Mugham

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Jabbar Garyaghdioglu singt einen Mugham, begleitet von der Langhalslaute Tar und der Spießgeige Kamancheh, 1930er Jahre

Mugham (aserbaidschanisch: Muğam) ist eine traditionelle aserbaidschanische Form der Musik, der ein festgelegter, als modal bezeichneter Melodietyp zugrunde liegt. Zugleich bestimmt der Mugham die Art der melodischen Intervalle, den Rhythmus und die Aufführungspraxis des Sängers und seiner instrumentalen Begleiter. Mugham wird nicht in einer Notation aufgeschrieben, sondern von einer Generation an die nächste weitergegeben. Mugham wurde von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Ursprünge und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Ursprünge von Mugham liegen in der persischen und arabischen Musik und reichen bis ins Mittelalter zurück. Mugham ist – wenn auch unter anderen Bezeichnungen – in anderen nah- und fernöstlichen Regionen von Transkaukasien bis in die chinesische Provinz Xinjiang (Sinkiang) weit verbreitet. Die Uiguren in Xinjiang bezeichnen die Musik als Muqam, die Usbeken den „choresmischen Maqam“ als Alit-yarim Makom („sechseinhalb Maqāme“), die Tadschiken als Schaschmaqam („sechs Maqame“), die Türken als Makam und die Araber, Perser und Türken als Maqam.

Definition[Bearbeiten]

Der Begriff Mugham ist nicht eindeutig definiert und doppeldeutig. Nach dem aserbaidschanischen Komponisten Qara Qarayev bezeichnet das Wort Mugham zum einen Tonart, Modus oder Skala, zum anderen eine mehrsätzige Form mit eigenen Gestaltungsprinzipien. Ein Mugham enthält komponierte und improvisierte Elemente.

„Seiner Form nach ist der Mugam ein Zyklus im Charakter einer Suite oder Rhapsodie. Jeder der Mugamteile ist eine Improvisation, die sich im Rahmen der jeweiligen Tonart, in der der Mugam steht, bewegt und sich auf die freie Nutzung von melodischen Wendungen, wie sie für diese Tonart charakteristisch sind, gründet. Jeder folgende Mugamteil hat einen anderen Stützton und entfaltet sich in einem höheren Klangbereich. Die Sätze werden durch Intermedien – Tasnif (ein begleitendes Lied) und Rjang (eine tänzerische Instrumentalepisode) – […] unterteilt […]. Die komplizierten Regeln dieser Kunstform werden von den Interpreten streng befolgt. Doch wie die ganze Folklore gehören auch die Mugame zur mündlich überlieferten Musiktradition. Dadurch werden die Mugam-Intonationen auch ständig erneuert.“

Alexandra Tichanowa, 1979

Mugham ist auch die Bezeichnung für ein Trio, das Mugham-Musik aufführt und aus einem Sänger sowie zwei Musikern besteht, die typischerweise Tar und Kemençe spielen.

Es gibt zwölf verschiedene Arten von Hauptmugam und sechs Stimmenmugame;

12 Arten von Hauptmugame: Üschschaq, Näva, Busälik, Rast, Ärak, Isfahan, Siräfkänd, Büsürk, Sängülü, Rähavi, Hüseyni und Hidschas.
6 Arten von Stimmenmugame: Schahnas, Sägah, Tschahargah, Bayati-Schiras, Schüschtär und Humayun.

Verknüpfung mit anderer Musik[Bearbeiten]

Nach 1910 wurde Mugham erstmals in die Opernmusik integriert durch den aserbaidschanischen Komponisten Üzeyir Hacıbäyov, der das Buch Principles of Azerbaijani Folk Music schrieb. Fikrət Əmirov schrieb drei Mugamen für großes Orchester, in denen er Merkmale der traditionellen Mugham-Musik mit der europäischen Tradition sinfonischer Musik verknüpfte. Eine Verbindung zwischen Mugham und Jazz schuf in den 1960er und 1970er Jahren der ebenfalls aserbaidschanische Komponist und Pianist Vaqif Mustafazadə sowie ab den 1990er Jahren dessen Tochter, Aziza Mustafa Zadeh. Zu den weiteren zeitgenössischen Vertretern der Mugham-Musik zählen unter anderem die Komponistin Frangis Ali-Sade und der Kamanchehspieler Rauf Islamov.

Aserbaidschanische Mugammusik wurde auch von dem Filmemacher Andrey Tarkovski in seinem Film "Stalker" verwendet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mugham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien