Lepidolith

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Rosafarbener Lepidolith (Größe: 14,5 x 10,6 x 6,7 cm) aus Minas Gerais, Brasilien
Traubiger Lepidolith (Größe: 11,8 x 7,2 x 6,9 cm) aus Minas Gerais, Brasilien

Lepidolith ist die Bezeichnung für einen eher selten vorkommenden, nicht näher bestimmten Mischkristall aus der Mineral-Reihe Polylithionit – Trilithionit innerhalb der Gruppe der Glimmer mit der allgemeinen chemischen Zusammensetzung K(Li,Al)3[(F,OH)2|(Si,Al)4O10][1].

Lepidolith entwickelt überwiegend weiße, grau-violette bis rosafarbene Mineral-Aggregate in Form eng aufeinanderliegender, schuppiger, blättriger Kristalltäfelchen, die auf den Spaltflächen einen hellen Perlmuttglanz zeigten oder kugeliger, traubiger Sphärolithe. Die rosa Farbe wird durch einen geringen Gehalt an Mn2+ verursacht.

Die Minerale Phlogopit und vor allem Muskovit sehen dem Lepidolith sehr ähnlich. Sie werden daher gelegentlich irreführend mit dem Synonym Lepidolith belegt.[2]

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Einige Lepidolithproben weisen Tribolumineszenz auf.[3]

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Wort Lepidolith kommt vom griechischen λεπιδιον lepidion „schuppig“ und λίθος lithos „Stein“ und bedeutet daher „schuppiger Stein“.

Robert Bunsen und Gustav Kirchhoff entdeckten 1861 spektroskopisch das Alkalimetall Rubidium, das als Ersatz für einen kleinen Teil des Kaliums im Lepidolith vorkommt.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Elbait-Varietät Rubellit von Lepidolith umwachsen

Lepidolithe bildet sich vorwiegend durch hydrothermale Vorgänge in Granitpegmatiten. Er kommt seltener als die Minerale Spodumen und der Turmalingruppe sowie deren Varietäten vor, tritt aber in der Natur meist in Paragenese mit diesen auf. Weitere Paragenesen sind unter anderem Quarz, Petalit und verschiedene Feldspate.

Weltweit konnte Lepidolit bisher (Stand: 2010) an fast 550 Fundorten nachgewiesen werden, so unter anderem in Afghanistan, Algerien, der Antarktis, Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Französisch-Guayana, Grönland, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Nord- und Südkorea, Madagaskar, Mazedonien, Mexiko, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nepal, Norwegen, Österreich, Pakistan, Portugal, Russland, Sambia, Schweden, Simbabwe, Spanien Slowakei, Swasiland, Tadschikistan, Thailand Tschechien, Türkei, Usbekistan, im Vereinigten Königreich (Großbritannien), in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und in Vietnam.[4]

Struktur[Bearbeiten]

Lepidolith kristallisiert polytyp in monokliner Symmetrie, die als Lepidolith-1M, Lepidolith-2M1, Lepidolith-2M2 und Lepidolith-3M2 bezeichnet werden sowie in trigonaler Symmetrie mit der Bezeichnung Lepidolith-3T.

Kristallographische Daten[1]
Polytyp Kristallsystem Raumgruppe Gitterparameter und Formeleinheiten pro Elementarzelle (Z)
Lepidolith-1M monoklin C2/m a = 5,21 Å; b = 9,01 Å; c = 10,15 Å und β = 100,8° sowie Z = 2
Lepidolith-2M1 C2/c a = 5,20 Å; b = 9,03 Å; c = 19,97 Å und β = 95,4° sowie Z = 4
Lepidolith-2M2 C2/c a = 9,02 Å; b = 5,20 Å; c = 20,17 Å und β = 99,5° sowie Z = 4
Lepidolith-3M2 C2 a = 5,24 Å; b = 9,07 Å; c = 59,76 Å und β = 92,6° sowie Z = 12
Lepidolith-3T trigonal P3112 oder P3212 a = 5,20 Å und c = 29,76 Å sowie Z = 3

Verwendung[Bearbeiten]

Aufgrund seines hohen Lithiumanteiles wird Lepidolith als Erz zur Gewinnung von Lithium genutzt.

Als Dekorationselement finden Lepidolithsteine auch in der Aquaristik Verwendung.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Lepidolith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 667-668.
  2. Mindat - Lepidolite (englisch)
  3. Mineralienlexikon - Lepidolit
  4. Mindat - Localities for Lepidolite

Literatur[Bearbeiten]

  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 749-750.
  •  Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 103-104.
  •  Chris Pellant: Steine und Minerale. 1. Auflage. Dorling Kindersley Limited, 1992, ISBN 978-3-8310-0892-6, S. 160.
  •  Rudulf Duda, Lubos Rejl: Mineralienführer - Mineralien Gesteine Edelsteine. 2002, ISBN 978-3-440-08471-7, S. 217.

Weblinks[Bearbeiten]