Miss Saigon

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Miss Saigon ist ein Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg, das ebenso wie Puccinis Madame Butterfly auf der französischen Novelle „Madame Chrysanthemum“ beruht. Das Stück wurde am 20. September 1989 im Theatre Royal Drury Lane (London) uraufgeführt, die Broadway-Premiere folgte am 11. April 1991. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 2. Dezember 1994 in der Musical-Hall (heute Apollo Theater) in Stuttgart statt. Der letzte Vorhang fiel am 19. Dezember 1999. Die Schweizer Erstaufführung fand 2003 im Theater St. Gallen, die Österreichische Erstaufführung am 3. Februar 2011 im Stadttheater Klagenfurt statt. Ab 3.Mai 2014 wird Miss Saigon wieder zu sehen sein. Im Prinz Edward Theatre in London wird das Comeback stattfinden!

Handlung[Bearbeiten]

Saigon im April 1975: die letzten Wochen des Vietnamkriegs. Im Nachtclub "Dreamland" wird ein Schönheitswettbewerb veranstaltet. Unter den Barmädchen ist auch die 17-jährige Vietnamesin Kim, die hier ihren ersten Abend verbringt. Einer der Gäste, der junge amerikanische GI Chris, fühlt sich zu ihr hingezogen. Sein Freund John kauft beim Barinhaber, dem Chef-im-Ring (Engineer im englischen Original), für Chris eine Liebesnacht mit Kim. Beide verlieben sich ineinander. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Die militärische Lage in Saigon spitzt sich zu und Chris verlässt mit dem letzten US-Hubschrauber die Stadt. Kurz darauf fallen die Truppen des Vietcong in Saigon ein.

Drei Jahre später: Kim hat inzwischen ein Kind geboren und lebt unter der Diktatur der neuen Machthaber. Sie glaubt noch immer an die Rückkehr von Chris, der nichts von seinem Sohn Tam weiß. Eines Tages taucht Kims Cousin Thuy, mittlerweile Vietcong-Offizier, bei ihr auf, dem sie als Kind zur Frau versprochen wurde. Er fordert sein Recht ein. Als Kim sich ihm verweigert, gerät Thuy außer sich vor Wut. Nachdem ihm das Kind gezeigt wurde, versucht er im Zorn, den kleinen Tam zu töten. In ihrer Not erschießt Kim den Offizier und flieht zusammen mit dem Chef-im-Ring und tausend anderen "Boatpeople" nach Bangkok.

In den Vereinigten Staaten hat Chris mittlerweile die Amerikanerin Ellen geheiratet und sich ein neues Leben aufgebaut. Doch er kann Kim und Vietnam nicht vergessen, immer wieder wird er von Albträumen gequält. Auf einer Konferenz über das Schicksal vietnamesisch-amerikanischer Kinder, den „Bui Doi“, erfährt Chris schließlich von seinem Freund John, dass Kim noch lebt und einen Sohn von ihm hat. Chris lässt die beiden ausfindig machen und fliegt zusammen mit Ellen und John nach Bangkok, um sein Kind zu sehen. Überglücklich erfährt Kim von seiner Ankunft. Sie erzählt dem Chef-im-Ring, dass Chris gekommen sei, sie alle drei mit nach Amerika zu nehmen. Dieser aber glaubt, dass sich nun endlich sein "Amerikanischer Traum" erfüllen wird und gibt Kim die Adresse von Chris' Hotel. Wie in einem Albtraum durchlebt Kim noch einmal die letzten Stunden mit Chris: Hunderte Vietnamesen bestürmen die US-Botschaft, bitten verzweifelt um eine Ausreise aus Vietnam. Hilflos muss auch Kim mit zusehen, wie der letzte Hubschrauber ohne sie, jedoch mit Chris an Bord von dem Dach der Botschaft abhebt.

Wieder in der Wirklichkeit, läuft Kim zu dem Hotel, in dem Chris wohnt. Sie ist voller Vorfreude auf das Wiedersehen und will ihn in seinem Zimmer überraschen. Doch dort trifft sie nur auf Ellen, die ihr schließlich die Wahrheit über Chris' neues Leben erzählt. Verzweifelt stürmt Kim aus dem Hotelzimmer. Als Chris und John später Ellen wieder im Hotel treffen, erzählt diese von ihrer Begegnung mit Kim und verlangt von Chris, sich für sie oder Kim zu entscheiden. Chris offenbart Ellen die dramatischen Geschehnisse in Saigon und erklärt ihr, dass sie nun der Mittelpunkt seines Lebens ist. Die beiden beschließen daraufhin, Tam bei seiner Mutter in Bangkok zu lassen und die beiden finanziell zu unterstützen.

Kim indes wünscht sich nichts mehr, als ihren Sohn in einem behüteten Zuhause in den USA aufwachsen zu sehen. Als der Chef-im-Ring Chris, Ellen und John schließlich zu Kims Unterkunft führt, sieht Kim nur einen Weg, ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen: Sie begeht Selbstmord und stirbt in Chris Armen.

Kreativ-Team[Bearbeiten]

  • Instrumentierung: William D. Brohn
  • Tonmeister: Andrew Bruce
  • Kostümdesign: Andreane Neofitou
  • Lichtdesign: David Hersey
  • Bühnenbild: John Napier
  • Musical Staging & Choreographie: Bob Avian
  • Deutsche Übersetzung: Heinz Rudolf Kunze

Besetzung der Uraufführung in London[Bearbeiten]

Besetzung der Uraufführung in Stuttgart[Bearbeiten]

Lieder[Bearbeiten]

1. Akt

  • Overture
  • The heat is on in Saigon (Saigon, du fieberst im Licht)
  • The movie in my mind (Mein Märchenfilm vom Glück)
  • The dance (Tanz von Kim und Chris)
  • Why God why? (Mein Gott, warum)
  • This money's yours (Dies Geld ist deins)
  • Sun and moon (Sonne und Mond)
  • The telephone song (Telefon-Song)
  • The deal (Der Deal)
  • The wedding ceremony (Dju Vui Vai)
  • Thuy's arrival (Du hier)
  • The last night of the world (Die letzte Nacht der Welt)
  • The morning of the dragon (Die Dämmerung des Drachens)
  • I still believe (Ich glaub' an dich)
  • Thuy's death / You will not touch him (Dies ist die Stunde)
  • If you want to die in bed (Tja, wer stirbt nicht gern im Bett)
  • Kim & Engineer (Ein Pass in meiner Hand)
  • I'd give my life for you (Ich gäb' mein Leben her für dich)

2. Akt

  • Entr'acte
  • Bui-Doi (Bui-Doi)
  • The revelation (Die Enthüllung)
  • What a waste (Ist's das wert?)
  • Please (Ist die Reise bald vorbei?)
  • Kim's Nightmare (Kims Alptraum)
  • Room 317 (Zimmer 317)
  • Now that I've seen her (Ich kam und sah sie)
  • The confrontation (Die Konfrontation)
  • The American dream (Der American Dream)
  • Finale

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Tony Award 1991[Bearbeiten]

nominiert
  • Best Musical
  • Best Book of a Musical
  • Best Original Score
gewonnen

Theatre World 1991[Bearbeiten]

  • Lea Solonga

Drama Desk Award 1991[Bearbeiten]

  • Outstanding Actor in a Musical“ – Jonathan Pryce
  • Outstanding Actress in a Musical“ – Lea Solonga
  • Outstanding Orchestration“ – William D. Brohn
  • Outstanding Lightning Design“ – Devid Hersey

Weblinks[Bearbeiten]