Leithagebirge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

p1

Leithagebirge
Leithagebirge.jpg
Höchster Gipfel Sonnenberg (484 m ü. A.)
Lage Grenze Niederösterreich / Burgenland, Österreich
Teil der Alpen, Gebirgsgruppe 2911 nach Trimmel
Leithagebirge (Österreich)
Leithagebirge
Koordinaten 47° 53′ N, 16° 29′ O47.87555555555616.475555555556484Koordinaten: 47° 53′ N, 16° 29′ O
Gestein Gneis, Glimmerschiefer; darüber Kalkstein

Das Leithagebirge liegt geografisch an der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland. Im Leithagebirge befinden sich mit dem Naturpark Mannersdorf-Wüste und dem Naturpark Neusiedler See-Leithagebirge zwei Naturparke.

Lage[Bearbeiten]

Das Leithagebirge oder die Leithaberge, wie sie umgangssprachlich auch heißen, ist ein ca. 35 km langer und 5-7 km breiter Höhenrücken am Rand des Wiener Beckens im Westen zwischen Brucker Pforte im Norden und Wiener Neustädter Pforte im Süden. Als Ausläufer der Alpen bildet das Leithagebirge eine Verbindung zu den Karpaten im Norden.

Die höchste Erhebung ist mit 484 m ü. A. der Sonnenberg, zur Gänze im Burgenland. Der Gebirgsrücken ist stark bewaldet. Laubbäume, wie Eichen, Hainbuche und Rotbuche, sind vorherrschend. An den Südosthängen des Gebirges auf burgenländischer Seite, die flach bis zum Neusiedlersee abfallen, sind Weingärten landschaftsbestimmend.

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch besteht das Leithagebirge aus Gneis und Glimmerschiefer und darüber liegend Kalkstein, der als Leithakalk bekannt ist. Der Kalk wird wegen seiner Reinheit auch zur Kreideherstellung verwendet. Hauptverwendung findet der Kalkstein heute für die Zementerzeugung und auch als Bau- und Bildhauermaterial.

Die wichtigsten Fundorte von Leithakalk- und Leithakalksandsteinen, eine alphabetische, historische Aufzählung: Au am Leithaberge, Bad Deutsch Altenburg, Breitenbrunn, Hainburg an der Donau, Hof am Leithaberge, Hundsheim, Kaiserstein von Kaisersteinbruch mit dem Steinmetzmuseum, Kroisbach, Maria Loretto, Mannersdorf mit der berühmten Steinmetz-Abteilung des dortigen Museums, Müllendorf, St. Margarethen, Sommerein, Stotzing, Winden am See und Wöllersdorf. „Die Qualität der hier gebrochenen Kalksteine war schon in der Vergangenheit Grund genug, den weiten und beschwerlichen Weg von Wien, der Hauptstadt des Kaiserreiches auf sich zu nehmen. Ochsenkarren zogen tonnenschwere Steine nach Wien, auf Straßen, die mit den heutigen Verkehrswegen nichts zu tun hatten.“[1]

Elias Hügel, kaiserlicher Hofsteinmetz- und Kirchenbaumeister im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, war und ist der bedeutendste Meister des Leithagebirges quer durch die Zeiten. 250 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, wirkte in Mannersdorf am Leithagebirge mit Friedrich Opferkuh wieder ein Steinmetzmeister, der alle Begrenzungen eines Handwerkers sprengte, zum Lehrer künftiger Universitätsprofessoren wurde.

Besiedlung[Bearbeiten]

Besiedelt ist das Leithagebirge selbst kaum, die Orte liegen alle am Rand. Die wichtigsten Orte sind Mannersdorf mit einer großen Zementfabrik, die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt und die Tourismusorte Donnerskirchen (bekannt durch die allseits vom Neusiedlersee aus sichtbare Bergkirche St. Martin), sowie Purbach am Neusiedler See. Ein Truppenübungsplatz des Bundesheeres befindet sich in Bruckneudorf und umzingelt zur Gänze den Ortsteil Kaisersteinbruch.

Militärisch war das Leithagebirge immer von Bedeutung, da es zwar einen geringen Schutzwall gegen Angreifer aus dem Osten bot, aber doch leichter zu verteidigen war als die beiden Pforten.

Steinbruch-Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leithagebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch., Leithakalksteine, Zitat Franz Bamberger, Bundesinnungsmeister der Steinmetzmeister, 2. Band, 2004, S. 418f