Mainzelmännchen

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Seriendaten
Originaltitel Mainzelmännchen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e) seit 1963
Länge ~ 0,05 Minuten
Episoden 50.000+[1]
Genre Werbetrenner, Zeichentrick
Idee Wolf Gerlach
Musik Kristen & Schmidt Musikproduktion
Erstausstrahlung 2. April 1963 auf ZDF
Besetzung
  • Anton
  • Berti
  • Conni
  • Det
  • Edi
  • Fritzchen
Mainzelmännchen Det auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt

Die Mainzelmännchen sind sechs Trickfiguren, die im ZDF vor allem als Werbetrenner dienen. Sie haben die Namen Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen. Die Mainzelmännchen tragen nach Gartenzwergart eine Phrygische Mütze auf dem Kopf. Ihr Name geht auf die Stadt Mainz, den Sitz des ZDF, und auf die Heinzelmännchen zurück. Ihr Erfinder und erster Designer war Wolf Gerlach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die Ursprünge [Bearbeiten]

Die 1963 erstmals im ZDF gezeigten Mainzelmännchen sind seit 1970 in einem Chorfenster der Karmeliterkirche in Mainz.
Darstellung des „alten“ Det auf einem Motivwagen (linke Bildhälfte)

Die Mainzelmännchen waren am 2. April 1963 erstmals im ZDF zu sehen. Sie wurden entwickelt, um der staatsvertraglichen Verpflichtung zur Trennung von Werbung und Programm gerecht zu werden und sind heute in der sendereigenen ZDF Werbefernsehen-GmbH zuhause. Die kurzen Spots, die als auflockernde Trenner der Fernsehreklame dienen, dauern heutzutage etwa drei Sekunden. In früheren Jahren waren sie länger.

Idee und das ursprüngliche Design stammen vom Grafiker und Bühnenbauer Wolf Gerlach. Zunächst wurden die Werbetrenner in schwarzweiß ausgestrahlt, seit 1967 sind sie farbig. Um 1968 zeichnete Wolf Gerlach eine Mainzelfrau, die aber nicht Bestandteil der Trickfilme wurde.[2] 1980 und 1990 gab es kleinere optische Veränderungen und Modernisierungen, z. B. keine Kinderschürzen mehr.

Von Beginn an wurden die Trickfilme der Mainzelmännchen nicht in Mainz, sondern in Wiesbaden von der Neuen Filmproduktion hergestellt. Das Team um Chefzeichner Jürgen Titus König erstellt die Animationen nach wie vor Bild für Bild mit dem Bleistift. Lediglich das Ausmalen der Figuren wird mittlerweile vom Computer übernommen.

1975 gab es bereits über 10.000 Folgen der Mainzelmännchen, jährlich kamen etwa 500 dazu. Inzwischen gibt es etwa 50.000 Spots und monatlich entstehen etwa 800 weitere.[1]

Ende der 1960er-Jahre wurden die „Kapriolen“, längere Filmchen, ins Fernsehen gebracht. Anschließend folgten noch Mini-Krimis, zum Beispiel Sender Nordlicht (1977), Märchen und „Retter in der Not“.

Anfang der 1970er-Jahre gab es auch Sammelbildchen von den Mainzelmännchen, die, in ein Album geklebt, Comics ohne Sprechblasen bildeten.

Neuerungen [Bearbeiten]

Det

Am 1. Dezember 2003 erfolgte eine Neuauflage der Mainzelmännchen, in Anlehnung an den Stil japanischer Mangas.[3][4] Es gab Zuschauer-Proteste gegen die Umgestaltung der bisherigen Mainzelmännchen. Man modernisierte auch ihre Gebrauchsgegenstände; so sieht man nun z. B. Mobiltelefone und aus einem Notizblock wurde ein Notebook.

Seit Herbst 2003 gibt es eine eigene Zeichentrickserie im Kinderprogramm unter dem Titel Die Mainzels (Autoren: Mario Giordano, Christian Matzerath, Thomas Brinx, Anja Kömmerling und andere). In Fünf-Minuten-Geschichten erleben die Mainzels kleine Abenteuer rund um ihr Haus, das sie mit zwei Mainzelmädchen und deren Zottelhund bewohnen. Die Mainzelmännchen, die sonst nur über ein minimales Vokabular verfügen, können in dieser Serie als „Mainzels“ sprechen. Im Gegensatz zu den aktuellen Mainzelmännchen der Werbung ähnelt die Ästhetik der Mainzels signifikant den ursprünglichen Mainzelmännchen.

Daneben sind die Mainzelmännchen gelegentlich in der Satiresendung heute-show zu sehen, wo sie u. a. als Kommunisten oder Polizeibeamte auftreten.

Namensgebung [Bearbeiten]

Mainzelmännchen und Wum als Spielfiguren

Laut Wolf Gerlach wurden die Mitarbeiter des ZDF so genannt, die in den Studios in Berlin recht hektisch arbeiteten (in Anlehnung an die Heinzelmännchen und den Sitz des Senders in Mainz).

