Bruno Bischofberger

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Bruno Bischofberger

Bruno Bischofberger (* 1940) ist ein Schweizer Kunsthändler und Galerist.

Leben[Bearbeiten]

Bischofberger eröffnete 1963 seine erste Galerie in Zürich. 1965 präsentierte er die amerikanischen Pop-Art-Künstler Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und Tom Wesselmann. 1968 erhielt Bischofberger das Vorkaufsrecht an Warhols Werken bis zum Tod des Künstlers im Jahr 1987. 1969 war Bischofberger Mitbegründer von Warhols Zeitschrift Interview. 1970 produzierte er den Warhol-Film L‘Amour unter der Regie von Paul Morrissey.

In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren organisierte Bischofberger Pop-Art-Ausstellungen, zeigte aber mit Yves Klein und Jean Tinguely auch Künstler des Nouveau Réalisme. (Gemeinsam mit seiner Frau Christina veröffentlichte er 1982 Tinguelys Werkkatalog Catalogue Raisonné.)

1966 präsentiert Bischofberger die erste Einzelausstellung von Gerhard Richter außerhalb Deutschlands. Ab den 1970er Jahren konzentrierte sich Bischofberger auf die Künstler der Konzeptkunst und des Minimalismus und zeigte unter anderem Dan Flavin, Donald Judd, On Kawara, Joseph Kosuth, Sol LeWitt oder Bruce Nauman. Überdies nahm er moderne Klassiker wie Paul Klee, Fernand Léger, Henri Matisse, Pablo Picasso in seinen Galeriekatalog auf. Von 1970 bis 1977 arbeitete der Galerist Thomas Ammann in Bischofbergers Dependancen in St. Moritz und Zürich.

Ab 1979 zeigte die Galerie Bruno Bischofberger überwiegend Arbeiten von Miquel Barceló, Jean-Michel Basquiat, Mike Bidlo, Francesco Clemente, George Condo, Enzo Cucchi, Dokoupil, Peter Halley, David Salle und Julian Schnabel. Seit 1982 zeigt Bischofberger exklusiv Arbeiten von Jean-Michel Basquiat.

Die Galerie Bruno Bischofberger veröffentlichte zahlreiche Ausstellungskataloge und Künstlermonografien und war und ist an der Organisation von zahlreichen Museumsausstellungen und -retrospektiven beteiligt. Zum Katalog der Galerie gehören auch Arbeiten der finnischen Designerin Aino Aalto und Arbeiten von H. R. Giger oder Ettore Sottsass. Bischofbergers Galerie wird heute von Tobias Mueller geleitet, einem Neffen des 1993 verstorbenen Thomas Ammann.

In dem Filmporträt Basquiat von Julian Schnabel aus dem Jahr 1996 wird Bruno Bischofberger von Dennis Hopper gespielt.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Erika Gysling Billeter: Appenzeller Volkskunst Sammlung Bruno Bischofberger Volkskunst aus Appenzell, Silva 1977, ISBN 0-634-55891-9.
  • Marino Barovier, Bruno Bischofberger, Milco Carboni: Sottsass. Glass Works. Arnoldsche Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-925369-79-1.
  • Andy Warhol’s Visual Memory. Bischofberger, 2001, ISBN 3-905173-13-1.
  • lvar und Aino Aalto – Design Collection Bischofberger. Hatje Cantz Verlag, 2006, ISBN 3-7757-1597-5.

Weblinks[Bearbeiten]