Miquel Barceló

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Miquel Barceló 2011
Keramiken in der Kathedrale La Seu in Palma auf Mallorca
Miquel Barceló dekorierte die Kuppel im neuen Sitzungssaal des Menschenrechtsrates der UNO in Genf (2008)
Barceló's Gran elefant dret (Grosser stehender Elefant) 2009, Barcelona

Miquel Barceló, vollständig Miquel Barceló Artigues, (* 1957 in Felanitx, Mallorca) ist ein spanischer Maler und Bildhauer.

Barceló greift in seinem umfangreichen Werk Fragen der Religion, des Anthropomorphismus und der Umwelt auf. Dies führt zu einem „erweiterten Kunstbegriff“, der sich in der Auswahl der Materialien (häufig organisch) und in der Arbeitsweise (Action Painting) ausdrückt.

Leben[Bearbeiten]

Miquel Barceló studierte an der Schule für Dekorative Künste in Palma de Mallorca und an der Schule für Schöne Künste in Barcelona, um sich später der mallorquinischen Gruppe für Konzeptkunst Launische Werkstatt (Taller Llunàtic) anzuschließen. Er engagierte sich für ökologische Fragen und gehörte einer Umweltgruppe auf Mallorca an. Bereits seit dieser ersten Zeit spiegelt sein Werk ein Interesse an Motiven aus der Natur, die einen großen Einfluss auf seine jüngeren Zeitgenossen ausgeübt hat.

Internationales Aufsehen erregte Barceló nach seiner Teilnahme an der Biennale von São Paulo 1981 und bei der Documenta in Kassel 1982.

Seine Reisen und Aufenthalte in Europa (er unterhält ein Studio in Paris), den Vereinigten Staaten und West-Afrika (Mali), wo er einen weiteren Wohnsitz hat, haben seine künstlerische Laufbahn im Laufe der letzten Jahre gekennzeichnet.

Werk[Bearbeiten]

In Hannover wurde bei seiner bisher einzigen Ausstellung in Deutschland sein Schaffen so umrissen: „Er (tritt) für eine Sprache ein, die das nie zuvor Gesehene in den großen und ewigen Behältnissen unseres Gedächtnisses hervorbringt: die Erde mit Pflanzen, der Horizont des Meeres, der Himmel, die Strände, die Welle, die Höhle“.[1]

Seit März 2007 beherbergt die Kathedrale von Palma de Mallorca eine überdimensionale Keramikarbeit des Künstlers, die zu heftigen Polemiken Anlass gab. Die zeitgenössische Kunst in einer 700 Jahre alten Kathedrale, die die biblische Geschichte der wundersamen Vermehrung des Brotes und der Fische darstellt, ist in ihrer Gegenständlichkeit phantastisch und löste in der spanischen Presse einen Streit darüber aus, was Kunst darf. Barceló nahm nicht an der Einweihungsmesse teil und bezeichnete sich als Agnostiker, was zu weiteren Kontroversen führte. Die Keramik ist knapp 300 Quadratmeter groß und bedeckt eine gesamte Kapelle, deren fünf Glasfenster ebenfalls vom Künstler gestaltet wurden.

Anfang 2007 begann Miquel Barceló in Genf mit der Arbeit an der Deckengestaltung des Saales XX im Palais des Nations. Der von dem 1500 Quadratmeter großen Deckengemälde überspannte neue Sitzungssaal des Menschenrechtsrates der UNO wurde am 18. November 2008 eingeweiht.

In Deutschland ist 2005 von ihm eine große Buch-Illustration zum "Fegefeuer" aus Dantes Divina commedia erschienen, wodurch sein Werk jetzt leicht zugänglich ist[2].

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

2003 erhält Barceló den Prinz-von-Asturien-Preis

2007 erhält er den Ehrendoktor der Universität der Balearen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DAS WERK VON BARCELÓ DER LETZTEN ZWANZIG JAHRE KOMMT NACH HANNOVER (Pressemitteilung Botschaft von Spanien, zuletzt abgerufen: 15. September 2008)
  2. in deutscher und italienischer Sprache (Synchron-Ausgabe) im Verlag RM Buch & Medienvertrieb, Rheda 2005, in der Sprachversion von Wilhelm Hertz von 1955. 261 S. Ohne ISBN. - Die spanisch-italienische Ausgabe: Divina Comedia (3 Bände) 1. Infierno, 2. Purgatorio; 3. Paraíso. Verlag Galaxia Gutenberg - Círculo de Lectores, Barcelona 2003; Übers. und Anm. Ángel Crespo ISBN 84-226-9755-6 ISBN 84-8109-417-X ISBN 84-8109-418-8 ISBN 84-226-9758-0

Weblinks[Bearbeiten]