Marc-André Hamelin

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Marc-André Hamelin (2003)

Marc-André Hamelin (* 5. September 1961 in Montreal) ist ein frankokanadischer Pianist und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte in Philadelphia bei Yvonne Hubert, Harvey Wedeen und Russell Sherman und gilt als einer der führenden Pianisten der Gegenwart. Er wird von einigen als der technisch beste lebende Pianist angesehen.

Er widmet sich insbesondere den Werken wenig bekannter Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts, spielt jedoch auch das internationale Standardrepertoire. Er ist dafür bekannt, selten aufgeführte Stücke mit extremer technischer wie interpretatorischer Schwierigkeit zu spielen (so etwa von Godowsky, Ornstein, Roslawetz, Catoire, Ives und Sorabji). Aufsehen erregten seine Interpretationen von Werken von Charles Valentin Alkan und Paul Dukas. Ebenso hat er als einer von drei Pianisten Leopold Godowskys 53 Studien über die Etüden von F. Chopins eingespielt. Diese Aufnahme erhielt im Jahr 2000 den Gramophone Instrumental Award.

Für das Label Hyperion hat er viele Alben aufgenommen, darunter Werke der genannten Komponisten sowie Werke von Albeniz, Brahms, Busoni, Chopin, Eckhardt-Gramatté, Grainger, Haydn, Kapustin, Liszt, Korngold, Joseph Marx, Medtner, Reger, Schtschedrin, Schostakowitsch, Schumann, Skrjabin, Szymanowski und Villa-Lobos.

Hamelin tritt auch als Komponist von Klaviermusik in Erscheinung. In den Jahren 1986 bis 2009 schuf er einen Zyklus von zwölf Etüden in allen Moll-Tonarten (12 Études in all the minor keys), den er am 23. August 2010 in Husum im Rahmen des Musikfestivals Raritäten der Klaviermusik zum ersten Mal komplett aufführte[1]. 2010 spielte er die Etüden neben weiteren Eigenkompositionen auf der CD "Études" ein[2]. Seine Variationen über ein Paganini-Thema ("Variations on a theme of Paganini") aus dem Jahre 2011 brachte er am 22. August 2011 ebenfalls in Husum zur Uraufführung.[3]

In Deutschland wurden bisher auch seine Original Compositions in the Tradition of Nancarrow verlegt.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1985 - 1. Platz bei der Carnegie Hall American Music Competition (er wurde nach seinem Sieg von Harold Schonberg, dem Klavier-Spezialisten der New York Times, als Über-Virtuose bezeichnet)
  • 1989 - Virginia-Parker Preis (Kanada)
  • 1992 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 1994 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 1996 - Juno Award
  • 1996 - Cannes Classical Award
  • 1996 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 1997 - Juno Award
  • 1997 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 1998 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 1998 - Juno Award
  • 1998 - Opus Award (Kanada), Interpret des Jahres
  • 1999 - Juno Award
  • 1999 - Opus Award, Persönlichkeit des Jahres
  • 2000 - Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 2002 - Gramophone Award
  • 2002 - Australian Soundscape Award
  • 2002 - Preis der deutschen Schallplattenkritik (drei mal auf der Bestenliste vertreten)
  • 2003 - Internationaler Großer Preis der Franz Liszt-Akademie
  • 2003 - Order of Canada, Officer (höchste kanadische Auszeichnung für Zivilisten)
  • 2004 - Ordre national du Québec, Chevalier
  • 2004 - Internationaler Schallplattenpreis in Cannes
  • 2005 - Echo Klassik
  • 2005 - Preis der deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste)
  • 2006 - Ehrenurkunde der deutschen Schallplattenkritik[4]
  • 2008 - Juno Award
  • Ehrendoktor der Universität Laval, Québec
  • 2011 - Preis der deutschen Schallplattenkritik[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Rimm: The Composer-Pianists: Hamelin and The Eight. New York 2002 (engl.) ISBN 1-57467-072-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Raritäten der Klaviermusik, Husum - Montag, 23. August 2010 - Marc-André Hamelin. Förderverein Raritäten der Klaviermusik, Husum, abgerufen am 25. August 2011.
  2. Hamelin - Études. Hyperion, abgerufen am 25. August 2011.
  3. Raritäten der Klaviermusik, Husum - Montag, 22. August 2011 - Marc-André Hamelin (Version vom 8. September 2012 im Webarchiv Archive.today)
  4. Ehrenpreise 2006. Preis der deutschen Schallplattenkritik, abgerufen am 11. Oktober 2011.
  5. Jahrgang 2011 (Version vom 26. Oktober 2013 im Internet Archive)