  3. Brück ¹ (3692)
  4. Havelsee ¹ (3349)
  5. Niemegk ¹ (1987)
  6. Teltow (23.449)
  7. Treuenbrietzen (7487)
  8. Werder (Havel) (23.506)
  9. Ziesar ¹ (2482)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Groß Kreutz (Havel) (8067)
  2. Kleinmachnow (20.194)
  3. Kloster Lehnin (10.724)
  4. Michendorf (11.903)
  5. Nuthetal (8695)
  6. Schwielowsee (10.054)
  7. Seddiner See (3987)
  8. Stahnsdorf (14.245)
  9. Wiesenburg/Mark (4519)

Ämter und zugehörige Gemeinden

1. Beetzsee (Amtssitz: Beetzsee, Ortsteil Brielow) (8196)

  1. Beetzsee (2421)
  2. Beetzseeheide (663)
  3. Havelsee, Stadt (3349)
  4. Päwesin (546)
  5. Roskow (1217)

2. Brück (10.293)

  1. Borkheide (1850)
  2. Borkwalde (1455)
  3. Brück, Stadt (3692)
  4. Golzow (1331)
  5. Linthe (889)
  6. Planebruch (1076)

3. Niemegk (4725)

  1. Mühlenfließ (909)
  2. Niemegk, Stadt (1987)
  3. Planetal (974)
  4. Rabenstein/Fläming (855)

4. Wusterwitz (5272)

  1. Bensdorf (1284)
  2. Rosenau (918)
  3. Wusterwitz (3070)

5. Ziesar (6269)

  1. Buckautal (527)
  2. Görzke (1300)
  3. Gräben (529)
  4. Wenzlow (541)
  5. Wollin (890)
  6. Ziesar, Stadt (2482)

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Potsdam-Mittelmark – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Potsdam-Mittelmark

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Potsdam-Mittelmark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)