Montejo de Tiermes

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Gemeinde Montejo de Tiermes
Montejo de Tiermes – Landschaft beim Ortsteil Ligos
Montejo de Tiermes – Landschaft beim Ortsteil Ligos
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Montejo de Tiermes (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Comarca de Tiermes-Caracena
Koordinaten 41° 22′ N, 3° 12′ W41.368333333333-3.19861111111111157Koordinaten: 41° 22′ N, 3° 12′ W
Höhe: 1157 msnm
Fläche: 167,27 km²
Einwohner: 190 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,14 Einw./km²
Postleitzahl: 42341, 42223
Gemeindenummer (INE): 42120 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Ayuntamiento de Montejo de Tiermes Webpräsenz der Gemeinde

Montejo de Tiermes ist eine Gemeinde (municipio) mit 190 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) in der spanischen Provinz Soria in der Autonomen Region Kastilien-León.

Lage[Bearbeiten]

Montejo de Tiermes liegt in einer Höhe von etwa 1160 Metern ü. d. M. Die nächstgrößere Stadt, El Burgo de Osma, ist etwa 38 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung entfernt. Bis zur Provinzhauptstadt Soria sind es knapp 100 Kilometer (Fahrtstrecke) ebenfalls in nordöstlicher Richtung; auf dem Weg dorthin liegt der denkmalgeschützte Ort Calatañazor. Sehenswert sind auch die unter Denkmalschutz stehenden Orte San Esteban de Gormaz (ca. 27 Kilometer nördlich), Ucero (ca. 55 Kilometer nördlich) und Berlanga de Duero (ca. 40 Kilometer östlich). Eine etwa zehn Kilometer lange Wanderung in östlicher Richtung führt ins benachbarte Bergdorf Caracena.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 713 795 337 306 250 198

In der 2. Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte Montejo de Tiermes stets zwischen 900 und 1000 Einwohner. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner – trotz Eingemeindungen der ehemals eigenständigen Dörfer Ligos, Torresuso, Cuevas de Ayllón, Noviales, Carrascosa de Arriba, Hoz de Abajo, Hoz de Arriba, Pedro, Rebollosa de Pedro und Valderromán – seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stark rückläufig.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das kleine Bergdorf war und ist in hohem Maße von der Landwirtschaft (Feldbau und Viehzucht) geprägt. In früheren Zeiten diente der Ort als Handwerks- und Marktzentrum für die – mittlerweile meist aufgegeben – kleineren Einzelgehöfte und Weiler der Umgebung. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt der Tourismus (Wandern und Ferienwohnungen) eine wichtige Rolle als Einnahmequelle für die Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde lassen vermuten, dass eine Siedlung mit Namen Termes oder Termantia des keltiberischen Stammes der Arevaker in unmittelbarer Nähe lag. Auch die Römer waren in der Gegend und hinterließen eine Quelleinfassung im Ort und eine Legionärsinschrift in Noviales. Die Einsiedlerkirche Ermita de la Virgen del Val im Ortsteil Pedro wird mit den Westgoten in Verbindung gebracht. Ein aus islamischer Zeit stammender Wachturm (atalaya) am Ortseingang erinnert an die Zeit der islamischen Herrschaft über weite Teile der Iberischen Halbinsel, die im nördlichen Teil mit einer Niederlage des Feldherrn Almanzor im Sommer des Jahres 1002 in der – historisch nicht belegten – Schlacht von Calatañazor endgültig zu Ende ging. Über die Zugehörigkeit des Ortes zu spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Grundherrschaften ist nichts bekannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ermita Santa María
Ermita Santa María
Ermita Santa María
Portal der Ermita Santa María
Montejo de Tiermes
  • Am Ortseingang von Montejo de Tiermes steht ein auf natürlichem Fels errichteter und gut erhaltener Wachturm (atalaya) aus islamischer Zeit. Sein Eingang befindet sich – wie üblich – in ca. 2,50 Metern Höhe und war nur über eine Leiter erreichbar.
  • Zwei von ehemals sechs Arkadenbögen der romanischen Südvorhalle (portico) der Kirche San Cornelio y San Cipriano sind zugemauert. Das einzig verbliebene Kapitell ruht – wie üblich – auf einem Doppelsäulenpaar und zeigt zwei ineinander verschlungene Schlangen. Im Inneren der einschiffigen Kirche findet sich ein barocker Altarretabel.
  • Am bedeutendsten ist die etwas außerhalb des Ortes gelegene Einsiedlerkirche (Ermita de Santa María), deren Arkaden in der Südvorhalle (portico) durch Wandteile voneinander getrenntsind – eine Konstellation, die auf eine frühe Bauzeit verweisen könnte, stünden daneben nicht Doppelsäulen mit ausgereiften Kapitellen. Diese zeigen vor allem vegetabilische und abstrakte Motive; aber auch figürliche Themen (Sündenfall und Daniel in der Löwengrube) sind zu sehen. Dagegen ist das romanische Portal eher schlicht gehalten; in der Archivolte findet sich eine Reihe von kleinen Rosetten. Auf der Nordseite ist ein Seitenschiff angebaut worden. Der ganze Kirchenbau ist aus beinahe exakt behauenen Steinen erbaut und so wird eine Bauzeit im ausgehenden 12. Jahrhundert angenommen.
  • Die archäologische Stätte der Arevaker-Stadt Termes ist nur etwa einen Kilometer entfernt. Dort befindet sich auch ein kleines Museum (siehe Weblink).
Pedro
  • Im Ortsteil Pedro hat sich eine einfache – möglicherweise noch auf einen westgotischen Vorgängerbau zurückgehende – kleine Kirche (Ermita de la Virgen del Val) erhalten. In späterer Zeit erhielt sie eine auf Holzstützen ruhende Südvorhalle (portico). Mehrere in die Außenwand eingelassene ornamentierte Steine sind wiederverwendet (Spolien).
Torresuso
  • Die kleine romanische Kirche Santa María Magdalena wird durch eine Südvorhalle (portico) aus der Zeit der Renaissance optisch aufgewertet.
Ligos
  • Die einschiffige Kirche San Juan Bautista hat einen zweigeschossigen Glockengiebel (espadaña) aus der Renaissance oberhalb der ansonsten schmucklosen Westfassade und ein außergewöhnlich reich dekoriertes romanisches Archivoltenportal auf der Südseite.
Valderromán
  • Der Ort verfügt über eine kleine spätgotische Dorfkirche mit einem Glockengiebel und dahinterliegender Fachwerk-Glockenstube sowie einer in späterer Zeit erhöhten und vergrößerten Apsis.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Montejo de Tiermes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).