Ludwig zu Salm-Salm

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Ludwig Karl Otto Fürst zu Salm-Salm (französisch Louis Charles Otthon de Salm-Salm; * 22. August 1721 in Schloss Hoogstraeten in Antwerpen; † 29. Juli 1778 in Senones/Vogesen) war der erstgeborene Sohn des begüterten Nikolaus Leopold 1. Fürst zu Salm-Salm, Herzog von Hoogstraeten, Wild- und Rheingraf (1701–1770) und ein Mitglied des weitverzweigten Adelshauses Salm.

Karte der ehemaligen Grafschaft Ober-Salm, Vorläuferin des Fürstentums Salm-Salm

Leben[Bearbeiten]

Seine Eltern Nikolaus Leopold Fürst zu Salm-Salm und Dorothea Franziska Agnes geborene von Salm (1702–1751) zeugten insgesamt 18 Kinder. Nach dem Erbfolgeprinzip der Primogenitur war es eindeutig, dass Ludwig Karl Otto das Erbe zufiel und alle anderen Geschwister ausgeschlossen blieben. Als Sohn Ludwig Karl Otto in den geistlichen Stand eintrat, sahen sein Vater und die Familie die dynastische Erbfolge bedroht. Es bestand jetzt sogar die Möglichkeit, dass das Erbe eventuell der Kirche zufallen könnte. Daher wich der Vater in seinem Testament vom Hausrecht ab, in dem Primogenitur niedergelegt war, um die Fortdauer der Familie zu sichern. Sohn Maximilian Friedrich Ernst Prinz zu Salm-Salm (1732–1773) strebte einen Fideikommiss an, der ihm als nachgeborenem Sohn Maximilian Rechte zuwies. Mit dem Tod des Vaters begannen die juristischen Klagen vor dem Reichsgericht in Wien um Auslegung des Testaments. Einige der zahlreichen Geschwister bezogen wechselnde Positionen in dieser Auseinandersetzung, die bis zum zeitweisen Einmarsch in die Residenzstadt Senones führte. Durch den sog. Pariser Bruderfrieden vom 3. Juli 1771 wurde der Rechtsstreit außergerichtlich beigelegt. Maximilian Friedrich Ernst Prinz zu Salm-Salm erbte Titel, Rechte und Einkünfte des Herzogs von Hoogstraeten, des Geburtsortes seines Sohnes Konstantin Alexander Joseph (Salm-Salm). Nur zwei Jahre nach diesem Vergleich starb Maximilian Friedrich Ernst Prinz zu Salm-Salm 1773 als Herzog von Hoogstraeten.

Second château des princes de Salm in Senones

Ludwig Karl Otto 2. Fürst zu Salm-Salm (1721–1778) trat vor dem Erbfall aus dem geistlichen Stand aus und heiratete als 54-Jähriger, drei Jahre vor seinem Tod, am 30. Mai 1775 die 28-jährige Marie Anne Felicite Gräfin von Horion (* 12. Mai 1743, † 9. Mai 1800 in Senones), eine Tochter des Kanzlers des Bischofs von Lüttich. Seine Zeit als regierender 2. Fürst des Fürstentums zu Salm-Salm in den Vogesen währte nur acht Jahre. Selbst bei dem von ihm in Auftrag gegebenen second château des princes de Salm in seiner Residenz Senones erfolgte keine endgültige Fertigstellung der Außenfassade. Fünf Jahre nach dem Tod seines jüngeren Bruders Maximilian starb er am 29. Juli 1778 ohne direkten männlichen Erben.

Der Sohn des jüngeren Bruders Maximilian Friedrich Ernst Prinz zu Salm-Salm wurde als Herzog von Hoogstraeten nunmehr Erbe des kinderlos verstorbenen Bruders Ludwig Karl Otto und damit 3. Fürst zu Salm-Salm. Die französische Revolution beendete bereits nach zwei Jahren die kurzweilige Existenz des Fürstentums Salm-Salm. Kaiser Napoleon beendete 1810 auch noch die Herrschaft über Schloss Anholt und Hoogstraeten. Auch der Wiener Kongress stellte die Selbstständigkeit der annektierten Gebiete nicht mehr her. Die Fürsten zu Salm-Salm und Salm-Kyrburg blieben fortan nur noch vermögende Standesherren des Königreichs Preußen. Das herrschaftliche Erbe des Nikolaus Leopold Fürst zu Salm-Salm, Herzog von Hoogstraeten, Wild- und Rheingraf war 40 Jahre nach seinem Tode untergegangen.

Kastell van Loon op Zand in der Nähe von Tilburg (Nord-Brabant, Niederlande)

Wie sein Vater Nikolaus Leopold Fürst zu Salm-Salm erkannte auch sein Sohn Ludwig Karl Otto die Wertigkeit von Rechtstiteln. So wurde er u.a. Erbe und Herr von Kasteel van Loon op Zand in der Nähe von Tilburg (Nord-Brabant, Niederlande). Auch kaufte Ludwig Karl Otto 2. Fürst zu Salm-Salm 1774 das adlige Lehensgut Peenekamp in Anholt und übertrug den Besitz alsbald seinem Bruder Karl-Alexander. Dies Herrenhaus im Stil der Renaissance samt einem 20ha großen Waldgelände verblieb bis 1988 im Familienbesitz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Emanuel Prinz zu Salm-Salm: Die Entstehung des fürstlichen Salm-Salm'schen Fideikommisses unter besonderer Berücksichtigung der vor den höchsten Reichsgerichten geführten Prozesse bis zum Pariser Bruderfrieden vom 2. Juli 1771, ISBN 3-8258-2605-8

Weblinks[Bearbeiten]