MEKO 200

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ThyssenKruppLogo.svg ThyssenKrupp MEKO 200-Klasse
Übersicht
Typ Fregatte
Einheiten AlgerienAlgerien Algerien 4 x geplant

AustralienAustralien Australien 8 x ANZAC-Klasse
GriechenlandGriechenland Griechenland 4 x MEKO 200HN
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2 x ANZAC-Klasse
PortugalPortugal Portugal 3 x MEKO 200PN
SudafrikaSüdafrika Südafrika 4 x MEKO 200SAN (Valour-Klasse)
TurkeiTürkei Türkei

4 x MEKO 200TN Track I (Yavuz-Klasse)
4 x MEKO 200TN Track II (Barbaros-Klasse)

Gesamt: 29 (plus 4 geplant)

Bauwerft

Blohm + Voss, Hamburg
HDW, Kiel
Gölcük Marinewerft, Gölcük
Hellenic Shipyards, Chaidari
Tenix Defence Systems, Melbourne

Bestellung 1980er Jahre
Auslieferung Seit 1987
Dienstzeit

seit 1987

Technische Daten
Daten

Siehe einzelne Unterklasse

Die MEKO 200-Klasse ist eine Kriegsschiffklasse der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems AG. Die Klasse gehört zu der MEKO-Schiffsreihe und wurde in den 1980er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Klasse MEKO 200 wurde nach den Baureihen MEKO 140 und MEKO 360 entwickelt um die Lücke zwischen kleineren Fregatten und kleinen Zerstörern zu schließen. Wie alle Schiffe der MEKO Reihe sind die MEKO 200 modular aufgebaut um kundenspezifisch angepasst zu werden.

Das erste Schiff, das in Auftrag gegeben wurde, war die türkische Yavuz, die am 17. Juli 1987 ausgeliefert wurde. Das Schiff entsprach dem Typ MEKO 200 TN. Bis 2008 wurden 28 weitere Schiffe der Klasse gebaut und mit unterschiedlichsten Systemen und Konfigurationen ausgestattet.

Varianten[Bearbeiten]

MEKO 200 TN Track I und II[Bearbeiten]

Der Vertrag über das erste Los (Track I) Schiffe der MEKO 200 TN oder Yavuz-Klasse wurde im April 1983 mit der Türkei abgeschlossen. Die ersten zwei Schiffe wurden bei Blohm + Voss, Hamburg und HDW, Kiel gebaut, zwei weitere auf der Gölcük-Marinewerft in der Türkei. Die Schiffe erhielten einen CODAD-Antrieb mit vier MTU-20V-Dieselmotoren.

Die Türkei bestellte mit der Barbaros-Klasse zu Beginn der 1990er Jahre vier weitere Schiffe des Typs. Das Los Track II wurde mit einem CODOG-Antrieb mit 2 MTU-16V-Dieseln und 2 LM2500-30-Gasturbinen ausgestattet. Die Klasse war mit 3.350 ts (voll geladen) etwas schwerer, erhielt statt des Sea-Sparrow-Starters einen Mk48-VLS-Starter und war mit über 31 Knoten etwas schneller.

Diese Fregatten wurden so ausgelegt, dass sie beim Überwasserkampf maximalen Schaden bei geringen Verlusten ausrichten können. Dementsprechend erhielten sie kleinere Luftabwehr- und U-Jagd-Kapazitäten, aber dafür eine starke Sea-Zenith-CIWS-Anlage.