Die Figuren selbst sind der faule Anton, der fleißige Berti, der musische Conni, der schlaue Det, der schelmische Edi und das sportliche Fritzchen, wobei Wolf Gerlach spontan Namen nach dem Alphabet erfunden hat. Die Charaktereigenschaften wurden erst im Laufe der Jahre nach und nach entwickelt, wobei Det die ersten Charakterzüge hatte, was durch das Tragen der Brille nicht schwer fiel. Erst ab 1993 hatte jedes Mainzelmännchen seinen eigenen vollständigen Charakter gehabt. Bisher gab es vier „Entwicklungsstufen“:

  1. 1963–1969 alles in schwarzweiß
  2. 1969–1993 Mainzelmännchen werden durch das Farbfernsehen bunt
  3. 1993–2003 alle Mainzelmännchen haben eine entsprechende Charaktere, zwei Mainzelmännchen (Edi und Fritzchen) ziehen die Mützen ab
  4. seit 2003 aktuelle Darstellung

In der Zeichentrickserie wurden die Zwillingsschwestern Lea und Zara sowie der Hund Guudnberg eingeführt.

Name Aussehen ab 1993 Charaktere ab 1993[5] Aussehen ab 2003
Anton
  • graue Mütze
  • rotes Hemd
  • weiße Schürze
  • blaue Hose
  • graue Schuhe

der Tollpatsch, der Scheue gibt sich schmunzelnd beglückt, wenn ihm ein Ulk gelungen ist

  • braune Mütze
  • oranger Pullover
  • blaue Latzhose mit braunen Knöpfen
  • braune Schuhe
Berti
  • rote Mütze
  • weißes Hemd hängt rechts aus der Hose
  • graue Hose
  • blaue Schürze

der Spaßvogel, der Lieferant für Ideen, sinnt die lustigsten Späße aus – ist der phantastisch Unversiegbare

  • orange Mütze
  • grünes Polohemd
  • graue Hose
  • orange Schuhe
Conni
  • graue Mütze
  • brauner Overall
  • weißes Hemd

das Nesthäkchen, der Kleine zu dem Det ganz väterlich ist

  • hellblaue Mütze
  • weißes Hemd
  • orangefarbener Pullover
  • hellblaue Hose
  • braune Schuhe
Det
  • weiße Mütze
  • Brille
  • graues Hemd hängt links aus der Hose
  • schwarzer Overall
  • weiße Schuhe

der Schlaue, er hat wie keiner der anderen Autorität, sein Wams in Grau macht ihn unübersehbar, die randlose Brille signalisiert verschmitzte Intelligenz – dabei grinsend

  • weiße Mütze
  • Brille
  • weißes Hemd
  • blauer Pullunder
  • graue Hose
  • weiße Schuhe
Edi
  • rote Mütze (ab 1993 keine Mütze mehr)
  • blaue Jacke
  • weiße Hose
  • helle Schuhe

der Schelm, das Schlitzohr hat die meisten Flausen im Kopf

  • keine Mütze
  • rote Haare (gefärbt, eigentlich schwarz)
  • hellblaues Hemd
  • blaue Hose
  • rote Schuhe
Fritzchen
  • blaue Mütze (ab 1993 keine Mütze mehr)
  • rote Jacke
  • graue Hose
  • graue Schuhe

der Stille, der Pfiffige eilt unermüdlich in seinen Geschichten herum

  • sportlich
  • keine Mütze
  • schwarze Haare
  • roter Pullover
  • weiße Hose
  • rot-weiße Sportschuhe

Parodie [Bearbeiten]

Die Heinzelmannen waren eine Parodie auf die Mainzelmännchen während der Werbeunterbrechungen der RTL-Sendung „Alles nichts oder?!“. Im Gegensatz zum Vorbild waren die Heinzelmannen allerdings nicht gezeichnet, sondern die Mini-Sketche wurden von realen Schauspielern dargestellt. Ab dem Jahr 1993 waren die Heinzelmannen auch in den Werbeunterbrechungen der Fernseh-Comedy-Reihe RTL Samstag Nacht zu sehen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Bruno Krammer: 30 Jahre im ZDF. Die bunte Erlebniswelt der Mainzelmännchen. Eine ganz menschliche Geschichte. ZDF-Presse spezial, Mainz 1993

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Mainzelmännchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Wolf Gerlach: Vater der Mainzelmännchen ist tot. In: Spiegel. 12. November 2012
  2. „50 Jahre Mainzelmännchen – Die Geburtstagsausstellung!“ vom 2. bis 30. März 2013 in der Galerie: Mainzer Kunst!
  3. Jeans statt Latzhosen. Nach 40 Jahren hat das ZDF seinen Mainzelmännchen eine Verjüngungskur verpasst: Die neuen „Mainzels“ seien „schlanker, moderner und frecher“, heißt es aus Mainz. auf stern.de, 2. Dezember 2003
  4. Andreas Platthaus: Die Anarchisten waren seine Brut. Gegenprogramm als Prinzip: Zum Tod des Mainzelmännchen-Erfinders Wolf Gerlach. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. November 2012
  5. Bruno Krammer: 30 Jahre im ZDF. Die bunte Erlebniswelt der Mainzelmännchen. Eine ganz menschliche Geschichte. ZDF-Presse spezial, Mainz 1993, S. 4
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