Mġarr

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Dieser Artikel behandelt den Ort Mġarr auf der Hauptinsel Malta. Der wichtigste Hafen Gozos, Mġarr, gehört zur Gemeinde Għajnsielem und findet sich hier
Mġarr
(L-Imġarr)
Wappen Karte
Wappen
Malta (Insel) Comino GozoKarte
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat: Malta
Gzejjer: Malta Majjistral (Nordwest-Malta)
Distretti: Northern
Fläche: 16,120338 km²
Einwohner: 3114
(31. Dezember 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einw./km²
ISO 3166-2: MT-31
Postleitzahl: MGR
Website: www.mgarr.gov.mt
Politik
Bürgermeister: Paul Vella (PN)

35.91944444444414.366111111111Koordinaten: 35° 55′ N, 14° 22′ O

Mġarr (oder L-Imġarr), früher bekannt als Mgiarro, ist eine kleine Stadt im Nordwesten der Insel Malta. Mġarr ist eine typische Landgemeinde in einem abgelegenen Gebiet westlich von Mosta. Es ist umschlossen von reichem Bauernland und Weinfeldern. Viele ihrer 3114 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010) sind Haupt- oder Nebenerwerbsbauern.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Tempelanlage Ta’ Ħaġrat

Die Geschichte von Mġarr beginnt als Landgemeinde und Eigentum einiger Patrizierfamilien aus Mdina, wie z. B. der Familie Vasallo. Mgiarro wurde vom König von Sizilien der Familie Inguanez geschenkt, und einige Zeit später verkauften diese es an die Familie Falsone. Im Laufe der Zeit wurde das Land aufgeteilt und den verschiedenen Nachkommen vererbt.

Mġarr ist bis heute ziemlich gewachsen und wird trotzdem noch als Landgemeinde mit frischer Luft, weit weg von den industriellen Zentren Maltas, angesehen.

Mġarrs bäuerliches Umfeld umfasst viele ländliche Orte, wie Binġemma, Wardija, Fomm ir-Riħ und Ġnejna Bay.

Mġarr hat zwei wichtige Grabungsstätten: Ta’ Ħaġrat, das sich immer noch in gutem Erhaltungszustand befindet, liegt auf einem Feld nahe dem Stadtzentrum, Ta' Skorba, ausgegraben 1963, liegt ein wenig außerhalb der Stadt.

In Mġarr ist beliebt bei Leuten, die in seiner Umgebung wandern oder in ihren Autos zum Baden an die nahegelegenen Strände fahren.

Kirche[Bearbeiten]

Mġarr von Süden
Kirche in Mġarr

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Mġarr eine eigene Pfarrgemeinde und bekam eine eigene Kirche. Diese Kirche hat eine der größten Kuppeln der Welt nach der von Mosta. Die einzigartige, ovale Form der Kuppel weist auf die große Menge Geld hin, die aus dem Verkauf von in der Stadt gelegten Eiern erwirtschaftet wurde: Mehr als 300.000 Stück wurden für dieses Projekt verkauft.

Die Pfarrkirche Sta. Maria ist eine kleinere Kopie der Rotunda von Mosta. Ihr Bau wurde 1912 begonnen und durch Eigenarbeit und großzügige Spenden aus dem Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten der Gemeindemitglieder ermöglicht. Trotz aller Anstrengungen, den Bau zu beschleunigen, konnte er erst 1946 vollendet werden.

Die Kirche steht auf einem erhöhten Standort und diese Terrasse bietet einen bestechenden Blick über die fruchtbaren Felder und das angrenzende Hügelland. Viele alte Häuser gibt es noch in den engen Straßen rund um die Kirche. Moderne Bauten und eine Eigenheimsiedlung kamen später hinzu.

Signor di Mugiarro[Bearbeiten]

Dieser Titel ist mit dem Gebiet des heutigen Mġarr verbunden, das von den Familien Inguanez und Falsone an ihre Nachkommen vererbt wurde. Die Familie Vasallo hatte diesen Titel seit dem 15. Jahrhundert und vererbte ihn an die älteste Tochter und ihre Nachkommen. Er wurde nie von der British Royal Commission in ihre Studien über maltesische Adelstitel aufgenommen, da er ja auf italienischen Ursprüngen beruhte. Heutiger Inhaber des Titels "Signor die Mugiarro" ist Prinzipat Giuseppe Said als ältester Erbe der führeren Lordschaft von Mġarr (resp. Migarro).

  • Titel: Signores di Mugiarro
  • Gestiftet: 1442
  • An: Antonio Inguanez, Barone di Ghariexem e Tabia, Signore di Saccaya e San Giorgio.
  • Von: Königreich beider Sizilien
  • Inhaber: Seine Nachkommen für alle Zeiten
  • Derzeitiger Inhaber: Prinzipat Giuseppe Said, 18. Signore di Mugiarro

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mġarr unterhält eine Partnerschaft mit einer Stadt:

  • ItalienItalien Mathi, Italien

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mġarr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. National Statistics Office Malta: Demographic Review 2010 (PDF-Datei; 692 KiB)