Mdina

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Mdina
Wappen Karte
Wappen
Malta (Insel) Comino GozoKarte
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat: Malta
Gzejjer: Malta Majjistral (Nordwest-Malta)
Distretti: Western
Fläche: 0,885165 km²
Einwohner: 253
(31. Dezember 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 286 Einw./km²
ISO 3166-2: MT-29
Postleitzahl: MDN
Website: http://www.mdinacouncil.com/
Politik
Bürgermeister: Peter Dei Conti Sant Manduca (PN)

35.88611111111114.402777777778Koordinaten: 35° 53′ N, 14° 24′ O

Mdina ist eine der früheren Hauptstädte Maltas mit 253 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010).

Ansicht von Osten
Stadttor von Mdina
Eindrücke von Mdina (1998)

Geografie[Bearbeiten]

Mdina liegt im westlichen Zentrum der Insel Malta auf einem 185 Meter hohen Ausläufer des Dingli-Plateaus, dessen Nord-, Ost- und Nordwesthänge steil aus der Landschaft aufragen. Unmittelbar südwestlich schließt sich die größere Zwillingsstadt Rabat an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Besiedlung Mdinas gehen in die Bronzezeit zurück, schon damals diente der Hügel wegen der strategisch günstigen Lage als Wohnplatz. Die Phönizier bauten ihn als Festung aus und nannten den Ort Malet = Zufluchtsort. In der Römerzeit wandelte sich der Name in Melita. Die Römer umgaben die Stadt zusammen mit dem benachbarten Rabat mit einer starken Festungsmauer. In dieser Epoche war die Stadt von fast 1.000 Menschen bewohnt. Nachdem 870 die Araber den maltesischen Archipel erobert hatten, gaben sie der Stadt den heutigen Name Mdina = von Mauern umgebende Stadt. Um sie besser verteidigen zu können, verkleinerten sie den Befestigungsgürtel auf das Stadtgebiet von Mdina. Eine abermalige Verstärkung erfuhr die Stadtmauer während der Zeit der normannischen Herrschaft im 12. Jahrhundert. Derart günstig gelegen und befestigt, hielt Mdina Im Jahre 1422 einem Angriff von 18.000 Türken stand und erhielt daraufhin den Ehrentitel „Città Notabile“.

Auch den Johannitern, die sich 1530 auf Malta niederließen, sagte die strategische Lage der Stadt zunächst zu, so dass sie Mdina zu ihrer ersten Residenz erkoren. Da aber bald offensichtlich wurde, dass Malta von der Küste her günstiger zu beherrschen war, musste Mdina den Hauptstadtstatus an Birgu abtreten. Nunmehr war die Stadt nur noch für den maltesischen Adel von Bedeutung, der hier weiterhin den Sitz seiner Selbstverwaltung, der Università, innehatte. Nachdem Valletta 1571 zur endgültigen Hauptstadt Maltas ernannt worden war, strebte die Inselbevölkerung in die neue Metropole und in Mdina begann ein erheblicher Bevölkerungsschwund. Trotzdem erhielt Lorenzo Gafà, berühmter Kirchenbauer auf Malta, 1697 den Auftrag, die im Erdbeben von 1693 zerstörte Kathedrale St. Paul wieder aufzubauen. Sie wurde 1702 geweiht und gilt heute als Meisterwerk des Erbauers.

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute ist Mdina ein touristisches Zentrum, in dem die Zeit angehalten zu sein scheint. Das mittelalterliche Stadtbild ist geprägt von schmalen Gassen und den aus dem maltatypischen sandfarbenen Kalkstein errichteten Palästen und Kirchen. Man nennt Mdina heute auch die stille Stadt, denn es gibt dort nur ein Hotel und wenige Restaurants, sodass die meisten Besucher noch vor dem Abend die Stadt verlassen, die sich danach nahezu menschenleer präsentiert.

Kathedrale von Mdina
Typische schmale Gasse in Mdina

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Man betritt die Stadt im Allgemeinen durch das Main gate, das der Großmeister des Malteserordens Antonio Manoel de Vilhena (1663 - 1736) bauen ließ.
  • Am östlichen Stadtrand erhebt sich die Kathedrale St. Paul, hinter deren einfacher doppeltürmiger Fassade sich ein prächtig ausgestalteter dreischiffiger Innenraum zeigt. Während der Boden mit farbigen Marmorgrabplatten ausgelegt ist, zieren sizilianische Malereien mit Szenen aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus das Deckengewölbe.
  • Südlich der Kathedrale befindet sich das Kathedralmuseum, dessen größten Schatz eine Sammlung von Kupferstichen und Holzschnitten Albrecht Dürers bildet.
  • Im Norden der Stadt steht der Palazzo Falcon, gemeinhin als Norman House wegen seines aus der normannischen Zeit stammenden Fassadenschmucks bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mdina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. National Statistics Office Malta: Demographic Review 2010 (PDF-Datei; 692 KiB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Stanley Fiorini, Mario Buhagiar: Mdina, the Cathedral City of Malta : A Reassessment of Its History and a Critical Appreciation of Its Architecture and Works of Art. Central Bank of Malta, 775 S. ISBN 99909-975-1-9 (engl.)