Madama Butterfly

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Dieser Artikel behandelt die Oper von Giacomo Puccini. Für weitere Bedeutungen siehe Madame Butterfly.
Werkdaten
Titel: Madama Butterfly
Originaltitel: Madama Butterfly
Form: durchkomponierte dramatische Großform
Originalsprache: italienisch
Musik: Giacomo Puccini
Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
Uraufführung: 17. Februar 1904
Ort der Uraufführung: Teatro alla Scala, Mailand
Spieldauer: ca. 2½ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Nagasaki
Personen
  • Cio-Cio-San, genannt „Butterfly“ (Sopran)
  • Suzuki, Butterflys Dienerin (Mezzosopran)
  • Kate Pinkerton (Sopran)
  • Benjamin Franklin Pinkerton, der amerikanische Marineleutnant (Tenor)
  • Sharpless, der amerikanische Konsul (Bariton)
  • Goro (Tenor)
  • Yamadori, der Fürst (Tenor)
  • Onkel Bonze (Bass)
  • Die Mutter Butterflys (Sopran)
Madama Butterfly, Illustration von Adolfo Hohenstein

Madama Butterfly ist eine Oper von Giacomo Puccini nach der gleichnamigen Tragödie von David Belasco, die auf der Erzählung von John Luther Long basiert sowie dem Roman Madame Chrysanthème (1887) von Pierre Loti. Das Libretto stammt von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica. Sie wurde in ihrer ursprünglichen Fassung als Zweiakter am 17. Februar 1904 in Mailand uraufgeführt. Die Uraufführung der dreiaktigen Neufassung fand am 28. Mai 1904 in Brescia statt.

Handlung[Bearbeiten]

1. Akt[Bearbeiten]

Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton – stationiert in Nagasaki – hat über den Vermittler Goro ein Haus erworben, inklusive des Geisha-Mädchens Cio-Cio-San[Anm. 1], genannt Butterfly. Die Hochzeitszeremonie möchte er schnell hinter sich bringen. Zunächst erscheint jedoch der Konsul Sharpless, der ihm rät, nicht zu leichtfertig mit der neuen Verbindung umzugehen: Butterfly habe sich im Konsulat nach Amerika erkundigt, sie nehme die Heirat sehr ernst. Butterfly kommt mit Freunden und Verwandten. Die Feier wird durch ihren Onkel – einen Bonzen, der Butterfly verflucht – abrupt beendet: im Missionshaus hat sie die „amerikanische“ Religion angenommen. Von ihrer Familie verstoßen, wird Butterfly von ihrer Dienerin Suzuki für die Hochzeitsnacht zurechtgemacht. Der verliebte Pinkerton kann es kaum fassen, dass dieses „Spielzeug“ ihm gehören soll.

2. Akt[Bearbeiten]

Drei Jahre sind vergangen. Pinkerton hat Butterfly kurz nach der Hochzeit verlassen, aber versprochen, bald wiederzukommen, woran Suzuki Zweifel hegt. Sharpless hat einen Brief Pinkertons erhalten. Behutsam will er Butterfly darauf vorbereiten, dass Pinkerton zwar nach Japan unterwegs ist, jedoch nicht, um bei ihr zu bleiben. Butterfly verhindert, dass Sharpless ihr die bittere Nachricht mitteilen kann, da sie die Anfangszeilen nach ihren Wünschen interpretiert. Der reiche Yamadori wird vorstellig: er will Butterfly heiraten. Nach japanischem Recht gilt eine verlassene Ehefrau als geschieden. Sie verhöhnt ihn: ihre „amerikanische“ Ehe sei nicht so leicht zu lösen. Sharpless rät ihr, den Antrag anzunehmen. Da präsentiert sie ihm ihr dreijähriges Kind, Pinkertons Sohn. Ein Kanonenschuss verkündet die Ankunft von Pinkertons Schiff. Zum Empfang schmückt Butterfly das Haus mit Blumen.

3. Akt (oder: 2. Akt, 2. Teil)[Bearbeiten]

Eine Nacht ist wachend vergangen, Pinkerton ist noch nicht erschienen. Butterfly zieht sich mit dem Kind zurück. Suzuki wird von Sharpless und Pinkerton überrascht. Vor dem Haus wartet Kate, Pinkertons Frau. Sie kommen, um das Kind in eine gesicherte Zukunft – nach Amerika – zu holen. Butterfly erfährt die Wahrheit. Sie schickt alle fort; nur Pinkerton selbst wolle sie das Kind übergeben. Butterfly entzieht sich den Blicken des Kindes und ersticht sich mit dem Dolch, mit dem ihr Vater einst Selbstmord beging.

Geraldine Farrar als Cio-Cio-San (1908)

Arien[Bearbeiten]

Vogliatemi bene, un bene piccolino[Bearbeiten]

Dieses Liebesduett beendet den ersten Akt. Es wird dominiert durch Butterflys innigen Gesang. Pinkerton ist eigentlich nicht an einer langfristigen Beziehung mit Butterfly interessiert. Trotzdem fühlt er sich zu ihr hingezogen und er begehrt sie. Sie glaubt, mit der Heirat eine gute Partie gemacht zu haben, und wünscht sich, dass er sie auch ein bisschen liebt.

Un bel di vedremo[Bearbeiten]

Die Arie ist der musikalische Höhepunkt des zweiten Aktes. Butterfly wartet schon seit drei Jahren auf die Rückkehr ihres Ehemannes. Sie ist verarmt und gesellschaftlich verachtet. Sie gilt als geschieden, weil ihr Mann sie verstoßen hat, doch sie hält an ihrem Glauben fest, dass er zurückkommen wird. In der Arie malt sie sich aus, wie er zurückkommt und wie sie dann triumphieren wird.

Addio, fiorito asil[Bearbeiten]

Dies ist Pinkertons einzige Arie. Nachdem er in Cio-Cio-Sans Haus zurückkehrt ist und mit Suzuki darüber gesprochen hat, dass es für Cio-Cio-San zu schmerzhaft sei, wenn er sich persönlich von ihr verabschieden würde, beschwört er die glücklichen gemeinsamen Stunden und bekennt seine Feigheit.

Con onor muore[Bearbeiten]

Dies ist die Todes- und Schlussarie der Oper. Butterfly kniet nieder, um sich mit dem Messer ihres Vaters zu töten. Plötzlich kommt ihr Kind herein. Sie nimmt Abschied und singt. Das Kind verlässt die Szene und Butterfly tötet sich. Danach wird die Musik noch einmal dramatisch. Pinkerton ruft dreimal „Butterfly“. Das Orchester hat das letzte Wort und scheint zunächst traditionell in der Tonika h-Moll zu schließen, ehe es überraschend den Sextakkord der Submediante (G-Dur) anfügt (vom Individualpsychologen und Suizidforscher Erwin Ringel im Hinblick auf den offenen Charakter dieses Opernschlusses mit der Phantasie Butterflys über den eigenen Tod hinaus gedeutet[1]).

Diskografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. moderne Transkription: Chōchō-san (japanisch für „Frau Schmetterling“)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erwin Ringel: Unbewusst – höchste Lust, Oper als Spiegel des Lebens. Kremayr & Scheriau 1990, S. 190