Luigi Cremona

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Luigi Cremona

Antonio Luigi Gaudenzio Giuseppe Cremona (* 7. Dezember 1830 in Pavia, Lombardei; † 10. Juni 1903 in Rom) war ein italienischer Mathematiker, Statiker und zuletzt Politiker.

Cremona wuchs auf und studierte in Pavia. In den Aufständen 1848/1849 beteiligte er sich als Unteroffizier an der Verteidigung Venedigs gegen die Österreicher. Wegen ihrer Tapferkeit erhielten sie freien Abzug und Cremona setzte sein Ingenieurstudium in Pavia fort. Dabei studierte er auch Mathematik bei Francesco Brioschi und Felice Casorati. 1852 promovierte er, konnte danach aber zunächst wegen seiner revolutionären Vergangenheit keine Lehrerstelle finden und gab Privatunterricht bei verschiedenen Familien, veröffentlichte aber nebenbei schon wissenschaftliche Arbeiten. 1857 wurde er Gymnasiallehrer in Cremona und 1859 in Mailand. 1860 wurde er auf königlichen Erlass hin kurz vor der Vereinigung Italiens Professor in Bologna und ab 1866 in Mailand am Polytechnischen Institut. Seit 1873 war er an der Universität in Rom und Leiter der dortigen Ingenieurschule. 1879 ging er in die Politik und wurde Senator. Nachdem er Erziehungsminister wurde, gab er die wissenschaftliche Arbeit auf. Er starb an einem Herzanfall.

Er entwickelte den Cremonaplan (Cremona-Kräfteplan), eine zeichnerische Methode, um Stabkräfte von statisch bestimmten Fachwerken zu bestimmen. Dabei baute er auf Arbeiten von James Clerk Maxwell auf. Der Cremonaplan ist noch heute in der Baustatik eine einfache Methode der Stabstatik und der Fachwerktheorie. Zu seinem Werk gehören weiterhin geometrische Arbeiten über algebraische Kurven und Flächen. Hier sind die Cremona-Transformationen nach ihm benannt. Er untersuchte sie in mehreren Arbeiten 1863-1865, für die er 1866 den Steiner-Preis erhielt. Cremona war ein ausgezeichneter Lehrer und war einer der Begründer der italienischen geometrischen Schule. Einer seiner Schüler war Giuseppe Veronese.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Corso di statica grafica. (1867)
  • Elemente der projektiven Geometrie, 1882, Elementi di geometria proiettiva. (1873)
  • Elementi di calcolo grafico. (1874)
  • Graphical statics. Two treatises on the graphical calculus and reciprocal figures in graphical statics. Übersetzt von Thomas Hudson Beare (1890)
  • Opere matematiche, 3 Bde. 1914

Literatur[Bearbeiten]

  • U. Bottazzini-Lauro Rossi: Cremona, Luigi. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 30 (Cosattini–Crispolto), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1984 (italienisch).
  • Max Noether: Luigi Cremona, Mathematische Annalen 59, 1904, S. 1–19 (Nachruf)
  • Rudolf Sturm: Luigi Cremona, Archiv der Mathematik und Physik 8, 1905, S. 11–29 und 195–213 (Nachruf; im Internet-Archiv, mit Lücken: [1])

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luigi Cremona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Luigi Cremona – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Luigi Cremona – Zitate (Italienisch)