Lithium-Batterie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Lithium-Batterie ist eine Primärzelle, bei der Lithium als aktives Material in der negativen Elektrode verwendet wird. Sie ist im Gegensatz zum Lithium-Ionen-Akkumulator nicht wieder aufladbar. Letztere werden jedoch umgangssprachlich häufig ebenfalls als Lithiumbatterie bezeichnet.

Aufgrund des Standardpotenzials von etwa -3,05 Volt (dem negativsten aller chemischen Elemente) und der daraus realisierbaren hohen Zellspannung sowie der hohen theoretischen Kapazität von 3,86 Ah/g ist Lithium ein „ideales“ negatives Elektrodenmaterial für elektrochemische Zellen.

Die hohe Reaktivität von elementarem Lithium (beispielsweise mit Wasser oder bereits mit feuchter Luft) ist allerdings bei der praktischen Umsetzung problematisch. Deshalb können in Lithium-Batterien ausschließlich nicht wässrige, aprotische Elektrolytlösungen oder Festelektrolyte verwendet werden.

Zur Erhöhung der Leitfähigkeit werden wasserfreie Elektrolytsalze (wie z.B. Lithiumperchlorat LiClO4) zugesetzt.

Die Entwicklung von Lithium-Batterien begann bereits in den 1960er Jahren.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorteile von Lithium-Batterien

Vorteile von Lithium-Batterien gegenüber anderen Primärzellen mit wässrigen Elektrolyten (beispielsweise Alkali-Mangan-Batterie oder Zink-Kohle-Batterie) sind die höhere Energiedichte (Wh/l) beziehungsweise die höhere spezifische Energie (Wh/kg), die hohe Zellspannung, die sehr lange Lagerfähigkeit aufgrund der geringen Selbstentladung sowie der weite Temperaturbereich für Lagerung und Betrieb.

[Bearbeiten] Typen und Anwendungsbereiche

Beispiel einer Lithium-Batterie
Beispiel einer Lithium-Batterie

Lithium-Batterien gibt es in vielen verschiedenen Typen, die sich in Kathode, Elektrolyt und Separator unterscheiden. Sie sind in verschiedenen Bauformen und Größen erhältlich, um ein breites Anwendungsfeld abzudecken.

Lithium-Thionylchlorid-Batterie LiSOCl2

Leerlaufspannung 3,7 Volt. Typische Lastspannung 3,4 Volt. Anwendungen sind die netzunabhängige Versorgung von Elektronik im militärischen und industriellen Bereich, in der Sicherheitstechnik und in elektronischen Energiezählern und Heizkostenverteilern.

Lithium-Mangandioxid-Batterie LiMnO2

Leerlaufspannung 3,5 bis 3,0 Volt. Typische Lastspannung 2,9 Volt. Dieser Typ ist weit verbreitet und wird hauptsächlich für Kameras, Uhren und als Backup-Batterie für Speicherschaltkreise eingesetzt. Siehe auch Knopfzelle.

Lithium-Schwefeldioxid-Batterie LiSO2

Leerlaufspannung 3,0 Volt. Typische Lastspannung 2,7 Volt. Anwendung meist im militärischen Bereich.

Lithium-Kohlenstoffmonofluorid-Batterie Li − (CFn)

Leerlaufspannung 3,2-3,0 Volt. Typische Lastspannung 3,1 bis 2,5 Volt. Lithium-Kohlenstoffmonofluorid-Batterien haben etwas höhere Strombelastbarkeit und Kapazität als Lithium-Mangandioxid-Batterien, sind aber teurer. Sie werden daher für Anwendungen verwendet, bei denen Leistung wichtiger als Kosten ist, beispielsweise im medizinischen Bereich.

Lithium-Iod-Batterie LiI2

Leerlaufspannung 2,8 Volt. Typische Lastspannung 2,795 Volt. Anwendung zur Stromversorgung von Herzschrittmachern.

Lithium-Eisensulfid-Batterie LiFeS2

Leerlaufspannung 1,8 Volt. Typische Lastspannung 1,5 Volt. Anwendung im Fotobereich.

Lithium-Luft-Batterie LiO2

Leerlaufspannung 3,4 Volt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Lucien F. Trueb, Paul Rüetschi: Batterien und Akkumulatoren - Mobile Energiequellen für heute und morgen. Springer, Berlin 1998 ISBN 3-540-62997-1
  • David Linden, Thomas B. Reddy (Hrsg.): Handbook of Batteries. 3. Auflage. McGraw-Hill, New York 2002 ISBN 0-071-35978-8
  • Wiebke Dirks, Hendrik Vennemann: Lithium-Batterien. CHEMKON 12(1), S. 7 - 14 (2005), WILEY-VCH Verlag GmbH, ISSN 0944-5846
  • Günter Eichinger, Günter Semrau: Lithiumbatterien I – Chemische Grundlagen. Chemie in unserer Zeit 24(1), S. 32-36 (1990), Wiley-VCH Verlag GmbH, ISSN 0009-2851
  • Günter Eichinger, Günter Semrau: Lithiumbatterien II – Entladereaktionen und komplette Zellen. Chemie in unserer Zeit 24(2), S. 90-96 (1990), Wiley-VCH Verlag GmbH, ISSN 0009-2851
  • Andreas Jossen, Wolfgang Weydanz: Moderne Akkumulatoren richtig einsetzen, Printyourbook 2006, ISBN 9783939359111

[Bearbeiten] Weblinks


Persönliche Werkzeuge