Cremona

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Cremona (Begriffsklärung) aufgeführt.
Cremona
Wappen
Cremona (Italien)
Cremona
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Cremona (CR)
Lokale Bezeichnung: Cremùna
Koordinaten: 45° 8′ N, 10° 2′ O45.13333333333310.03333333333350Koordinaten: 45° 8′ 0″ N, 10° 2′ 0″ O
Höhe: 50 m s.l.m.
Fläche: 70 km²
Einwohner: 72.137 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.031 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Bonemerse, Castelverde, Castelvetro Piacentino (PC), Gadesco-Pieve Delmona, Gerre de' Caprioli, Malagnino, Monticelli d'Ongina (PC), Persico Dosimo, Sesto ed Uniti, Spinadesco, Stagno Lombardo
Postleitzahl: 26100
Vorwahl: 0372
ISTAT-Nummer: 019036
Volksbezeichnung: Cremonesi
Schutzpatron: Sant'Omobono
Website: www.comune.cremona.it
Cremona – Dom mit Baptisterium

Cremona (dt. veraltet: Kremun) ist eine Stadt in der Lombardei, Italien, am linken Flussufer des Po inmitten der Po-Ebene (ital.: Pianura padana) mit 72.137 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Zugleich ist Cremona Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz.

Die Stadt wurde insbesondere bekannt durch die Geigenbauerfamilien Amati, Guarneri und Stradivari.

Geschichte[Bearbeiten]

Cremona wurde 218 v. Chr., also im gleichen Jahr wie Placentia (Piacenza), von den Römern als Vorposten gegen die gallischen Stämme gegründet. Es wurde 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt und bald eine der blühendsten Städte Norditaliens. Wahrscheinlich bekam die Stadt 90 v. Chr. die Rechte eines Municipiums.

Nach der zweiten Schlacht von Bedriacum im Jahr 69 wurde Cremona von den Truppen des zukünftigen Kaisers Vespasian eingenommen und zerstört, wobei nur der Tempel der Mefitis stehenblieb.[2] Vespasian ordnete den sofortigen Wiederaufbau an, aber die Stadt erlangte nicht wieder ihren alten Wohlstand. Von den Langobarden unter Agilulf wurde sie 605 abermals zerstört, 615 wieder aufgebaut und von langobardischen Herzögen regiert.

Im 9. Jahrhundert scheinen die Bischöfe von Cremona erhebliche weltliche Macht erlangt zu haben. Die Kommune Cremona wird erstmals in einem Dokument von 1098 erwähnt, mit dem die Stadt ein Territorium mit der Bezeichnung Isola Fulcheria von der Markgräfin Mathilde von Tuscien als Lehen bekam. Die neuen Besitzungen musste es in mehreren Kriegen gegen die benachbarten Kommunen verteidigen. Im Krieg des Lombardenbundes gegen Friedrich Barbarossa trat Cremona, nachdem es an der Zerstörung Cremas 1160 und Mailands 1162 beteiligt gewesen war, schließlich dem Bund bei, nahm aber nicht an der Schlacht von Legnano teil.

In den Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen stellte sich das traditionell kaisertreue Cremona auf die Seite der Ghibellinen und fügte Parma 1250 eine entscheidende Niederlage zu. Die schönsten Gebäude Cremonas stammen aus dieser Zeit. Nach 1266 kamen im Zusammenhang mit dem endgültigen Untergang der Staufer die Guelfen in Cremona an die Macht. Die Stadt rebellierte 1311 gegen König Heinrich VII., ergab sich aber schließlich; der Stadt wurden auf Befehl Heinrichs zahlreiche Rechte entzogen, ebenso wurden die Stadtbefestigungen eingerissen. Schließlich wurde Cremona 1322 von Galeazzo I. Visconti in Besitz genommen.

1406 fiel sie an Cabrino Fondulo, der mit großen Festen Kaiser Sigismund und Papst Johannes XXIII. empfing, letzteren auf seinem Weg zum Konzil von Konstanz. Er übergab die Stadt 1419 an Filippo Maria Visconti. 1499 wurde sie von den Venezianern besetzt, fiel aber 1512 an Massimiliano Sforza und 1535 zusammen mit der übrigen Lombardei an die Spanier.

Der Überraschungsangriff auf die französische Garnison am 2. Februar 1702 (Schlacht von Cremona) durch Eugen von Savoyen gehört zu den bemerkenswerten Ereignissen des Spanischen Erbfolgekrieges: Irische Söldner der Kaiserlichen Truppen, welche durch das Haus eines Priesters in die Stadt gelangten, wurden zwar nach einem heftigen Kampf wiederum durch irische Söldner in französischen Diensten (Regiment Dillon unter Major Daniel O'Mahoney) aus der Stadt vertrieben, konnten aber den französischen Befehlshaber Marschall Villeroi gefangen nehmen.

Im 18. Jahrhundert erlebte Cremona wieder eine Blüte. In der von Napoleon gegründeten Italienischen Republik war es die Hauptstadt eines Départements. Zusammen mit der übrigen Lombardei ging es 1814 an Österreich und wurde 1859 Teil des Königreichs Italien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von der amerikanischen Militärverwaltung 1945 in Cremona ein DP-Lager für jüdische Displaced Persons (DP) eingerichtet, die zumeist aus Österreich nach Norditalien geflüchtet waren. In dem Lager, das von der UNRRA verwaltet wurde, lebten bis zu 1200 DPs, die 1947 nach Süditalien verlegt wurden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bedeutend sind die Landwirtschaft und die darauf aufbauende Lebensmittelindustrie sowie der Maschinenbau. Eine Erdölraffinerie des Unternehmens Tamoil wurde 2010 geschlossen. Der Bau von Streichinstrumenten hat in Cremona eine lange Tradition, die weiterhin gepflegt wird.

Verkehr[Bearbeiten]

Cremona hat einen Anschluss an die A 21 (Turin-Brescia). Darüber hinaus ist die Stadt über etliche Staats- und Provinzstraßen gut an die Nachbarorte in der Poebene angebunden. Der Bahnhof Cremona ist ein Eisenbahnknoten, an dem sechs Bahnstrecken zusammenlaufen. Die am Fluss Po gelegene Stadt hat auch einen Binnenhafen. Der Flugplatz Cremona-Migliaro (45.16722222222210.001944444444) dient der Allgemeinen Luftfahrt.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Violinenmuseum: Im Palazzo Comunale (Rathaus) befindet sich ein Violinenmuseum mit kostbaren Exponaten der Cremoneser Geigenbauerdynastien.[4] .

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Tacitus, Historiae III, 21-35.
  3. Aeroclub Cremona
  4. „Fingers That Keep the Most Treasured Violins Fit“, New York Times, 3. Juni 2007

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cremona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien