Claudio Abbado
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Claudio Abbado (* 26. Juni 1933 in Mailand) ist ein italienischer Dirigent.
[Bearbeiten] Leben
Claudio Abbado ist der Sohn eines Violinisten und Musiklehrers. Bei diesem studierte er zunächst Musik (Klavierspiel). 1955 schloss er sein Studium für Orchesterleitung, Klavier und Komposition am Mailänder Konservatorium ab und studierte anschließend bis 1957 bei Hans Swarowsky in Wien. 1958 gewann Claudio Abbado den Kussewitzky-Preis für Dirigenten in Tanglewood. Er erhielt einen Lehrauftrag für Kammermusik am Konservatorium in Parma. Zudem leitete er in Triest mit Die Liebe zu den drei Orangen von Prokofjew seine erste Opernaufführung. Ab 1961 dirigierte er regelmäßig an der Mailänder Scala. 1963 gewann Abbado den ersten Preis beim Mitropoulos-Wettbewerb (New York): Zum Preis gehörte eine fünfmonatige Assistenzzeit bei Leonard Bernstein, dem damaligen Chefdirigenten der New Yorker Philharmoniker.
Sein Debüt bei den Salzburger Festspielen gab er 1965. Außerdem wurden erste Schallplattenaufnahmen mit ihm gemacht. 1966 kam es zu einer ersten Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern. Abbado eröffnete 1968 die Opernsaison der Mailänder Scala. Er debütierte an der Covent Garden Opera in London mit seiner ersten Verdi-Oper (Don Carlos). 1969 erhielt er eine feste Anstellung als Dirigent an der Mailänder Scala. 1971 wurde Abbado dort Musikdirektor. 1979 war er Chefdirigent beim London Symphony Orchestra. Von 1980 bis 1986 war er Chefdirigent der Mailänder Scala. In den Jahren 1982 bis 1985 arbeitete er als Erster Gastdirigent mit dem Chicago Symphony Orchestra. Von 1983 bis 1986 war er Musikdirektor beim London Symphony Orchestra. 1984 gab er sein Debüt an der Wiener Staatsoper. Dort wurde er 1986 Musikdirektor. 1987 wurde er zum Generalmusikdirektor der Stadt Wien. Abbado gründete 1988 das Festival „Wien Modern“, das sich Aufführungen internationaler zeitgenössischer Musik widmet.
Im Oktober 1989 übernahm Abbado als Nachfolger von Herbert von Karajan die Leitung der Berliner Philharmoniker. 1994 arbeitete er als Leiter der Salzburger Osterfestspiele und erhielt den Ernst von Siemens Musikpreis. Abbado nahm 2002 seinen 1998 angekündigten Abschied von den Berliner Philharmonikern. 2002 wurde er mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet, 2003 erhielt er den Praemium Imperiale-Preis. In diesem Jahr begann er auch die Arbeit mit dem neu gegründeten Lucerne Festival Orchestra.
Als Gründer des European Community Youth Orchestra (1978) und des Gustav Mahler Jugendorchesters (1986) widmet sich Abbado auch der Förderung des musikalischen Nachwuchses.
Abbado hat ein umfangreiches Repertoire auf Tonträgern eingespielt.
[Bearbeiten] Literatur
- Cordula Groth: Das Berliner Philharmonische Orchester mit Claudio Abbado. Mit Beiträgen von Helge Grünewald, Hans-Jörg von Jena, Ulrich Meyer-Schoellkopf. Fotografiert von C. Groth. Nicolai, Berlin 1994, ISBN 3-87584-481-5.
- Frithjof Hager: Claudio Abbado: Die anderen in der Stille hören. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2000, ISBN 3-518-39662-5.
- Musik über Berlin. Claudio Abbado im Gespräch mit Lidia Bramani, aus dem Ital. übersetzt von Agnes Dünneisen und Beatrix Birken unter Mitarbeit von Doris Adloff. 2. Auflage. Dielmann, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-929232-82-0.
- Ulrich Eckhardt (Hrsg.): Claudio Abbado. Dirigent. Nicolai, Berlin 2003, ISBN 3-89479-090-3.
- Annemarie Kleinert: Berliner Philharmoniker von Karajan bis Rattle. Jaron Verlag, Berlin 2005, S. 1-189, ISBN 3-89773-131-2 (online lesbar: [1]) bzw. PDFs; Stand 15. August 2008)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Claudio Abbado im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie und Diskografie bei KlassikAkzente (Universal Music)
- Detaillierte, umfangreiche Diskografie mit genauen Aufnahmedaten (private Seite aus Japan, deutsch)
Franz von Dingelstedt | Johann von Herbeck | Franz von Jauner | Wilhelm Jahn | Gustav Mahler | Felix von Weingartner | Hans Gregor | Richard Strauss und Franz Schalk | Clemens Krauss | Erwin Kerber | Heinrich Karl Strohm | Walter Thomas | Ernst August Schneider | Lothar Müthel | Karl Böhm | Franz Salmhofer | Herbert von Karajan | Egon Hilbert | Heinrich Reif-Gintl | Rudolf Gamsjäger | Egon Seefehlner | Lorin Maazel | Claus Helmut Drese und Claudio Abbado | Eberhard Waechter | Ioan Holender und Seiji Ozawa | Dominique Meyer und Franz Welser-Möst
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Abbado, Claudio |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1933 |
| GEBURTSORT | Mailand |

