Mohamed Al-Fayed

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Mohamed Al-Fayed
Wachsfigur von Al-Fayed im Londoner Harrods

Mohamed Al-Fayed (arabisch ‏محمد الفايد‎, eigentlich Mohamed Abdel Moneim Fayed) (* 27. Januar 1929 oder 1933[1] in Alexandria) ist ein ägyptischer Unternehmer und Milliardär. Er ist unter anderem Eigner des Hotels Ritz in Paris und ehemaliger Eigentümer des Kaufhauses Harrods in London und des Londoner Fußballclubs FC Fulham. Al-Fayed ist in Großbritannien eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Einer seiner Söhne, Dodi Al-Fayed, wurde durch seine Beziehung zu Prinzessin Diana weltweit bekannt. 2004 adoptierte Fayed den langjährigen Freund seines Sohns Dodi, der seit diesem Zeitpunkt den Namen Miqdad Al-Fayed trägt.

Aufstieg[Bearbeiten]

Fayed wurde in Bakos (باكوس), einem Viertel im Osten Alexandrias, als ältester Sohn eines Grundschullehrers geboren. Er arbeitete unter anderem als Coca-Cola-Straßenhändler, Verkäufer für Nähmaschinen und Lehrer. Zu Vermögen gelangte Fayed, nachdem er Samira Kashoggi, die Schwester des Waffenhändlers Adnan Chaschuqdschi, geheiratet hatte und deren Bruder ihm eine führende Position in dessen Importunternehmen in Saudi-Arabien verschaffte. Aus der Ehe mit Samira entstammte sein Sohn Dodi Fayed.

Nachdem Fayed in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Haiti und in London zahlreiche geschäftliche Kontakte geknüpft hatte, gründete er in Ägypten eine Reederei. 1966 ernannte ihn der Sultan von Brunei, einer der reichsten Männer der Welt, zu seinem Finanzberater. 1979 erwarb er das Luxushotel Ritz in Paris. 1985 heiratete er die ehemalige finnische Schönheitskönigin Heini Wathén; aus Al-Fayeds zweiter Ehe entstammen die Söhne Kareem und Omar sowie die Töchter Jasmine und Camilla.

Harrods-Kontroverse[Bearbeiten]

Ebenfalls 1985 erwarb Al-Fayed zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ali für 615 Millionen Pfund das renommierte Kaufhaus Harrods in London. Dabei setzten sie sich gegen Tiny Rowland durch (1974 war Al-Fayed für kurze Zeit Mitglied des Aufsichtsrates der Lonrho-Holding gewesen, die Rowland gehörte). Al-Fayed und Rowland stritten sich jahrelang in aller Öffentlichkeit über die Rechtmäßigkeit dieses Geschäfts.

Der Konflikt mündete schließlich in einer Untersuchung durch das Handels- und Industrieministerium. Die Untersuchungskommission kam 1990 zum Schluss, dass die Fayed-Brüder hinsichtlich ihrer Herkunft und ihrer Vermögensverhältnisse gelogen hatten. An den Besitzverhältnissen änderte sich gleichwohl nichts, und Rowland erhob weitere schwere Vorwürfe. So behauptete er, die Fayeds würden anvertraute Juwelen im Wert von mehreren Millionen Pfund aus dem Tresor des Kaufhauses stehlen. Rowland starb 1998, und Al-Fayed beendete den Konflikt mit einer Zahlung in unbekannter Höhe an die Witwe. Während der Auseinandersetzung war Al-Fayed einmal verhaftet worden. Er verklagte die Metropolitan Police wegen unrechtmäßiger Verhaftung, unterlag aber 2002 vor Gericht.

Al-Fayed verkaufte das Kaufhaus im Mai 2010 an die Qatar Holding.[2] Nach Medienberichten betrug der Verkaufspreis 1,5 Mrd. Pfund (1,8 Mrd. Euro). Dieser Betrag wurde von Al-Fayed nicht bestätigt.