Technische Daten

Einheiten

Schiff Namensgeber Werft Kiellegung Stapellauf In Dienst Status
F240 Yavuz Sultan Selim I Yavuz Blohm & Voss, Hamburg 30. Mai 1985 11. Oktober 1987 [1] Aktiv
F241 Turgut Reis Turgut Reis HDW, Kiel 17. Juli 1987 4. Februar 1988 [1] Aktiv
F 242 Fatih Sultan Mehmed II Fatih Gölcük Marinewerft 24. April 1987 12. Oktober 1988 [1] Aktiv
F243 Yilderim Sultan Bayezid I Yildirim Gölcük Marinewerft 22. Juli 1988 17. November 1989 [1] Aktiv
F244 Barbaros Hayreddin Barbarossa Blohm & Voss 29. September 1993 23. Mai 1997 [2] Aktiv
F245 Oruc Reis Oruç Reis Gölcük Marinewerft 28. Juli 1994 23. Mai 1997 [2] Aktiv
F 246 Salih Reis Salih Reis Blohm & Voss 26. September 1997 22. Juli 1998 [2] Aktiv
F247 Kemal Reis Kemal Reis Gölcük Marinewerft 24. Juli 1998 8. Juni 2000 [2] Aktiv

ANZAC-Klasse[Bearbeiten]

Die ANZAC-Klasse auf Basis MEKO 200 wurde für die australische und neuseeländische Marine von Blohm + Voss entworfen. 1989 wurde der Vertrag zum Bau von zehn Schiffen unterschrieben, acht Schiffe für die australische und zwei für die neuseeländische Marine. Der Bau der Schiffe erfolgte in Modulbausweise in Australien und Neuseeland, die Endfertigung fand in der Tenix Defence Systems-Werft in Williamstown, Victoria statt. Der Stapellauf des ersten Schiffes, HMAS Anzac, fand am 16. September 1994 statt, das letzte Schiff, HMAS Perth lief am 20. März 2004 vom Stapel.

Details siehe Hauptartikel.

MEKO 200HN[Bearbeiten]

Die vier MEKO 200 HN oder Hydra-Klasse Schiffe der Griechischen Marine wurden 1988 bestellt. Das erste Schiff, die Hydra, wurde bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut, die weiteren drei auf der Hellenic Shipyards in Chaidari gebaut. Die Hydra wurde während ihrer Werfterprobungsfahrt durch ein Feuer schwer beschädigt und konnte erst 1993 komplett von der Marine übernommen werden. Durch Budgetprobleme Griechenlands kam es beim Bau der anderen drei Schiff immer wieder zu Verzögerungen. Diese Einheit wurden mit verbesserter Schockdämpfung ausgerüstet, es wurde besonderer Wert auf unabhängig voneinander funktionierende Kommunikations- und Waffensysteme gelegt. Die Schiffe sind in zwölf wasserdichte und unabhängige Sektionen unterteilt.

Technische Daten

  • Länge 117,50 m
  • Breite 14,80 m
  • Tiefgang 6,0 m
  • Verdrängung: 2.710 ts, 3.200 ts (voll geladen)
  • Antrieb
    • Wie MEKO 200 TN Track II
  • Waffensysteme
  • Elektronik
  • Radar
    • Decca 2690 BT
    • AWS-9
    • HSA D08
    • HSA STIR -24, HSA STIR 18
  • Sonar
    • SQS-56
  • Kommunikation
  • Hangar für Hubschrauber Sikorsky S-70
Schiff Namensgeber Werft Kiellegung Stapellauf In Dienst Status
F452 Hydra Ύδρα Hydra Blohm + Voss 17. Dezember 1990 25. Juni 1991 12. November 1992 Aktiv
F453 Spetsai Σπέτσαι Spetses Hellenic Shipyards 11. August 1992 9. Dezember 1993 24. Oktober 1996 Aktiv
F 454 Psara Ψαρά Psara Hellenic Shipyards 12. Dezember 1993 20. Dezember 1994 30. April 1998 Aktiv
F455 Salamis Σαλαμίς Salamis Hellenic Shipyards 20. Dezember 1994 15. Mai 1997 16. Dezember 1998 Aktiv

MEKO 200PN[Bearbeiten]

Das Projekt zum Bau von drei Schiffen der Klasse Vasco da Gama bzw. MEKO 200PN für Portugal wurde 1985, nach fünf Jahren Vorbereitungsphase, genehmigt. Bis zu 60 % der Schiffe wurden von der NATO finanziert.[3] Diese Schiffe wurden, wie vorher die türkischen, auch bei einer zweiten deutschen Werft, der HDW in Kiel gebaut.

