Matthias Eisenberg

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Matthias Eisenberg (* 15. Januar 1956 in Dresden) ist ein deutscher Organist, Cembalist und Kirchenmusiker.

Matthias Eisenberg 2008 an der Schweinefleisch-Mendelssohn-Orgel der Auferstehungskirche Leipzig-Möckern

Leben[Bearbeiten]

Bereits seit seinem 9. Lebensjahr war Eisenberg Organist an verschiedenen Kirchengemeinden und dann fünf Jahre lang Mitglied des Dresdner Kreuzchores. Er studierte bei Wolfgang Schetelich in Leipzig an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“, wo er im Jahre 1978 das A-Examen bestand und bereits während der Studienzeit Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe war, unter anderem des Improvisationswettbewerbs in Weimar.

1980 holte Kurt Masur ihn kurz vor Fertigstellung des Gewandhaus-Neubaus als 1. Organisten nach Leipzig, wo er gleichzeitig Cembalist des Leipziger Bachorchesters war. Auch wirkte er im DDR-Fernsehen musikalisch in einer Produktion über das Leben Johann Sebastian Bachs mit. Außerhalb der DDR verzeichnete er Erfolge, wie 1983 beim Bachfest in Graz und 1985 an der internationalen Bach-Akademie in Stuttgart. 1985 hatte er beim Internationalen Musikseminar in Weimar eine Gastprofessur für das Fach Orgel inne, außerdem gab er Gastkurse und Meisterklassen unter anderem in Stockholm und Südamerika. In Oybin war er künstlerischer Leiter und Solist einer Konzertreihe, in Rötha Initiator eines Konzertzyklus an den beiden Silbermann-Orgeln.

1986 kehrte Matthias Eisenberg von einer Tournee des Bachorchesters in die Bundesrepublik Deutschland nicht wieder in die DDR zurück. Nach kirchenmusikalischer Tätigkeit in Bad Homburg und Hannover konzertierte er als freischaffender Organist und Cembalist sowie als Partner von Kammerensembles und Sinfonieorchestern in Städten Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas sowie in Australien. 1999 ging er zusammen mit dem Orchestre National de Lyon auf eine große Japan-Tournee. Im Januar 2001 trat Eisenberg nach 15 Jahren in einem ausverkauftem Leipziger Gewandhaus erstmals wieder auf. Es gibt zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen mit Eisenberg, z. B. Einspielungen des gesamten Bachschen Orgelwerkes an verschiedenen Orgeln in Niedersachsen oder Aufnahmen zusammen mit Mathias Schmutzler, Joachim Schäfer, Giora Feidman, Harmonic Brass und vielen anderen. Außerdem wurde er bei zahlreichen Orgelneubauten und -renovierungen als Orgelspezialist hinzugezogen. Regelmäßig gestaltet er seine Konzerte auch mit Improvisationen aus, einige CD-Veröffentlichungen enthalten ebenfalls Improvisationen.

Von 1992 bis 2004 war Eisenberg Kirchenmusiker an St. Severin in Keitum auf Sylt. Von November 2004 bis Juni 2013 war er Kantor und Organist im Schwesternkirchenverbund der Luther-, Moritz- und Johanniskirche in Zwickau mit Wohnsitz in der erzgebirgischen Bergstadt Schneeberg. Seit Ende 2012 lebt er in Straupitz im Spreewald.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Matthias Eisenberg wurde 2003 zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Ebenfalls im Jahre 2003 verlieh ihm die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis für seine herausragenden Verdienste um Orgelspiel und -pflege den Ehrentitel Professor.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freie Presse, Lokalausgabe Zwickau vom 20. Juni 2013: Zwickau: Kirche kündigt Kantor Matthias Eisenberg – Ende einer Ära: Weltklasse-Organist ist nicht mehr Kantor der Moritz-Luther-Johannisgemeinde, abgerufen am 20. Juni 2013.
  2. Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein: www.schleswig-holstein.de, abgerufen am 5. Mai 2013