Politische Konflikte und Skandale[Bearbeiten]

Seit seiner Wohnsitznahme in England hat sich Al-Fayed vergeblich darum bemüht, die britische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Die Innenminister mehrerer Regierungen, sowohl der Labour Party als auch der Conservative Party, lehnten dieses Ansinnen wiederholt ab. Sie begründeten dies jeweils mit Al-Fayeds wenig vorbildlichem Charakter und dessen undurchsichtigen Geschäftsmethoden. Um dennoch sein Ziel zu erreichen, versuchte Al-Fayed, sein Image aufzupolieren und spendete nennenswerte Beträge an wohltätige Organisationen wie Kinderspitäler oder Schulen. 1992 versuchte er einen Relaunch des traditionsreichen Satiremagazins Punch, das jedoch 2002 endgültig sein Erscheinen einstellen musste. 1996 erwarb er den Londoner Fußballclub FC Fulham und führte diesen mit Millioneninvestitionen in die Premier League. 2013 verkaufte er den Verein an Shahid Khan.

Als Al-Fayed trotz all dieser Bemühungen dennoch nicht die britische Staatsbürgerschaft erhielt, verklagte er die Regierung, unterlag jedoch. Grund für die erneute Ablehnung war wohl seine Verwicklung in den Skandal Cash for questions (deutsch: Geld für Fragen): Im Oktober 1994 hatte Al-Fayed eine Lobby-Organisation damit beauftragt, die konservativen Abgeordneten Neil Hamilton und Tim Smith zu bestechen. Sie hätten mit gezielten Fragen im Unterhaus jene Minister schwer belasten sollen, die Al-Fayeds Einbürgerungsgesuch angeblich verhindert hatten.

Verschwörungstheorien[Bearbeiten]

Al-Fayeds Sohn aus erster Ehe, der Filmproduzent Dodi Fayed, hatte 1996 ein Liebesverhältnis mit Prinzessin Diana begonnen, welche kurz zuvor von Prinz Charles geschieden worden war. Dodi und Diana starben am 31. August 1997 in einem Tunnel in Paris bei einem Autounfall, als sie auf der Flucht vor Paparazzi waren.

Nach diesem Unfall behauptete Mohamed Al-Fayed mehrmals öffentlich, deren Tod sei nicht die Folge eines Unfalls gewesen. Vielmehr seien Dodi und Diana Opfer einer weit reichenden Verschwörung gewesen, in die unter anderem Prinz Philip und der MI5 verwickelt seien. Al-Fayed behauptete, gewisse Personen aus dem Königshaus und vom Geheimdienst hätten es nicht ertragen können, dass Diana möglicherweise von Dodi schwanger geworden sei. Al-Fayed behauptete auch, er sei das Opfer einer lang andauernden Verleumdungskampagne, die das Ziel habe, ihn mit der Terroristengruppe Al-Qaida in Verbindung zu bringen. Diese unbewiesenen Aussagen führten dazu, dass das Kaufhaus Harrods seinen Status als Hoflieferant verlor.

Im Jahr 2003 verlegte Al-Fayed seinen Wohnsitz von Surrey in die Schweiz. Als Grund gab er an, die britischen Steuerbehörden hätten sich nicht an eine Vereinbarung gehalten. 2005 zog er nach Monaco, um von einem noch vorteilhafteren „Steuerklima“ zu profitieren. Es wird allgemein angenommen, dass er mittlerweile einen Pass der Vereinigten Arabischen Emirate besitzt und seinen Anspruch auf die britische Staatsbürgerschaft aufgegeben hat.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ab 1974 lebte Al-Fayed in Großbritannien und fügte seinem Namen den Ehrenzusatz „al-“ hinzu, woraufhin ihm das Satiremagazin Private Eye den Spitznamen phoney pharaoh („falscher Pharao“) verpasste. Sein früherer Freund Tiny Rowland pflegte ihn in den Zeiten ihrer Rivalität herablassend „Tootsie“ zu nennen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom Bower: Fayed – The Unauthorized Biography. Macmillan, Basingstoke 1998, ISBN 0-333-74554-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Der Pharao der Phantasie. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1998, S. 154–156 (9. März 1998, online).
  2. Tagesschau.de: „Qatar Holding sichert sich Luxuskaufhaus Harrods“ (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung Artikel vom 8. Mai 2010