Technische Daten

  • Länge 115,90 m
  • Breite 14,80 m
  • Tiefgang 6,2 m
  • Verdrängung: 2.920 ts, 3.200 ts (voll geladen)
  • Bewaffnung
    • 1 100 mm Mod68 CADAM französisches Schiffsgeschütz
    • 1 20 mm Phalanx CIWS
    • 2 x 3 324mm Mk32 Torpedorohre
    • 2 x Mk 141 Starter für je 4 AGM-84 Harpoon
    • 1 x Mk48 VLS Starter mit 16 Zellen
  • Elektronik
    • 1 Thales DA08 Luft D-Band Radar
    • 1 Thales MW08 Boden/Luft F-Band Radar
    • 2 Thales STIR 180 Feuerleitradar
    • 1 SQS510 Sonar
    • 1 APECS II/700 ESM
    • Gegenmaßnahmen Mk 36 SRBOC Starter
  • Hangar für zwei Super Lynx Mk.95 Hubschrauber

Einheiten

Schiff Namensgeber Werft Kiellegung Stapellauf In Dienst Status
F330 NRP Vasco da Gama Vasco da Gama Blohm + Voss 2. Februar 1989 26. Juni 1989 18. Januar 1991 Aktiv
F331 NRP Álvares Cabral Pedro Álvares Cabral HDW, Kiel 2. Juni 1989 6. Juni 1990 24. Mai 1991 Aktiv
F332 NRP Corte-Real Familie Corte-Real HDW, Kiel 24. November 1989 6. Juni 1990 22. November 1991 Aktiv

MEKO A-200SAN[Bearbeiten]

Die Valour-Klasse oder MEKO A-200SAN ist die bisher zuletzt gebaute Unterklasse des MEKO 200 Konzepts. Die vier Schiffe für Südafrika wurden am 28. April 2000 bestellt und von 2006 bis 2007 ausgeliefert.

Im Unterschied zu den bisherigen Schiffen der Klasse wurden diese neuen Schiffe mit einer reduzierten Radarsignatur gebaut. Die Schiffe erhielten ein „X-Form“, die rechte Winkel vermeidet und somit wenig Radarstrahlung zurückwirft. Außerdem wurde erstmals ein CODAD-WARP mit einem Wasserstrahlantrieb verbaut. An Elektronik und Waffensystemen wurden sehr viele Komponenten in Südafrika gefertigt.

Details siehe Hauptartikel.

MEKO A-200ALG[Bearbeiten]

Algerien hat mutmaßlich (berichtet Jane's Navy International) am 26. März 2012 einen Kaufvertrag über vier Einheiten unterschrieben. Der Gesamtpreis beträgt demnach 2,176 Mrd Euro. Die Höhe des Preises legt die Vermutung nahe, dass hierbei sechs Super-Lynx Bordhubschrauber mitberücksichtigt sind.

Diese algerische Unterklasse wird vermutlich eine höhere Verdrängung als die südafrikanischen Schiffe besitzen, dies soll bei späteren Umrüstungen das Risiko von Instabilitäten reduzieren. Als Bewaffnung sollen Saab Bofors Dynamics RBS 15 Mk 3 Anti-Schiffsraketen, infrarot gesteuerte, vertikal verschießbare Boden-Luft-Flugkörper von Denel Dynamics, eine Oto Melara Hauptkanone sowie zwei Rheinmetall 27 mm Nahbereichskanonen installiert werden.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d http://www.turkishnavy.net/yavuze.htm, gesehen 18. August 2009
  2. a b c d http://www.turkishnavy.net/barbarose.htm, gesehen 18. August 2009
  3. "Conway's All the World's Fighting Ships 1947-1995", US Naval Institute Press, ISBN 1557501327