MVG-Baureihe A

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U-Bahn München / U-Bahn Nürnberg
Baureihe A
U-Bahn Muenchen Freimann Zugtyp A.jpg
Anzahl: 193 Doppeltriebwagen
(386 Einzelwagen)
Hersteller: MAN, O&K, Rathgeber, WMD
Baujahr(e): 1967–1983
Achsformel: B'B'+B'B'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 37.150 mm
Höhe: 3.550 mm
Breite: 2.900 mm
Drehzapfenabstand: 12.000 mm
Drehgestellachsstand: 2.100 mm
Leermasse: 51,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Stundenleistung: 4×180 kW = 720 kW
Stromsystem: 750 V Gleichstrom
Sitzplätze: 98
Stehplätze: 192

Die Baureihe A ist die älteste Baureihe bei der Münchner U-Bahn. Diese Fahrzeuge, die ab 1970 serienmäßig geliefert wurden, kommen außerhalb der bayerischen Landeshauptstadt in leicht veränderter Version auch in Nürnberg und mit einem deutlich an das Wiener Tunnelprofil angepassten Wagenkasten bei der Wiener U-Bahn zum Einsatz. Mittlerweile ist es wegen Anpassungen an die örtlichen Gegebenheiten jedoch nicht mehr möglich, die Fahrzeuge miteinander gekuppelt im Fahrgastbetrieb einzusetzen.

Die Baureihe A entspricht außerdem weitestgehend der VAG-Baureihe DT1 der Nürnberger U-Bahn.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Waggon- und Maschinenbau GmbH Donauwörth (WMD, heute Bombardier Transportation) lieferte 1967 insgesamt zwei Prototypen, der Hersteller Rathgeber einen an die Münchner Verkehrsgesellschaft aus. Zur späteren Unterscheidung von den Serienfahrzeugen erhielten sie die Bezeichnung A1.

Typ Nummern Baujahre
A1 091–093 1967
A2.1 101–151 1970
A2.2 161–178 1974
A2.3 201–253 1978
A2.5 301–348 1982
A2.6 351–371 1983

Nach erfolgreicher Erprobung der Doppeltriebwagen 6091/7091, 6092/7092 und 6093/7093 erfolgte ab 1970 die Serienauslieferung. Neben den beiden bestehenden Herstellern beteiligten sich zudem MAN sowie O&K am Bau der Fahrzeuge.

Bis 1983 entstanden so insgesamt 190 Doppeltriebwagen der als A2 bezeichneten Serienwagen, die nochmals wiederum in fünf Unterbauarten (A2.1 bis A2.5) unterteilt wurden. Diese Unterbauarten unterscheiden sich nur geringfügig voneinander - unter anderem hat die Baureihe A2.1 in den Einstiegsbereichen nur je eine vertikale Haltestange, die späteren je zwei, außerdem hatten die ersten Baureihen noch keine Sichtfenster zwischen den Wagenhälften, diese wurden später nachgerüstet und sind deshalb kleiner als bei den späteren Baureihen. Während die Prototypen der Serie A1 noch über Blattfederung verfügten, wurden alle folgenden U-Bahnwagen mit Luftfederung ausgerüstet. Auch besaßen die Prototypen zwischen den Sitzabteilen einfache Haltegriffe, während die Serienwagen mit Haltestangen bis zur Wagendecke ausgerüstet sind.

Von den insgesamt 193 gebauten Doppeltriebwagen wurden 2003 sechs an die VAG Nürnberg verkauft (die inzwischen verschrottet wurden), vier weitere sind im Jahre 2006 dorthin verliehen worden, von denen im November 2007 wieder zwei an die MVG zurückgegeben wurden. Drei Einheiten wurden bislang verschrottet. Der vordere Teil des 1983 bei einem Brand zerstörten Wagens Nr. 7149 kann heute im Münchner Feuerwehrmuseum besichtigt werden. Die Prototypen befinden sich teilweise in den örtlichen Verkehrsmuseen, so etwa der Wagen Nr. 7092 im Deutschen Museum. Wagen Nr. 091 wird für das MVG-Museum vorgehalten, Wagen Nr. 093 verkehrt noch im normalen Fahrgastbetrieb, allerdings mit einem mittlerweile erneuerten Wagenkasten.

Aufbau und Technik[Bearbeiten]

Die Fahrzeuge sind, den Wagenkasten betreffend, insgesamt 37.150 mm lang und 2.900 mm breit, die Einzelwagen messen jeweils genau 18.000 mm und sind über Scharfenbergmittelpufferkupplungen miteinander verbunden.

Der Wagenkasten ist in Aluminiumleichtbauweise aus Strangpressprofilen und Aluminiumblechen gefertigt. Pro Wagenseite sind je drei zweiflügelige, über Druckluft bediente Schwenkschiebetüren mit einer lichten Weite von 1.300 mm vorhanden, zusätzlich ist pro Seite auch eine Tür am Führerstand angebracht. Die Sitze im Innenraum sind in Vis-a-vis-Anordnung angebracht.

Innenraum eines A-Wagens

Angetrieben werden die Fahrzeuge von je einem pro Drehgestell angebrachten 180 kW starken Elektromotor. Die Stromzufuhr erfolgt über die jeweils am äußeren Drehgestell angebrachten Stromabnehmer, der von unten eine seitlich am Gleis angebrachte Stromschiene bestreicht; da alle vier Stromabnehmer elektrisch über die Kurzkupplung verbunden sind, können Lücken bis zu 30 m überbrückt werden, ohne dass das Fahrzeug stromlos liegenbleibt. Die Vielfachsteuerung der Fahrzeuge erlaubt es, bis zu drei Kurzzüge (also drei Doppeltriebwagen) im Zugverband zu betreiben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Pabst: U- und S-Bahn-Fahrzeuge in Deutschland. 1. Auflage, GeraMond Verlag, München 2000, ISBN 3-932785-18-5
  • Wolfgang Pischek, Holger Junghardt: Die Münchner U-Bahn - unterirdisch durch die bayerische Landeshauptstadt. München 2002 (2. Aufl.), ISBN 3-7654-7194-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahn München Typ A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien