Glockengiebel

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Dreigeschossiger Glockengiebel der Doppelkirche Panagia und Agios Charalambos in Areopoli
Glockenturm der Kirche Santa María a Real in Pedrafita del Cebreiro – die Aufhängung der Glocken erfolgt jedoch in der Art eines Glockengiebels.

Ein Glockengiebel ist bei Kirchenbauten ein sparsamer Ersatz für einen Turm, ähnlich wie ein Dachreiter. Im über den Dachfirst hinausgeführten freistehenden Mauerwerk des Giebels befinden sich bogenförmige Öffnungen, in denen die Kirchenglocken aufgehängt sind. Manche Glockengiebel scheinen auch oder in der Hauptsache als Ziergiebel fungiert zu haben.

Neuzeitliche, in der Funktion vergleichbare Gebäudeteile, die nicht über dem Giebel errichtet wurden, werden Glockenträger genannt.

Formen[Bearbeiten]

Sowohl einfache, doppelte als auch mehrgeschossige oder breitgelagerte Glockengiebel kommen vor. Während die Innenseiten der Bögen meist undekoriert sind, verfügen die Außenseiten manchmal über – dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechende – Verzierungen in Form von kleinen Obelisken, Kugeln, Voluten etc.

Platzierung[Bearbeiten]

Glockengiebel überragen zumeist die dem Chor einer Kirche gegenüberstehende westliche Giebelwand; in seltenen Fällen (z. B. bei einigen Kirchen im Südwesten Frankreichs oder im Norden Spaniens) befindet sich der Glockengiebel außen über dem Triumphbogen zwischen Langhaus und Apsis (z. B. Iglesia San Salvador in Tirgo). Auch längsgestellte Glockengiebel sind möglich (z. B. Iglesia San Martin in Briviesca oder Ermita Santo Cristo de San Sebastián in Coruña del Conde). Im Barock wurden einige wenige Glockengiebel in den Gesamtbaukörper integriert (siehe Pedro de Ribera); andere stehen frei neben der Kirche. Einige wenige bedeutende Kirchen verfügen sogar über zwei Glockengiebel.

Kirchen[Bearbeiten]

Typische Glockengiebel finden sich nahezu ausschließlich auf Kirchen des nördlichen Mittelmeerraums; in Mittel- und Nordeuropa sind sie weitestgehend unbekannt bzw. in ihrer Form stark verfremdet. Mit den spanischen Conquistadoren und Missionaren kamen sie auch auf die Kanarischen Inseln sowie nach Mittel- und Südamerika und auf die Philippinen.

Rathäuser[Bearbeiten]

Auf Profanbauten (z. B. Rathäusern) sind Glockengiebel äußerst selten; in Mittel- und Südamerika gibt es aber einige wenige Beispiele.

Häuser[Bearbeiten]

In den Küstenstädten Mitteleuropas (Flandern, Holland, Friesland, Ostseeraum) werden Giebel mit glockenförmiger Silhouette auf repräsentativen städtischen bzw. bürgerlichen Bauten der Barockzeit ebenfalls als ‚Glockengiebel‘ bezeichnet. Sie haben jedoch mit den Glockengiebeln im engeren Sinne nichts gemein.

Beispiele[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glockengiebel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien