Maria Beatrice d’Este (1750–1829)

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Maria Beatrice d'Este, 1772, Château de Versailles
Maria Beatrice d’Este

Maria Beatrice d’Este (* 7. April 1750 in Modena; † 14. November 1829 in Wien) war Erzherzogin von Österreich sowie von 1790 bis 1797 und von 1814 bis 1829 Herzogin von Massa und Carrara. Maria Beatrice brachte die Erbschaft ihres Vaters, die Herzogtümer Modena und Reggio, sowie die Erbschaft ihrer Mutter, die Herzogtümer Massa und Carrara, den Habsburgern zu und wurde zur Begründerin der Linie Österreich-Este.

Abstammung, Jugend und Heirat[Bearbeiten]

Maria Beatrice Ricciarda d’Este erblickte am 7. April 1750 als erstes Kind und als einzige Tochter des Herzogs von Modena, Ercole III. d’Este, und seiner Frau Maria Teresa Cybo-Malaspina (einer Tochter des Herzogs Alderano von Massa und Carrara) in Modena das Licht der Welt. Als ihr jüngerer Bruder Rinaldo, der Stammhalter des Hauses Este, im Jahre 1753 wenige Monate nach seiner Geburt verstarb, wurde sie mangels männlicher Erben zur Alleinerbin des Herzogtums Modena und des Herzogtums Reggio. Zusätzlich erbte sie von ihrer Mutter noch das Herzogtum Massa und Carrara.

Als Erbin von vier Herzogtümern war Maria Beatrice eine begehrte Partie auf dem europäischen Heiratsmarkt und erweckte die Aufmerksamkeit von Kaiserin Maria Theresia von Österreich, die sich im Rahmen ihrer Eheplanungen um vorteilhafte dynastische Beziehungen zwischen dem Haus Habsburg und italienischen Fürstenhäusern bemühte. Maria Theresia, die schon früh Heiratspläne für ihre vierzehn überlebenden Kinder schmiedete, hatte die Absicht, das Herzogtum Modena mit dem Haus Habsburg zu verbinden.

Ferdinand Karl und Beatrice von Österreich-Este

Erzherzog Ferdinand Karl wurde deshalb schon im frühesten Kindesalter mit der einzigen Tochter des Herzogs von Modena, Maria Beatrice, verlobt. Am 15. Oktober 1771 heiratete der 17-jährige Herzog schließlich in Mailand die vier Jahre ältere Maria Beatrice d’Este (auch Maria Beatrix d’Este genannt). Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten waren die Uraufführungen der Opern Il Ruggiero von Johann Adolph Hasse und Ascanio in Alba von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Ehe zwischen Ferdinand Karl und Maria Beatrice verlief glücklich.

Nachkommen[Bearbeiten]

Maria Beatrice und ihr Gemahl hatten neun Kinder und begründeten die Linie Habsburg-d’Este.

Ehe, Witwenzeit und Tod[Bearbeiten]

1780 wurde Ferdinand Karl Statthalter der Lombardei, wobei er von seiner Gattin unterstützt wurde. Politisch blieb er ebenso machtlos wie seine ältere Schwester Maria Christine von Österreich als Statthalterin der Niederlande. Joseph II. ließ seinem Bruder nicht viel Spielraum. Trotzdem war das Paar vor allem wegen seines sozialen Engagements bei der Bevölkerung sehr beliebt. Maria Beatrice widmete sich persönlich der Erziehung ihrer Kinder und richtete ihr Augenmerk dabei vor allem auf ihre jüngste Tochter Maria Ludovika.

Nach dem Tod ihrer Mutter (1790) folgte Maria Beatrice ihr als Herzogin von Massa und Carrara nach. Ihre Erbrechte an ihrem väterlichen Erbteil hingegen gingen, da hier keine weibliche Thronfolge erlaubt war, auf ihren ältesten Sohn Franz über. Napoleons Einmarsch in Mailand im Jahre 1796 zwang aber Ferdinand Karl und seine Familie zur Flucht vor den französischen Truppen. Nach Aufenthalten in Triest und Brünn ließ sich die Herzogin mit einem Teil der Kinder in Wiener Neustadt nieder, während Ferdinand Karl mit den älteren Söhnen im Schloss Belvedere in Wien Residenz bezog.

Ende 1806 starb Ferdinand Karl. Die nun verwitwete Maria Beatrice wurde im Januar 1808 aufgrund der Heirat ihrer Tochter Maria Ludovika mit Franz I. von Österreich Kaiserinmutter. Sie zeigte sich politisch sehr interessiert, unterhielt eine lebhafte Korrespondenz mit ihrer jüngsten Tochter und bemühte sich ausdauernd, ihr Erbteil zurückzubekommen. Nach dem Sturz Napoleons 1814 erhielt sie dann auch wieder die Herrschaft über Massa und Carrara und zusätzlich kraft der Bestimmungen des Wiener Kongresses die kaiserlichen Lehen in der Lunigiana, während ihr ältester Sohn als Franz IV. nun Herzog von Modena und Reggio wurde. Nachdem sie am 14. November 1829 im Alter von 79 Jahren gestorben war, wurde das von ihr regierte Territorium mit Modena vereinigt. Ihre letzte Ruhestätte fand Maria Beatrice in der Wiener Kapuzinergruft.

Im Jahr 1862 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Beatrixgasse nach ihr benannt und 1916 der Platz Am Modenapark; der Modenapark ist ebenfalls nach ihr benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Beatrice d’Este – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien